Wehrpflicht und Wehrüberwachung

Foren BelarusNews Aktuell Anderes Wehrpflicht und Wehrüberwachung
Ansicht von 12 Beiträgen - 1 bis 12 (von insgesamt 12)
  • Autor
    Beiträge
  • #10731
    Maurer
    7 Beiträge

    Die weißrussische Bevölkerung ist ungewöhnlich duldsam und man hört nichts mehr von den Mittwochsdemonstrationen gegen die Regierung, an denen sowieso nur relativ wenig Menschen teilgenommen haben. Wie ich erfahren habe, ist die Versorgungslage katastrophal und selbst Grundnahrungsmittel sind mit der kaputten Währung kaum noch zu bekommen.

    Nach den Umstürzen in Nordafrika scheint das Regime in Minsk sehr nervös geworden zu sein. In Tunesien, wo die Aufstände begannen, wurden die Massenproteste vor allem durch Unzufriedenheit mit Preiserhöhungen und Lebensmittelmangel ausgelöst.

    Eigentlich wollte meine Frau demnächst nach Weißrussland reisen, um ihre schwerkranke Mutter zu besuchen – vielleicht zum letzten Mal. Eben von dieser Mutter hat sie gestern erfahren, dass sie von der Polizei gesucht wird. Ein Polizeioffizier sagte der Schwiegermutter, er habe Informationen, dass meine Frau im Ausland lebt und verlangte dazu Auskunft. Ausserdem soll meine Frau zur Polizei in Minsk kommen, um dort im Zusammenhang mit der Wehrpflicht ihre Fingerabdrücke registrieren zu lassen!

    Welche militärische Auseinandersetzung will Weißrussland mit Hilfe meiner Ü40-Gattin führen???

    Meine bessere Hälfte hat jetzt natürlich Angst vor der geplanten Reise nach Belarus. Die weißrussischen Behörden könnten ihr Schwierigkeiten machen, evtl. die Rückreise verweigern. Gleiches gilt für meinen 16jährigen Stiefsohn, der vermutlich der dortigen Wehrüberwachung unterliegt aber schon seit fast einem Jahr hier in Deutschland lebt.

    Es ist kaum einzuschätzen, wie man sich gegenüber einem unberechenbaren Regime verhalten soll. Batka hat angeblich angekündigt, private Devisenkonten zu sperren und die Grenzen für den Personenverkehr dichtzumachen. Nicht auszuschließen, dass er Belarus a la DDR abriegeln wird.

    Was raten die Kenner von Belarus hier im Forum? Kann die Reise meiner Frau unter den gegebenen Umständen zu riskant sein?

    0
    #10736
    Andreas
    755 Beiträge

    Das gleiche Procedere hat meine Frau auch schon hinter sich.
    Ihre Mutter erzählte uns im Februar das die Polizei da war.
    Als meine Frau im April dann in Belarus war, ist sie zur Polizei und hat dort alles erledigt.
    Kein Grund zur Panik.
    Ausreise war kein Problem.
    Mit Sohnemann sind wir bereits im Januar bei den zuständigen Behörden (Wehrpflicht) gewesen und haben alle Papiere vorgelegt (Meldebescheinigung, Schulbescheinigung).
    War auch alles kein Problem.
    Lass dich nicht verrückt machen.
    Falls deine Frau Fragen hat, gerne per PM an mich. Meine Frau und Sohnemann sind ab dem 03. September wieder hier dann kann ich dir gerne näheres dazu sagen.

    Lieben Gruß
    Andreas

    0
    #10737
    peter09
    390 Beiträge

    [quote]Wie ich erfahren habe, ist die Versorgungslage katastrophal und selbst Grundnahrungsmittel sind mit der kaputten Währung kaum noch zu bekommen.[/quote]

    Ich will bestimmt nichts „schönreden“ bezüglich der Situation in Belarus (lebe selbst überwiegend in Minsk) – aber so eine Aussage grenzt schon an Panikmache ! Auch wenn die Inflation Riesenprobleme verursacht – meine Familie und meine Bekannten gehen Tag für Tag einkaufen und kommen tatsächlich auch mit gefüllten Einkaufstüten nach Hause !

