Schwarzgeld aus Belarus?

Foren Wirtschaft Schwarzgeld aus Belarus?
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    Beiträge
  • #16275
    0-gravity
    465 Beiträge

    Artikel im SPON: Ermittler warnen vor Geldwäsche-Boom in Deutschland

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ermittler-warnen-vor-geldwaesche-in-deutschland-a-863950.html

    [i]“Es gibt besonders viele Geldströme aus Italien nach Deutschland“, sagte der Geldwäsche-Experte Friedrich Schneider von der Universität Linz. Aber auch aus Russland, Weißrussland und der Ukraine ströme das Geld der Organisierten Kriminalität nach Deutschland.“
    [/i]

    Kann mir persönlich nicht vorstellen, dass soooo viel Geld aus der weißrussischen organisierten Kriminalität nach D strömt. Aber vllt bin ich auch zu naiv. 🙁

    Oder man versucht bei dem Thema gleich wieder alle Fliegen mit eine Klappe zu erschlagen: Kriminalität – Schwarzgeld – Osteuropa – Belarus

    0
    #16293
    derdickemax
    283 Beiträge

    Auch die Banditen merken, dass die Wirtschaft
    in BY zusammenbricht. Und sie bringen ihren
    Zaster dorthin, wo auch alle anderen ihren
    Zaster hinbringen: nach Westeuropa, insbesondere
    nach Deutschland.

    1. gibt es hier eine breite russischsprachige
    Community, in der man sich bewegen und wie zuhause
    fühlen kann

    2. wer ene Wohnung kauft und ein Unternehmen mit
    zwei Angestellten gründet, kriegt nach deutschen
    Recht einen Aufenthaltstitel und kann seine
    Kinder auf deutsche Unis schicken. Und hat eine
    deutsche Krankenversicherung und Bewegungsfreiheit
    in der EU!

    0
    #16295
    GroM
    4243 Beiträge

    um den Bürger immer mehr seine Grundrechte und Freiheit zu beschneiden
    muss man natürlich Geschichten erfinden um die Notwendigkeit damit zu begründen

    sei es die Freiheit im Internet
    Überwachung von Konten
    Beschränkung von Bargeldeinzahlungen
    illegaler Ankauf von Steuer CDs
    usw

    http://www.n-tv.de/politik/EU-will-alle-Internetdaten-filtern-article7301446.html

    0
    #16297
    0-gravity
    465 Beiträge

    [quote=“derdickemax“ post=16773]Auch die Banditen merken, dass die Wirtschaft
    in BY zusammenbricht. Und sie bringen ihren
    Zaster dorthin, wo auch alle anderen ihren
    Zaster hinbringen: nach Westeuropa, insbesondere
    nach Deutschland.

    1. gibt es hier eine breite russischsprachige
    Community, in der man sich bewegen und wie zuhause
    fühlen kann

    2. wer ene Wohnung kauft und ein Unternehmen mit
    zwei Angestellten gründet, kriegt nach deutschen
    Recht einen Aufenthaltstitel und kann seine
    Kinder auf deutsche Unis schicken. Und hat eine
    deutsche Krankenversicherung und Bewegungsfreiheit
    in der EU![/quote]

    Na gut, aus unserem Bekanntenkreis in BY haben auch welche vor einiger Zeit ’ne kleine Wohnung in Berlin gekauft in Ruhe renoviert und als kleines Refugium in D ausgebaut. Von daher magst du vllt nicht ganz unrecht haben. Aber das sind halt normale Geschäftsleute, die dort ein paar Läden haben. Ich möchte das jetzt auch nicht als Schwarzgeldmafia bezeichnen. Und für deren Beweggründe sich hier ein zweites Standbein außerhalbs von Lukas „Paradies“ aufzubauen habe ich duchaus Verständnis (Zur Erinnerung +100% Inflation letztes Jahr).

    Vom Gefühl her würde ich schon denken, dass BY in diese Aufzählung nicht unbedingt an dieser prominenten Stelle genannt werden sollte. Ich denke da gibt es Länder, die dort wesentlich eher genannt werden sollten: sicher kann ich mir Rußland und evtl auch die Ukraine dabei vortsellen, aber die größten Batzen werden wohl aus den EU Krisenländern im Süden kommen. (Hier bei uns in der Stadt gibt es mittlerweile neben den italienische Immobilienbüros auch welche die Ihren Sevice in griechischer Sprache explizit anbieten (!!!) – habe ich neulich mit Erstaunen festgestellt…). Irgendwie beschleicht mich daher der Eindruck, das man den Effekt des erhöhten Schwarzgeldzuflußes doch eher „hausgemachten“ Problemen zu verdanken hat.

