Führerschein umschreiben

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  • #14418
    0-gravity
    465 Beiträge

    Waren heute hier bei der örtlichen Führerscheinstelle, um uns über die Möglichkeiten der „Umschreibung“ des weißrussischen Führerscheins zu informieren. Wurde hier im Forum ja vor einiger Zeit schon mal thematisiert. Ein Punkt hat mich jedoch etwas ratlos zurückgelassen…

    Sachlage ist wohl wie folgt:

    – Der BY-Schein kann 6 Monate ab Einreise genutzt werden
    – Nutzung kann auf Antrag um weitere 6 Monate verlängert werden
    – „umschreiben“ auf einen dt. Führerschein bedeutet das Ablegen der theoret. & prakt. Prüfung, sowie Sehtest und „Erste-Hilfe Kurs“, soweit durchaus nachvollziehbar und unproblematisch
    – irgendwelche Fristen für das Umschreiben gibt es wohl nicht mehr
    – beim Umschreiben wird jedoch der BY Führerschein eingezogen (!) und hier tut sich für mich die Frage auf ob das überhaupt geht…

    Meines Wissens nach darf ein BY-Staatsbüger (mit Wohnsitz in BY, den man ja immer noch hat) in BY nicht mit nem ausländischen (sprich deutschen) Führerschein rumkutschieren. Ich als Deutscher darf ja hier auch nicht mit nem weißrussischen Schein rumfahren. Wären mit dieser Aktion also keinen Schritt weiter: wir haben wieder nur ’nen Führerschein, der lediglich in einem Land gilt!

    Auf Nachfrage meinte die Tante bei der Führerscheinstelle „das ist nun mal so“. Man dürfe keine zwei gültigen Führerscheine besitzen, obwohl sie 2min zuvor noch behauptete, der BY Führerschein sei hier eben „NICHT gültig“.

    Sie meinte dann noch, das wir nicht die einzigen „Russen“ seien, und diese sich dann üblicherweise noch einen von D ausgestellten internationalen Führerschein geben lassen. Meine Frage, ob denn von D ein in BY ausgestellter internationaler Führerschein dauerhaft akzeptiert würde, musste sie leider verneinen. Ich meinte dann nur, das die Weißrussen vermutlich diesen in D ausgestellten internationalen Führerschein ebenso nicht bei Ihren Staatsbürgern akzeptieren würden. Habe dann nur noch ein Schulterzucken als Anbtwort bekommen.

    Das Ganze erscheint mir absolut nicht plausibel und riecht mir sehr nach Willkür. Hat jemand Erfahrung mit dieser Geschichte? Kann man das Abgeben des BY-Scheins irgendwie umgehen? Dürfen die Angestellten irgendeiner deutschen Kommune überhaupt ein weißrussisches Dokument einziehen (und nach einer Frist dann vernichten)?
    Fragen über Fragen…

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    #14421
    mikael321
    2337 Beiträge

    [b]0-gravity schrieb:[/b]
    [quote]Das Ganze erscheint mir absolut nicht plausibel und riecht mir sehr nach Willkür. Hat jemand Erfahrung mit dieser Geschichte? Kann man das Abgeben des BY-Scheins irgendwie umgehen? Dürfen die Angestellten irgendeiner deutschen Kommune überhaupt ein weißrussisches Dokument einziehen (und nach einer Frist dann vernichten)?
    Fragen über Fragen…[/quote]

    Du hast nicht recht, es ist keine Willkür ! Sie versuchen es bei jedem . 😀 Also die Regel !! 😀

    [b]Meine Frau hat ihren BY Führerschein behalten dürfen[/b] ( inzwischen aber abgelaufen )

    Begründung :

    1) Belarus Staatsbürger dürfen in Belarus nur mit einer BY Pappe fahren. Schluss aus ! By the way

    Ungültig bei Fahrten in BY ist auch der Deutsche, und überhaupt nicht anerkannt wird der Internationale ! In keinem Fall .

    2) Der Belarussische Führerschein gehört dem Belarussischen Staat. Und nur der entscheidet wer die Pappe besitzen darf. Und das ist in keinem Fall das Deutsche Starßenverkehrsamt, sondern in der Regel der der drauf steht. ( solange er nicht gerichtlich oder behördlich entzogen wurde )

    3) Sowieso witzlos den Lappen beim Amt abzugeben, denn der BY Bürger kann sich ja beim nächsten Besuch in BY wieder einen neuen ausstellen lassen, weil das böse Deutsche Amt ihm den alten abgenommen hat .