    0
    #10738
    Horst Schlämmer
    163 Beiträge

    [b]peter09 schrieb:[/b]
    [quote][quote]Wie ich erfahren habe, ist die Versorgungslage katastrophal und selbst Grundnahrungsmittel sind mit der kaputten Währung kaum noch zu bekommen.[/quote]

    Ich will bestimmt nichts „schönreden“ bezüglich der Situation in Belarus (lebe selbst überwiegend in Minsk) – aber so eine Aussage grenzt schon an Panikmache ! Auch wenn die Inflation Riesenprobleme verursacht – meine Familie und meine Bekannten gehen Tag für Tag einkaufen und kommen tatsächlich auch mit gefüllten Einkaufstüten nach Hause ![/quote]

    Auch ich habe bei meiner Reise vor 2 Wochen keine Versorgungsengpässe festgestellt. Es war alles zu bekommen, außer Dollar und Euro in den Banken….

    0
    #10739
    Balzams
    57 Beiträge

    „Wie ich erfahren habe, ist die Versorgungslage katastrophal und selbst Grundnahrungsmittel sind mit der kaputten Währung kaum noch zu bekommen.“

    Tut mir leid das ich da auch noch OT eins reinhauen muss, aber solche Aussagen gehen mir sowas von auf den Sack, was soll diese Lügerei immer? Man bekommt hier alles nötige, schwarzer Kaviar ist grad knifflig zu bekommen, guter Fisch auch, aber Fisch gibt es…so als Beispiel.

    0
    #10740
    Maurer
    7 Beiträge

    Vielen Dank, Andreas, für den konstruktiven Beitrag! Ich komme gerne auf das Angebot zurück! karma+

    Was meine Einschätzung der Versorgungslage angeht, wollte ich weder Panik noch Lügen verbreiten und schon gar nicht jemand „auf den Sack“ gehen! Ich habe nur das weitergegeben, was ich aus 2. Hand von dortigen Rentnern und normalen Arbeitnehmern gehört habe, die über keine großen Devisenbestände verfügen!

    Ich wusste nicht, wie gut die Versorgung der Bevölkerung tatsächlich ist und dass es offenbar an nichts fehlt!

    0
    #10741
    Albrecht
    42 Beiträge

    Also hört doch auf mit der Panikmache.Ich war über 2 Wochen im Urlaub drüben.Es gab wirklich alles.Das Wurstangebot war besser wie vor einem Jahr.Auch Fisch und Käse gab es reichlich.Nur die Qualität vom Fleisch war schlechter.Und wenn ich dann noch sehe,das das Fleisch auf der ausgeschalteten Kühltheke auf dem Basar verkauft wird,da geht mir schon der Hut hoch!!! Die Preise sind schon heftig,zum weissrussischen Verdienst ohder der Rente.

    0
    #10742
    Andreas
    755 Beiträge

    In Minsk sieht es bestimmt anders aus als in Polotsk, der Heimatstadt meiner Frau. Engpässe gibt es schon, vielleicht nicht so gravierend weil es meist ausländische Produkte betrifft.
    Schlimm ist, das manche Lebensmittel kaum noch bezahlbar sind. Die Preise expoldieren. Die einzigen die davon profitieren sind die Russen, die in Massen einfallen und die Märkte leerkaufen. Meine Frau sagt das sie mit vollbeladenen Autos Richtung Grenze fahren. Sogar in Bussen kommen sie schon, nur zum einkaufen. Sie kaufen ganze Fleischstände leer.
    Sohnemann wollte sich gerne ein paar belarussische Arbeitshefte für die Schule hier kaufen (wahrscheinlich um ein bisschen anzugeben -wink ) aber als sie den Preis gesehen haben (35.000 BYR) haben sie das gleich wieder ad acta gelegt. Dafür bekomme ich hier 5! Hefte.

