Präsidentschaftswahlen 2006 – wer, wie, was?

Foren Politik Präsidentschaftswahlen 2006 – wer, wie, was?
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  • #1711
    Nitay
    128 Beiträge

    Hallo zusammen,

    ich danke Dir, Reisefreund, für Deine Antwort. Ich kann Dir erstaunlicherweise in Großem und Ganzem zustimmen. 😕 Tja, ich mag es nicht, wenn die Menschen zusammengeschlagen und ohne jegliche rechtliche Grundlage verhaftet werden. Genauso, wenn ihre Würde verletzt wird. Und das steht nicht zur Debatte, oder?!

    http://charter97.org/eng/news/2006/03/11/sos

    Schönen Abend noch!

    Nitay

    0
    #1724
    GroM
    4243 Beiträge

    Hier ein schöner Artikel aus der polnischen Rzeczpospolita, geschrieben vom ex- Botschafter Polens in Belarus.

    Falls es Interesse gibt, könnte ich den Artikel Abends mal schnell übersetzen- jetzt habe ich keine Zeit…..

    [i][Admin: Die Übersetzung folgt weiter unten! ][/i]

    0
    #1725
    GroM
    4243 Beiträge

    Tja, P.Demitra -> ich fürchte eine Übersetzung wird hier definitiv benötigt. 😉
    Danke für die Nachrichten und die Mühe!

    0
    #1733
    GroM
    4243 Beiträge

    Wahlen im Land der Partisanen

    Rzeczpospolita 2006-03-13

    Auf den Strassen, Basaren, in den städtischen Autobusen und in den Zügen haben die Menschen […]

    [i](Admin: Der übersetzte Artikel inkl. Korrekturen wurde weiter unten gepostet. Die 1. Version hier wurde daher gelöscht! ) [/i]

    0
    #1734
    GroM
    4243 Beiträge

    Ich habe den Text in einem Stück – unterbrochen durch ein längers Telefongespräch- seit 18.30 in einem Stück übersetzt, obwohl ich soviel andere Verpflichtungen habe- eigentlich verrückt…. Wahrscheinlich die Liebe zu meiner Liebsten…. 😀
    Ich denke, dass dieser Artikel es wert war, da er sehr gut geschrieben ist……

    0
    #1737
    GroM
    4243 Beiträge

    Hallo "P.Demitra" und vielen Dank für den hochinteressanten Artikel aus der "Rzeczpospolita"! Es fällt mir ehrlich gesagt schwer, diesem plötzlichen "Stimmungswandel" Glauben zu schenken, aber da Mariusz Maskiewicz bis 2002 als Botschafter in Minsk akkreditiert war, besitzt sein Bericht selbstverständlich eine weitaus größere Glaubwürdigkeit als das "Geschreibsel" unserer Presse! Wenn da natürlich auch ein Rest an Zweifel bleibt, ob da nicht "der Wunsch der Vater des Gedankens" ist. Immerhin habe ich bis jetzt auf keiner Website, auch nicht auf der von Milinkiewitsch oder Kozulin, Fotos von den "Hunderten" oder gar "Tausenden" von Unterstützern gesehen!?! An der Rücksichtnahme auf das Publikum dieser oppositionellen Veranstaltungen kann es ja nicht liegen – die werden ja von den "Men in black" eh gefilmt 😉
    Trotz alledem (aus meiner Sicht wohlgemerkt) sehr beunruhigend 😥 Was ist bloß mit "unseren Rot-Grünen" los??? Die werden uns doch wohl "am Neunzehnten" nicht im Stich lassen??? Denn eines ist doch (bis auf "GroM" und "Nitay" allen klar (sorry, aber mittlerweile kennt ihr mich ja 😉 ): "Luka muss Präsident bleiben!" – oder??? ❓

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    #1738
    fabmatti
    245 Beiträge

    [quote]"Luka muss Präsident bleiben!" – oder??? :?:[/quote]
    Meinetwegen kann er das ja auch bleiben, auch auf Lebenszeit. ABER nur wenn er Meinungsfreiheit, gleiches Recht für alle und all die anderen Grundwerte, die wir ja auch in unserem Grundgesetz in den ersten 10 Artikeln haben, einführt und zusichert. Und er soll diesen dämlichen Visazwang abschaffen…

    Ich denke mal, dass das für den "Anfang" genug Forderungen sind, die er umsetzen soll, oder?