    4) Auch das Argument vieler Ämter : Man könne ja den Führerschein zu Urlaubsfahrten austauschen ist auch Blödsinn ![b] Und wie kommt man dann bitte bis zur Grenze [/b]? Denn „mit Wohnsitz“ in D. darf ich ja auch nur mit Deutscher Pappe in D. fahren .

    Mal ganz davon abgesehen das diese Pappe ja sowieso nix aussagt :

    Nach Deutschem Recht unterscheidet man nämlich zwei Dinge. Und zwar die Fahrerlaubnis und den Führerschein. Wovon die Fahrerlaubnis mir das Fahren von Kraftfahrzeugen erlaubt, und der Führerschein nur dem Nachweis der Erlaubnis dient.

    Fahrerlaubnis

    Fahren ohne Führerschein ist nicht gleichzusetzen mit Fahren ohne Fahrerlaubnis. Letzteres stellt eine Straftat dar (§ 21 des Straßenverkehrsgesetzes (StVG), die sogar mit Gefängnis geahndet werden kann. Laut Deutschem Gesetz, ist die Fahrerlaubnis nicht an den Besitz des Führerscheins gebunden ! Wer also einen Führerschein besitzt, nicht aber die dazu gehörige Fahrerlaubnis (zum Beispiel nach dem Entzug der Fahrerlaubnis), begeht beim Führen eines Kraftfahrzeugs eine Straftat .

    Führerschein

    Der Führerschein dient nur dem Nachweis der Fahrerlaubnis . (zb. gegenüber der Polizei )

    Wer eine Fahrerlaubnis besitzt, seinen Führerschein aber während der Fahrt nicht mit sich führt, ( oder einen ungültigen vorlegt ) begeht eine Verkehrsordnungswidrigkeit („Fahren ohne Führerschein“). Verwarnt wird der Fahrzeugführer für das Nichtmitführen der Führerschein Urkunde im Original. Hierfür ist bundesweit ein Verwarnungsgeld mit einem Regelsatz von 10 € vorgesehen. ( Übrigens die zweit geringste Strafe die der Deutsche Bußgeldkatalog kennt )

    Also druck meine Mail aus, und lege sie dem Amt vor. Wenn die immer noch meinen das man nur einen Führerschein haben darf darfst du denen meine Nummer geben . Ich habe übrigens 4 Führerscheine !

    Richtig ist : Du darfst wenn du in D. gemeldet bist und die 6 Monatsfrist abgelaufen ist, NUR mit dem Deutschen Lappen fahren . Das man nur einen Führerschein besitzen darf ist hingegen Blödsinn . Soldaten habe in der Regel auch zwei Führerscheine . Deutsche die als Grenzgänger arbeiten, in der Regel auch .

    Meiner Frau wollten sie das mit nur 1 lappen auch erzählen . Nachdem ich eine schriftliche Ablehnung in Rechtsmittelfähiger Form verlangt habe, hat man meiner Frau die BY Pappe wieder zurück gegeben .

    Michael

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    #14424
    Conny Kuhs
    343 Beiträge

    War bei uns genau so!

    „Man könnte dann ja den Führerschein im Austausch abholen, wenn man nach Belarus fährt.“

    Mein Mann hat sich in Minsk einen neuen ausstellen lassen, -tonque
    den alten haben wir dann bei der Verkehrsbehörde abgegeben.
    Sollen sie glücklich mit werden. -wink

    Mit der „Umschreibung“ war es allerdings nicht so ganz einfach,
    denn mein Mann musste nicht nur die Prüfungen machen und Sehtest, Erste-Hilfe-Kurs, sondern er musste alle Pflichtstunden fahren.
    War dann ein doch recht teures Vergnügen. -dizzy

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    #14425
    0-gravity
    465 Beiträge

    ok, Dank für die Info. Offensichtlich habe ich ein anderes Rechtsverständnis als die Behörde. Aber es sieht ja zumindest so aus, als ob ich mit meinem nicht alleine stünde… 😎

    Ich wollte die Tante heute im Amt auch nicht zu sehr angehen. Am Ende ist die auch nur eine niedergeordnete Charge die irgendwelche blödsinnige Anordungen vollstreckt, ohne Zusammenhänge zu begreifen oder zu hinterfragen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Meine Beste soll jetzt ersteinmal die Prüfungen machen. Am Tage des „Umschreibens“ werde ich das Thema dann aber auch nocheinmal auf die Tagesordnung hieven. Bis dahin werde ich mir von der BY-Behörde einen Schriebs geben lassen, der bestätigt das es BY-Bürgern untersagt ist mit im Ausland ausgestellten Führerscheinen in BY rumzugurken. Am besten mit vielen wichtigen Stempeln drauf. Das werde ich dann dort vorlegen und dann soll Sie sich (ggf der Chef) mal dazu äußern, wie sie sich das Ganze vorstellen (Stichwort: Rechtsmittelfähig -devil, Dank für den Tip!). Schaun wir mal, was dann raus kommt…

