Der legendäre französische Biathlon-Läufer Raphaël Poirée erzählte in einem Interview für die Zeitschrift Dagblated über seinen kurzen Einsatz als Trainer bei der belarussischen Nationalmannschaft. Im Jahr 2012 unterzeichnete er einen 2-jährigen Vertrag mit dem belarussischen Biathlonverband und musste ihn im April 2013 vorzeitig beenden.

“Ich traf mich mit dem damaligen KGB-Chef und dem Vorsitzenden des belarussischen Biathlonverbandes Vadim Zaitsev in einer Bar. Um uns herum standen bewaffnete Leibwächter. Wenn du in Belarus über einen Vertragsabschluss verhandelst, dann trinkst du Vodka. Nach 2 Stunden waren wir ziemlich angetrunken. Zatsev sagte dann zu mir: “Du sollst nicht denken, dass KGB heute genau so ist wie früher. Wir töten keine Menschen.” Ich dachte mir: “OK”. Wir tranken weiter und sprachen über den internationalen Terrorismus und andere Themen.”  – teilt seine Erinnerungen Raphaël Poirée.

“Du sollst nicht denken, dass KGB heute so ist wie früher. Wir töten keine Menschen.”

Der Vertrag von Raphaël Poirée fokussierte sich auf die Vorbereitung zu den Olympischen Spielen in Sochi. Aber dem Franzosen wurde schnell klar, dass die von Belarussen gewünschten schnellen Erfolgsergebnisse nicht umsetzbar waren.

“Ich hatte es vor, eine starke Mannschaft für die Zukunft zu trainieren. Aber sie wollten in einem Tag zu Weltmeistern werden. Das war nicht machbar. Nach einem Jahr blieben die entsprechenden Erfolge aus. Und die Stimmung drehte sich gegen mich.”  – so erklärt sich die Sitaution Poirée.

Während seines Einsatzes haben sich die Ergebnisse des belarussischen Nationalteams sogar verschlechtert. Raphaël Poirée vermutet, dass die Entlassung des KGB-Chefs damit zusammenhängen könnte, weil er an Poirée festhielt.

Belarus ist ein Land, das uns 15-20 Jahre hinterher hinkt. Sie hatten Angst vor den neuen Herausforderungen, als ich ihnen meinen neuen Plan vorgestellt habe. Aber das war eine interessante Erfahrung” – erinnert sich Raphaël Poirée.

„Belarus ist ein Land, das uns 15-20 Jahre hinterher hinkt.“

Der Vertrag von Raphaël Poirée wurde frühzeitig im April 2013 in gegenseitigem Einvernehmen beendet. Poirée arbeitete in der Zeit unter anderem mit dem Deutschen Klaus Siebert zusammen, der Anfang April für seine Arbeit vom belarussischen Biathlonverband geehrt und zum Nationaltrainer berufen wurde.

Quelle: Dagblated

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