USA-Bild der Menschen in Weißrußland

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  • #390
    GroM
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    [i]Ich habe vor kurzem eine Anekdote aus den 1980er Jahren erzählt bekommen. Es geht darum, dass der Erzähler Betriebsarzt war und in der Werkszeitung die Ergebnisse einer selbst durchgeführten Untersuchung/Befragung über den Gesundheitszustand der Belegschaft publizieren wollte. Als er mit disem Vorhaben beim Chefredakteur landete, wies dieser das Vorhaben strikt ab unter der Begründung: „Bedenken Sie: Reagan liest das mit!“[/i]

    [b]Welches Bild der USA herrscht aber heute, 15 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges in BLR, laut Condoleeza Rise „einem Vorposten der Tyrannei in der Welt“? [/b]

    Inwieweit ist es von alten Vorurteilen, Propaganda geprägt? 👿

    Verbinden die Jugendlichen die USA als Symbol für Freiheit?( Ein Begriff, der von der aktuellen US-Administration für zweifelhafte Zweke mißbraucht wird, trotzdem wurde Bush heute jubelnd in Bratislava empfangen) Gilt doch einer der wenigen McDonalds-Restaurants in Minsk als DER Treffpunkt von Jugendlichen.(Oder?) 🙄

    [b]Wiederum eine andere Frage: muss ein Belarus-begeisterter Westeuropäer antiamerikanische Vorurteile hegen?[/b]

    [i]Über zahlreiche Antworten würde ich mich sehr freuen!
    [/i]

    Als weitere Anregung diese Karikatur von Greser&Lenz(siehe Bildunterschrift!):
    [img]http://www.faz.net/imagecache/%7B9DE89E0F-AA3A-49F2-BBB6-073FDBD10BCB%7Dpicture.jpeg[/img]

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    #391
    GroM
    4243 Beiträge

    Hallo, Jugeen!
    Unter den Vertretern der älteren Generation sind wohl diejenigen vorzufinden, die sehr stark gegen Amerika, also USA, vorurteilt sind. Sie haben noch in der Zeit der Sowjet-Union es gelernt, dises Land zu hassen. Allerdings kam dann für uns die Zeit der großen Wende, es gab keine Sowjet-Union mehr; alles, was man füher für richtig und gut gehalten hatte, versuchte man mit einem Schlag zu widerlegen. Übertragen gesagt, haben sich USA in einer Nacht aus einem Todesfeind in ein freundliches Land verwandelt. Und die Menschen, die fast ihr ganzes Leben lang USA nur als Feind betrachtet hatten, hatten es verständlichersweise schwer mit dieser Tatsache klarzukommen. Viele davon haben diesen unbewußten Haß gegen USA bisher nicht überwunden – jetzt ist es übrigens nicht mehr nötig, da die USA neuerdings wieder als Feind №1 erklärt worden sind. Wahnsinnig! Nicht wahr?

    Unter den Jugendlichen habe ich bis jetzt nur wenige getroffen, die bewußt antiamerikanisch gestimmt waren und ihre Meinung nachvollziehbar ergründen konnten.
    Obwohl die USA ihren heiligen Schein als ein Land der absoluten Freiheit zum Teil schon eingebüßt haben, bleiben die Staaten sowieso für viele Menschen alleine durch ihre wirtschaftliche Stellung in der Welt und somit ein hohes Lebensniveau ebenso verlockend.
    Es gibt in Weißrussland so genannte Work-and-Travel-Programme für Stundenten. Viele gehen jeden Sommer über diese Programme nach Amerika, viele kehren auch nicht zurück. Vor 2,5 Jahren nahm ich selbst an so einem Programm teil, ich kehrte nach vier Monaten Aufenthalt zurück, 2 Bekannte von mir – nicht. Beim Antworten auf die Frage „Illegalität in Amerika oder Realität in Belarus?“ entscheiden sich leider viele für deren erten Teil. Das besagt also genug, was für ein USA-Bild in den Köpfen von Jugendlichen herrscht.