    Sicher: als Back-up Lösung hatte ich auch schon vom ersten Moment im Kopf, nach Abgabe des BY-Lappens einfach beim nächsten Heimatbesuch einen Neuen zu besorgen. Ist ist halt weg gekommen der Schein. Passiert eben, that’s life…
    Ist sicherlich die einfachste Lösung, aber irgendwie stört es mich doch zu solchem Tun genötigt zu werden…

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    #14436
    mikael321
    2337 Beiträge

    [b]0-gravity schrieb:[/b]
    [quote]Ist ist halt weg gekommen der Schein. [/quote]Das würde ich der Tante vom Amt nicht erzählen, sondern das die BY Beamte gerne einen neuen ausstellen wenn sie hören das die Deutschen Behörden den Schein illegal an sich gebracht haben.

    Michael

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    #14437
    mikael321
    2337 Beiträge

    [b]Conny Kuhs schrieb:[/b]
    [quote] sondern er musste alle Pflichtstunden fahren.[/quote]Dann haben sie euch beschi**en . Umschreiben heißt, das man NUR die Prüfungen wiederholen muss . Wenn dein Mann alle Pflichtstunden gemacht hat, und die Prüfung, dann hat er den Lappen neu gemacht . Das ist keine Umschreibung. Das hätte er ja dann auch als Anfänger so machen müssen .

    Bei meiner Frau war es auch lustig . Beim beantragen wollten die eine Rettungskursbescheinigung sehen .

    Da habe ich gesagt : Das braucht meine Frau nicht . Die Tante ist fast ausgeflippt :. Es entwickelte sich ( ehrlich !! ) folgende nette Gespräch :

    Den Kurs braucht jeder !

    Nein meine Frau braucht den nicht !

    Das ist egal ob die einen Kurs im Ausland gemacht hat ( davon habe ich gar nichts gesagt ) und wann, der muss trotzdem in DEUTSCHLAND neu gemacht werden .

    Trotzdem braucht den meine Frau nicht ! 😀

    Warum sollte ausgerechnet IHRE Frau den Kurs nicht brauchen ??!!

    Weil sie Ärztin ist !! 😀 😀

    Geil war auch ihre Prüfung . ( 9 Monat hat kaum hinters Steuer gepasst )

    Der Prüfer hat sie gesehen, wie sie mit dem Auto gekommen ist. Daraufhin gab es eine Belehrung das man erst nach der Prüfung fahren dürfte, und jetzt wohl alles vorbei sei . 😀

    Michael

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    #14441
    Anonym
    83 Beiträge

    Meine Frau ist auch bei der Umschreibung dabei.
    Gebühren sind billiger als bei komplett neu machen.
    Keine Pflichtstunden.
    Püfung Theorie und Praxis muss gemacht werden.
    Sehtest und Erste Hilfe-Kurs musste gemacht werden.
    Mal schaun, wie das wird, wenn sie den BY-Lappen abgeben soll.
    Aber erst übt sie noch für Theorie. Ist also noch nicht so weit.

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    #14442
    0-gravity
    465 Beiträge

    [b]Dirk schrieb:[/b]
    [quote]Meine Frau ist auch bei der Umschreibung dabei.
    Gebühren sind billiger als bei komplett neu machen.
    Keine Pflichtstunden.
    Püfung Theorie und Praxis muss gemacht werden.
    Sehtest und Erste Hilfe-Kurs musste gemacht werden.
    Mal schaun, wie das wird, wenn sie den BY-Lappen abgeben soll.
    Aber erst übt sie noch für Theorie. Ist also noch nicht so weit.[/quote]

    na dann sind wir ja im Parallelflug unterwegs 😀
    Laß uns mal gegenseitig auf dem Laufenden halten, wenn es was Neues gibt.

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    #14443
    Anonym
    83 Beiträge

    Na klar 🙂
    Ich hoffe, dass meine Frau wenigstens die Theorie bis Mitte Juli geschafft hat.
    Dann geht es mit Wohnmobil nach Belarus.

    Hmmm, darf sie mit gültigem BY-Führerschein eigentlich in BY ein Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen fahren???
    Was würde bei einem Unfall die deutsche Versicherung sagen??

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    #14447
    Nanaviki
    136 Beiträge

    Mein Mann wird jedes Mal an der Grenze darauf hingewiesen, dass er (Belarusse) mit seinem dt. Führerschein und dem auf mich zugelassenen Auto, nur fahren darf, wenn ich daneben hocke. Meistens halten wir uns dran. „Meistens“ beginnt ab einer Fahrt zur Kreisstadt.