    0
    #1741
    GroM
    4243 Beiträge

    Hier eine kleine Korrektur der Übersetzung (Tippfehler etc.)

    Wahlen im Land der Partisanen

    Rzeczpospolita 2006-03-13

    Auf den Strassen, Basaren, in den städtischen Autobusen und in den Zügen haben die Menschen begonnen laut zu sprechen und sich eine Meinung zu bilden, ob sie mit Lukaszenka so gut bedient seien.
    Als ich vor einigen Monaten gefragt wurde, für wie wahrscheinlich ich eine farbige Revolution in Belarus halten würde, antwortete ich folgendermassen: "Bitte die nächste Frage." Noch vor einem Monat könnte ich mich dahingehend äußern, dass die belarussische Opposition- leider – ein weiteres Mal eine Niederlage erleidet, welche die Gesellschaft noch mehr von der Demokratie entfernt und der Öffnung gegenüber der Welt. Heute, zu Beginn des Märzes 2006 besitze ich nicht mehr diese Gewissheit.

    Belarus erwacht

    In den vergangenen Tagen schaue ich auf die Ereignisse in Belarus mit wachsendem Erstaunen.
    In den Provinzstädten kommen zu den Treffen mit den unabhängigen Kandidaten hunderte, in den letzten Tagen sogar tausende Leute. Und dies trotz einer ungemeinen Repression durch die Sicherheitsorgane, der Verfolgung der Mitglieder und Sympatisanten der Stäbe von Alexander Milinkiewicz und von Alexander Kazulin, ganz zu schweigen von behördlichen Behinderungen und Provokationen, mit dem Schicken von Schlägern und dem Schlagen von Anhängern der Opposition.
    Eines scheint gewiss – es ist eine grosse nationale Disskussion entbrochen, welche in den offiziellen Medien keinen Wiederhall findet. Dafür fragen sich viele in den Strassen, Basaren, städtischen Autobusen laut, ob sie es wirklich so gut mit Lukaszenka hätten.
    Womöglich ist noch nicht die Zeit gekommen, in welcher es zu einem Regierungswechsel kommen wird, allerdings alleine der Fakt, dass die belarussische Gesellschaft begonnen hat mit dem Kopf aufrecht zu gehen, ist schon sehr bedeutend.
    Ich habe in diesem Land von 1994 bis 2002 gearbeitet.
    Ich bin kreuz und quer durch Belarus gereist. Ich kenne fast alle bedeutenden Politiker, Journalisten, Schriftsteller, Schauspieler und ebenso viele Beamte.
    Die Nachrichten, welche uns jetzt aus Belarus erreichen, Informationen von belarussischen Internetseiten, Fotos und Schilderungen von Veranstaltungen verändern meine Sicht auf dieses Land und diese Nation.

    Oppositionskandidat

    Alexander Milinkiewicz lernte ich 1991 kennen.
    Unheimlich ähnlich sind die Schicksale seine und meiner verwandschaftlichen Vorkommen. Der Grossvater nahm an der Januaraufstand teil, der Grossvater in den 20iger Jahren des 20. Jahrhunderts saß im Rat der Republik Belarus und der Vater – ein belarussischer Leher in der Provinz studierte in Warschau und arbeitete eng mit Janusz Korczak zusammen.
    Milinkiewicz selbst ist Physiker, aber mit der gleichen grossen Gewanntheit kann er über Kunst, Architektur und Musik sprechen.
    Er war stellvertretender Bürgermeister von Hrodna. Er hat der Stadt ein historisches Bewusstsein wiedergegeben. Er gehört einer ortodoxen Familie an, aber wie selten zuvor jemand hatte er gute Beziehen mit den städtischen katholischen Geistlichen, er unterstützte die Protestanten in der Entwicklung ihrer Gemeinschaft und jüdische Gemeinden in der Wiedererichtung von Synagogen.
    Dank seiner Aktivität in Hrodna konnten sowohl Polen, wie auch Juden, Tataren, Russen, Ukrainer, Litauer und die handvoll Deutschen ihren Teil des Bewusstseins in der Stadt finden.
    Im Jahre 1996, als der Präsident Lukaszenka die kumunale Behörde "säuberte" wurde Milinkiewicz gekündigt. Seit dieser Zeit ist er ununterbrochen in Nichtregierungsorganisationen tätig, welche die Medien, Selbstverwaltungen, das kulterelle und gesellschaftliche Leben unterstützen.
    Im Jahre 2001, während der Präsidentschaftswahlen wahr er Wahlkampfleiter von Siemion Domasz, welche die vereinigte Opposition in der letzten Sekunde aus dem Wahlkampf nahm. Heute ist er selbst Kandidat.
    Für viele seiner Anhänger in den Regionen ist sein Vorteíl vor allem der, dass er nicht aus Minsk stammt und kein der politischen Formationen repäsentiert.
    Einen sehr guten Eindruck machten seine Interviews für Euronews, welche in lokalen Kabelnetzen empfangbar waren sowie seine Rede vor dem Europarat.
    Das erste Mahl können sich die Belarussen stolz fühlen, dass ihr Kandidat in der Welt besser angenommen wird als der jetzige Präsident