    Die Propaganda-Leute, die dafür sorgen, die USA in in ein schlechtes Licht zu rücken, werden meiner Meinung nach Pech haben. Die werden keinen überzeugen können. Erstmal, weil sie selbst nicht glauben, was sie sagen. Sie würden als erste nach Amerika gehen, sobals sich die Gelegenheit dazu anbiete.
    Dima

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    #545
    AluFranz
    33 Beiträge

    [b]Wiederum eine andere Frage: muss ein Belarus-begeisterter Westeuropäer antiamerikanische Vorurteile hegen?[/b]

    Ich bin ein BELARUS – begeisterter Westeuropäer und meine Vorbehalte gegenüber den USA würde ich nicht als Vorurteile bezeichnen. Bei allem, was die Amerikaner tun, haben sie immer nur ihren eigenen Profit und Vorteil im Auge. Sie haben die Ungarn im jahr 1956 zu einem Aufstand gegen die Rote Armee ermuntert und sie dann erbärmlich im Stich gelassen. Sie haben im Irak Massenvernichtungswaffen erfunden, um sich das Erdöl einzuverleiben. Sie sollen sich gefälligst von Belarus fern halten.

    Natürlich, Belarus ist ein zutiefst europäisches Land. Und die Europäer sind aufgefordert, alle in ihrer Macht stehenden Maßnahmen zu ergreifen, um dem Volk der Belarussen mehr Freiheit und Selbstbestimmung zu ermöglichen.

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    #552
    GroM
    4243 Beiträge

    😯

    „Die Amerikaner“ zu sagen ist schon ein [i]krasses[/i], in der Vergangenheit von vielen Seiten ausgeschlachtetes [i]Vorurteil[/i], lieber AluFranz.

    Außerdem sollte man als Westeuropäer nie so selbstgerecht sein, „die Amerikaner“ willkürlich an den Pranger zu stellen und dabei zu vergessen, dass wir in diesen Monaten 60 Jahre Befreiung Europas durch alliierte Kräfte feiern!

    Ich möchte also weder über 1945 noch 1956 reden. Meine Frage bezieht sich allein auf HEUTE. ❗

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    #555
    AluFranz
    33 Beiträge

    Zugegeben: „die Amerikaner“ ist eine unzulässige Verallgemeinerung. Beschränken wir es also auf die Bush – Administration. Und da gibt es sehr wohl viel Negatives anzumerken, auch und gerade jetzt – 2005!!

    Die Verdienste Amerikas bei der Befreiung Europas in allen Ehren. Aber das kann kein Grund dafür sein, dass vom „Alten Europa“ die Beteiligung an einem Krieg eingefordert wird, dessen vorgeschobenen Gründe nichts als Lügen sind.

    Aber wir sollten hier ja über BELARUS reden:

    Ich meine (und das entspricht praktischer Erfahrung), dass eben nicht markige Sprüche – [size=4]“Vorposten der Tyrannei …“ [/size]Veränderung herbeiführen, sondern der persönliche und freundschaftliche Kontakt mit den Menschen aus Belarus.

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    #556
    GroM
    4243 Beiträge

    [quote]Aber wir sollten hier ja über BELARUS reden:

    Ich meine (und das entspricht praktischer Erfahrung), dass eben nicht markige Sprüche – [size=4]“Vorposten der Tyrannei …“ [/size]Veränderung herbeiführen, sondern der persönliche und freundschaftliche Kontakt mit den Menschen aus Belarus.[/quote]

    Bravo ❗
    Endlich schreibt hier jemand etwas konstruktives, anstatt zu polemisieren.

    Und auch mein Appel an die Diskussionsteilnehmer: lasst doch die USA in Ruhe! Wir wollen hier gemeinsam nach Lösungen für Belarus suchen.

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    #590
    GroM
    4243 Beiträge

    Habe auf Radio Svaboda einen Bericht über die Nordamerika-Reise von Lyavon Volsky gehört. Er hat dort die Diaspora getroffen, hat Konzerte gegeben, war sogar in New York.

    Zur Diaspora wurde gesagt, es gebe zwei große Gruppen, nämlich die „Alten“, wriklichen Emigranten, die schon eine Art „Community“ aufgebaut haben und die jugendliche Generation, meistens Studenten, die direkt aus BLR kommen. Die junge Generation würde sich aber um das Erbe der Alten nicht kümmern wollen. NA ja, wie auch immer.

    Volsky hat sich geäußert, natürlich , zum „ganz anderen Lebensstandard“, New York als Multi-Kulti-Metropole…

    Dann wurde noch viel von Identitätsstiftung durch Musik geredet, die Weißrussen hätten leider keine großen Stars wie die Ukrainer, etc. etc.

    🙄

    0
    #724
    GroM
    4243 Beiträge
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