    Ich denke, je weiter man von Minsk weg ist, um so gravierender ist es.

    0
    #10743
    Albrecht
    42 Beiträge

    Also hört doch auf mit der Panikmache.Ich war über 2 Wochen im Urlaub drüben.Es gab wirklich alles.Das Wurstangebot war besser wie vor einem Jahr.Auch Fisch und Käse gab es reichlich.Nur die Qualität vom Fleisch war schlechter.Und wenn ich dann noch sehe,das das Fleisch auf der ausgeschalteten Kühltheke auf dem Basar verkauft wird,da geht mir schon der Hut hoch!!! Die Preise sind schon heftig,zum weissrussischen Verdienst ohder der Rente.

    0
    #10744
    chupete
    254 Beiträge

    Da muss ich auch Andreas beipflichten, es liegt sicher immer daran, wo man sich gerade aufhält. In Polotsk fand ich es schon recht gut, was man so an Fleisch und Käse bekommen hat, dagegen sah es rund um Vitebsk richtig schlecht aus (Stand vor < 2 Wochen) Die Russen-Käufe kann ich bestätigen, soviel Fleisch und Wurst, wie die aus den Läden geschleppt haben… und daneben Weißrussen, die sich schon lautstark beschwerten, dass "die" alles wegkaufen. Also Schaschlik war wirklich nicht oft drin und Wurst, ich meine Salami oder Moskovskaja habe ich aus Minsk mitbringen müssen, da dort über 2 Wochen KEIN Angebot vorhanden war.
    Also immer locker bleiben, keiner will hier Panik machen, aber wer mir erzählen will, dass überall alles Friede, Freunde, Eierkuchen ist, der verschließt seine Augen vor der Realität.

    0
    #10745
    Schlamm
    87 Beiträge

    Wie wäre es wenn alle zum eigentlich Thema zurückkommen? Denn es ging ja eigentlich nicht um die umstrittene Versorgungslage, da kann man ja n neues Thema zu aufmachen und da diskutieren,sondern um die Wehrpflicht und Wehrüberwachung. Dann könnte man hier auch helfen und keine sinnlose Diskussion führen -wink

    0
    #11875
    Nanaviki
    136 Beiträge

    Vorige Woche in Belarus klingelte bei uns das Telefon, eine Frau von der Gemeindeverwaltung wollte dringend meinen Mann sprechen. Ich ahnte nichts Gutes. Letztendlich haben die gesagt, er soll sich am 2.11.11 im Woienkomat (Kriegskomissariat) melden und seine Fingerabdrücke abgeben. Die wollten nicht wissen, wie lange wir da sind. Er ist gleich am selben Tag dort angetanzt. Ein Typ in Uniform sagte: „Du brauchst keine Angst zu haben, du gehörst zu unserer Mannschaft.“ Warum „Du“ warum „Angst“??? Als mein Mann selbstbewusst aufgetreten ist, wurde der Typ schon freundlicher. Die üblichen blöden Fragen: Wo gefällt es dir besser, in Deutschland oder bei uns? Wieviel verdienst du? Bist du ein Flüchtling?…Die haben seine Akte sogar die Adresse seines deutschen Arbeitgebers geschrieben (denken sie jetzt jedenfalls -tonque ). Unsere Kinder und ich wir standen schon drin, obwohl keiner von uns jemals bei dieser Behörde war.

    Er bekam einen Zettel und hat bei der Miliz seine Handabdrücke abgegeben. Als Erklärung wurde irgendeine Verordnung aus dem Verteidigungsministerium zitiert. Übrigens hat nicht die Miliz und auch nicht die Sekretärin im Woienkomat nach dem Pass verlangt. Darauf hinzuweisen haben wir verzichtet, man muss die Typen nicht unnötig reizen.

    0
Ansicht von 12 Beiträgen - 1 bis 12 (von insgesamt 12)

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.