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    #16301
    mikael321
    2337 Beiträge

    [quote=“derdickemax“ post=16773]2. wer ene Wohnung kauft und ein Unternehmen mit
    zwei Angestellten gründet, kriegt nach deutschen Recht einen Aufenthaltstitel und kann seine Kinder auf deutsche Unis schicken. Und hat eine deutsche Krankenversicherung und Bewegungsfreiheit in der EU![/quote]Einzig und alleine ein Aufenthaltstitel nach § 21 wäre möglich. Das entscheidet aber die ABH vor Ort . Einen Automatismus gibt es dabei auch nicht, und die ABH´s sind damit äußerst pingelig und genehmigen § 21 fast nie !

    Michael

    0
    #16302
    MrRossi
    316 Beiträge

    [quote=“derdickemax“ post=16773]Auch die Banditen merken, dass die Wirtschaft
    in BY zusammenbricht. [/quote]

    Woher hast Du denn Deine weisen Erkenntnisse bitte??

    Zur allgemeinen Info:
    Belarus hat in diesem Jahr einen positiven Außenhandelsüberschuß erwirtschaftet.
    Zum ersten Mal wieder seit langer Zeit.
    Belarus hat sich aus seiner Wirtschaftskrise 2010/11 – die eher eine Devisenkrise war – ganz alleine aus dem Sumpf gezogen.

    Im Gegensatz zu Griechenland muß Belarus nicht befürchten, in den nächsten Monaten oder gar Wochen pleite zu gehen, und benötigt keine Geldspritzen von Geberländern mit der Aussicht es nie wieder zurückzahlen zu können (oder zu müssen).
    Belarus hatte und hat keinen Schuldenschnitt nötig, sondern konnte und kann alle Kredite ohne Ausfall zurückzahlen.

    Also bitte erstmal informieren, bevor Du Stammtischwissen verbreitest.

    Danke!

    0
    #16304
    Andreas
    755 Beiträge

    [quote=“MrRossi“ post=16782][quote=“derdickemax“ post=16773]Auch die Banditen merken, dass die Wirtschaft
    in BY zusammenbricht. [/quote]

    Woher hast Du denn Deine weisen Erkenntnisse bitte??

    Zur allgemeinen Info:
    Belarus hat in diesem Jahr einen positiven Außenhandelsüberschuß erwirtschaftet.
    Zum ersten Mal wieder seit langer Zeit.
    Belarus hat sich aus seiner Wirtschaftskrise 2010/11 – die eher eine Devisenkrise war – ganz alleine aus dem Sumpf gezogen.

    Im Gegensatz zu Griechenland muß Belarus nicht befürchten, in den nächsten Monaten oder gar Wochen pleite zu gehen, und benötigt keine Geldspritzen von Geberländern mit der Aussicht es nie wieder zurückzahlen zu können (oder zu müssen).
    Belarus hatte und hat keinen Schuldenschnitt nötig, sondern konnte und kann alle Kredite ohne Ausfall zurückzahlen.

    Also bitte erstmal informieren, bevor Du Stammtischwissen verbeitest.

    Danke![/quote]

    Stimmt, aber das solltest du auch -wink
    Klar zahlt Belarus die Kredite zurück, teils mit neuen Krediten, teils durch den Ausverkauf staatlicher Unternehmen.

    siehe hier: http://news.belta.by/de/news/econom?id=697641

    oder das hier: http://news.belta.by/de/news/econom?id=697793 zum Vergleich: http://news.belta.by/de/news/econom?id=697595

    noch ein paar:

    http://news.belta.by/de/news/econom?id=697465
    http://news.belta.by/de/news/econom?id=696907
    http://news.belta.by/de/news/econom?id=696876

    also auch du solltest dich besser infomieren.

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    #16306
    MrRossi
    316 Beiträge

    Und was willst Du mir jetzt mit Deiner Linksammlung sagen?
    Das sich Belarus weiter verschuldet hat?
    Ja haben sie – und weiter?

    Immerhin bekommen Sie noch Kredite auf dem freien Markt, gelten also als kreditwürdig.

    Ausverkauf staatlicher Unternehmen?
    Nenn mal ein Beispiel für den „Aus“-Verkauf!
    Verkauf staatlicher Unternehmen nennt man Privatisierung.
    Ich denke, daß ist das, was alle Welt immer predigt.