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    #14453
    traquar
    94 Beiträge

    Bei meiner Frau war das so, dass sie die Prüfungen neu ablegen musste. Zuerst wollte die dann auch den BY Führerschein einziehen, aber da meine Frau noch den LKW-Führerschein (statt Nähen in der Schule hat sie lieber den Führereschein gemacht ;)) in BY besitzt, haben wir damit argumentiert, dass bei einer Abgabe dieser verloren wäre. Und somit hat sie nun beide.

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    #14462
    gromiko
    10 Beiträge

    Ich habe gerade mit großem Interesse gelesen was es für probleme mit de Führerscheinen gibt.Mein Mann ist Belarusse
    und seit 1993 in Deutschland ,haben gemeinsam den Führerschein gemacht.Ich volles Program ,er nur Therorie, 4Fahrstunden und dann Prüfung und Führerschein.Den Weißrussischen hat er noch.
    Seit 2003 fahren wir nach belarus in de Urlaub,mit einem in
    der brd zugelassenen Auto auf mich,aber es fährt immer mein Mann.Es gab bisher nie Probleme weil er mit Deutschem Führerschein fährt.2010 und 20011 wurde er gestoppt weil er zu schnell war, aber auch da gab es wegen dem Führerschein keine Probleme.Ich weiß auch nicht ob er einen Weißrussischen lappen bekommen würde,denn wenn die sehen das er einen PASS hat mit „PP“ dann geht nix,nicht mal eine Prepaid karte fürs Handy.
    Bei den Kontrollen mußte er den Polizisten auch immer den Paß zeigen.

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    #14642
    michael
    42 Beiträge

    servus zusammen,
    also meine frau hat auch ihren weissrussischen führerschein behalten können, mein hinweis auf der führerscheinstelle das ein in belarus ausgestellter führerschein nicht im ausland eingezogen werden dürfe hat dann dazu geführt das es für die damen auf der stelle zu kompliziert wurde.
    nachdem ich dann noch die damen aufforderte sich mit der weissrussischen führerscheinstelle in verbindung zu setzen zwecks einzug der fahrerlaubnis hatsich das proplem ziemlich schnell erledigt also wir haben bereits seit 10 jahren nichts mehr gehört.
    mein tip hartnäckig bleiben der belarusfüherschein sowie der deutsche gehören euch nicht ,sondern dem staat

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    #15301
    Stefan
    23 Beiträge

    Moin!

    Gestärkt du die Beiträge hier, waren wir heut auch mal auf unserer Führerscheinstelle.
    Unsere Situation ist die selbe wie bei meinen Vorrednern. Vorher schon belarussische Fahrerlaubnis gehabt. Dann hier in D. theoretische und praktische Prüfung gemacht. Der belarussischen Führerschein mußte abgegeben werden, damit der deutsche ausgehändigt werden kann.
    Heute dann auf den Amt, wollten wir dann den belarussischen zurück, ohne den deutschen abzugeben.
    Erste Antwort: Geht nicht nicht!
    Wir können gern für’nen Urlaub die Führerschein tauschen aber mehr geht nicht.
    Auf meine Frage , was sie dann machen soll wenn sie mit dem Auto fährt, und dann noch i D angehalten wird?! Antwort: Da müssen sie sich halt was einfallen lassen!
    Auf meine Frage, wo das denn alles steht, wurde mir erst der Paragraf 25 Abs.5 Fahrerlaubnis-Verordnung genannt. Hab ich mir durchlesen und dann gesagt, das sich der Abs. Ja wohl auf verlorende oder abhandengekommende Führerscheine bezieht.
    Dann ist sie mal kurz raus zum Chef.
    Dann kam sie mit Paragraf 31 Abs. 4 Fahrerlaubnis-Verordnung um die Ecke.
    http://www.fahrerlaubnisrecht.de/FeV/FeV31.htm
    Liest sich schon nicht einfach. Könnten sich doch Recht haben? Wäre schon ärgerlich!
    Kann mir jemand noch ein paar Tipps geben?

    Bis dann
    Gruß Stefan

    0
    #15303
    Andreas
    755 Beiträge

    Wie wäre es denn mit diesem Satz:
    [i]
    [b]§ 31 Abs.4 In begründeten Fällen kann die Fahrerlaubnisbehörde davon absehen, den ausländischen Führerschein in Verwahrung zu nehmen oder ihn an die ausländische Stelle zurückzuschicken.[/b][/i]

    Wenn du es richtig begründest hast du vielleicht Glück.

    Gruß
    Andreas

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