    Ich nenn‘ Dir schon mal ein Gegenbeispiel des „Aus“-Verkaufs:
    Gazprom wollte ursprünglich nur 5-600 Millionen $ für einen 50%-Anteil an BelgazTrans zahlen.
    Lukaschenko wollte mindestens 2,5 Milliarden.
    Am Ende hat er sie auch bekommen…

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    #16312
    Andreas
    755 Beiträge

    [quote=“MrRossi“ post=16786]Und was willst Du mir jetzt mit Deiner Linksammlung sagen?
    Das sich Belarus weiter verschuldet hat?
    Ja haben sie – und weiter?

    Immerhin bekommen Sie noch Kredite auf dem freien Markt, gelten also als kreditwürdig.

    Ausverkauf staatlicher Unternehmen?
    Nenn mal ein Beispiel für den „Aus“-Verkauf!
    Verkauf staatlicher Unternehmen nennt man Privatisierung.
    Ich denke, daß ist das, was alle Welt immer predigt.

    Ich nenn‘ Dir schon mal ein Gegenbeispiel des „Aus“-Verkaufs:
    Gazprom wollte ursprünglich nur 5-600 Millionen $ für einen 50%-Anteil an BelgazTrans zahlen.
    Lukaschenko wollte mindestens 2,5 Milliarden.
    Am Ende hat er sie auch bekommen…[/quote]

    Hast du dafür eine seriöse Quelle oder glaubst du etwa Lukaschenkos reden?

    Frage mich nur warum die Inflation immer weiter steigt!!!

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    #16314
    MrRossi
    316 Beiträge

    Könntest Du dich bitte mal entscheiden, über was Du reden möchtest?

    Ich habe klar widersprochen, daß die Wirtschaft am Abstürzen ist.
    Nicht mehr nicht weniger.

    Du kommst jetzt erst mal Kreditaufnahmen und Ausverkäufen.
    Bzgl. Kreditaufnahme habe ich Dir geantwortet.
    Bzgl. Ausverkäufen hast Du mir noch kein Beispiel aus Deiner Sicht genannt.

    Stattdessen soll ich jetzt mein vorab geliefertes Gegenbeispiel beweisen.
    Kann ich gerne tun, falls Du ehrlich daran interessiert bist.

    Daran hab ich aber meine Zweifel, weil Du nun als weiteres Thema „die Glaubwürdigkeit Lukaschenkos“ ins Spiel bringt.
    Was hat das denn damit zu tun?

    Und was hat die Inflation mit der Wirtschaftsleistung zu tun?
    Falls es noch keiner bemerkt hat:
    Der Wechselkurs BLR zu EUR ist seit über einem Jahr stabil bei 10.000 – 11.000.
    Das BIP in $ gerechnet ist gestiegen, der Aussenhandelsumsatz auch.
    Die innere Inflation auch – höhere Löhne aber auch höhere Preise.

    Und nun?
    Wo siehst Du jetzt einen Absturz?

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    #16315
    derdickemax
    283 Beiträge

    Das Problem sind nicht die Kredite.
    Gemessen an EU-Staaten aber auch den USA hat BY
    (noch) eine sehr geringe Staatsverschuldung.
    (Nur Estland hat weniger)

    Das Problem ist, dass die produktive Basis fehlt.
    Es gibt viel zu wenig Wertschöpfung.
    Das Land ist strukturell nicht in der Lage, die
    eigenen Staatsausgaben durch Steuern bzw. Gewinne
    der Staatsbetriebe zu decken.

    Diese Lücke wurde bisher „von Russlands Gnaden“
    durch Geschäfte mit künstlich verbilligten
    Ölprodukten gedeckt, die Deckung fällt weg.

    Die paar Traktoren, die sie verkaufen, reichen
    halt nicht für den Staatsbedarf. Und durch die
    Inflation wurde die Kaufkraft der inländischen
    Haushalte praktisch vernichtet, deshalb bricht
    der Binnenkonsum zusammen.

    Die nächste Runde der Geldabwertung steht also
    bald bevor. Und da man seine Kredite in Devisen
    hält, bedeutet ein Wertverlust von 50% dass
    sich die Kreditlast in inländischer Währung
    verdoppelt.

    Und dann beginnt es im Budget zu knirschen.
    Spätestens 2013 reicht Herr Chavez nicht
    mehr, dann muss Luka in Moskau betteln gehen.

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    #16316
    peter09
    390 Beiträge

    nicht zu vergessen : die sehr günstigen Enegiepreise für BLR sind bald Geschichte (durch die Ostseepipeline wird BLR auch für den Energie-Transit immer unwichtiger). Also wird die Abhängigkeit gegenüber RUS zunehmen – politiisch und wirtschaftlich.

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    #16317
    MrRossi
    316 Beiträge

    [quote=“peter09″ post=16796]nicht zu vergessen : die sehr günstigen Enegiepreise für BLR sind bald Geschichte (durch die Ostseepipeline wird BLR auch für den Energie-Transit immer unwichtiger). Also wird die Abhängigkeit gegenüber RUS zunehmen – politiisch und wirtschaftlich.[/quote]

    Ich glaube da bist Du auf dem Holzweg. (bzw. Deine Schlußfolgerung ist nicht ganz richtig 🙂 )

    Belarus zahlt seit diesem Jahr nur noch knapp die Hälfte für das russische Gas als ursprünglich (Ende 2011) geplant war.
    Eigentlich sollte Belarus mehr als 300$ pro Tausendkubik an Gazprom zahlen.
    Durch ein Treffen mit Putin und dem BelGazTrans-Deal zahl Belarus seit 1.1.2012 nur noch knapp 165$.
    D.h. Belarus spart dadurch ca. 3Milliarden $ an Kosten.

    Der Ukraine wurde ähnliches auch schon angeboten.
    Beitritt zur Zollunion, und Ukraine bekommt verbilligtes Gas 🙂

    Die Ostseepipeline spielt dabei keine große Rolle.
    BelGazTrans gehört jetzt sowieso schon Gazprom. D.h. Belarus verdient eh nicht mehr an den Transitgebühren. Jedoch am Gewinn der Firma.
    Denn BelGazTrans ist ja weiterhin eine in Belarus steuerpflichtige weißrussische Firma.
    Und wäre das weißrussische Pipelinenetz unwichtig geworden, hätte Gazprom nie 2,5Milliarden $ bezahlt.

    Die Ostseepipeline dient Russland zusätzlich dazu unabhängig von Polen bzw. der Ukraine zu sein, um das Gas direkt nach Westeuropa leiten zu können.
    Möglicherweise auch aus Kapazitätsgründen. GazProm will ja mehr Gas nach Westeuropa verkaufen. Und beliebig viel Gas lässt sich ja durch das weißrussische Pipelinenetz auch nicht schicken.

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    #16318
    peter09
    390 Beiträge

    [quote]Ich glaube da bist Du auf dem Holzweg. (bzw. Deine Schlußfolgerung ist nicht ganz richtig 🙂 )[/quote]

    Warten wir mal bis April / Mai 2013 – und schaun dann mal nach dem Holzweg 🙂

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    #16321
    anna müller
    40 Beiträge

    Das Hauptproblem Weißrusslands ist die chronisch negative Leistungsbilanz.

    Aber dieses Schiksal teilt Belarus mit der überwiegenden Mehrheit der Staaten in dieser Welt. Im Gegensatz zum Euro-Krisenstaat Griechenland kann allerdings Belarus seine Wechselkurse anpassen -unsure . Abstürzende Wechselkurse sind natürlich für Konsumenten schlimm, da sie die Inflationsrate beflügeln, aber dadurch wird gleichzeitig die Binnenwirtschaft geschützt bzw. angekurbelt. Und so schlimm finde ich es auch nicht, einen Fernseher oder Kühlschrank aus heimischer Produktion anstatt von LG zu beziehen. Wobei natürlich die Inflationsrate in 2011 schon exorbitant war :=(

    Staaten mit negativer Leistungsbilanz müssen ihren Devisenbedarf z.B. über Kredite oder Direktinvestitionen decken. Im Jahre 2011 überstiegen die Direktinvestitionen zum ersten Mal seit langer Zeit das Defizit aus der Leistungsbilanz.

    Da ja der wichtigste Wirtschaftspartner die RF ist, ist natürlich auch eine gewisse Abhängigkeit zu Russland Normalität. M.E. war darum auch der Beitritt zur Zollunion eine Notwendigkeit.

    @ MrRossi: Was mich immer wieder wundert, wenn ich hier lese, ist auf der einen Seite die Schelte in Richtung Lukaschenkos ökonomischen, planwirtschaftlichen Handelns und auf der anderen Seite die gleichzeitige Schelte für Massnahmen in Richtung Marktwirtschaft ………….

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