    Ein Appel an die Wahlkampfmannschaft

    Alexander Kazulin ist der 2. Rivale von Lukszenka.
    Die Belarussen werden sich an seinen TV – Auftritt am 22. Feb. noch lange erinnern. Ausser natürlichen Wahrheiten über die Notwendigkeit der Modernisierung des Staats, des Ausbaus der bürgerlichen Freiheiten usw., sprach Kazulin öffentlich über Gelder, welche der jetzige Präsident über den illegalen Waffenhandel verdient, über verschwundene (ermordete ?) Politiker und ebenso über die Frau von Lukaszenka – von welcher alle wissen, dass sie nicht mit ihrem Mann zusammen sein möchte und an ihrem Familiensitz geblieben ist. Genauso sprach er davon, dass die Mutter seiner Geliebten einen Ministerposten bekommen hat – als Gesundheitsministerin. Er sprach ebenfalls über die Söhne von Lukaszenka, welche trotz ihres jungen Alters und des Fehlens von Erfahrungen schon heute Schlüssepositionen im Staat bekleiden.
    Der ältere Sohn Wiktor verteilt die Karten im Sicherheitsrat, seine Generäle belehrend und zurechtweisend, der jüngere Sohn führt wiederum den reichsten Sportklub im Lande, in dem sich die Kader und Geschäftsgrössen aus der nächsten Umgebung von Lukaszenka in Intriegen ergehen
    Alexander Kazulin wusste, was er sagt. Schließlich war er noch vor nicht als zu langer Zeit selbst ein Mitglied der Mannschaft Lukaszenkas.
    Selbst räumte er ein, dass er im Jahre 2001 an Wahlfälschungen teil nahm und weiss, wie die Stimmen "gezählt" werden. Er weiss auch, dass bei freien Wahlen Lukaszenka weiterhin in der Stichwahl eine reelle Chance hätte seine Wiederwahl zu erreichen.
    Die Frage ist nur, ob solche freie Wahlen jemand ermöglichen könnte, der Suma Sumarium einige unangenehme Führer und Aktibvisten der Opposition gegen sich hat und ebenson täglich seine eigenen Minister demütigt und seine Generäle vor den Untergebenen lächerlich macht.
    – Dies alles wissend, wandelte Kazulin seinen TV – Auftritt in einen offenen Appel an die Bematen und an die nächste Umgebung von Lukaszenka:
    "Hört auf euch zu fürchten, haltet ihn auf, es ist nicht wert weiter auf ihn zu setzen…!"

    Lukaszenka schickt sich an zu Felde zu ziehen….

    Wie antwortet der ums Überleben kämpfende Präsident?
    Am 2. März erschien auf der Internetseite der Bürgerpartei
    ( http://www.ucpb.org)
    ein Brief von einer Funktionärsgruppe des KGB, in welcher sie den Wahlplan des Stabes von Lukaszenka offenlegten. Er ist einfach wie eine Kampfanleitung. Die gesamte Administration würd auf die Beine gestellt, und eine Woche vor dem 19. März hat der Stab Tag und Nacht zu walten. Die Leitenden erhlten alle Instrumente um den Kriegszustand auszurufen, die Mobilisierung anzuordnen, Verhaftungen durchzuführen und im erforderlichen Falle – die Verbindungsmittel, Strom und das Internet auszuschalten.
    Die Opposition soll des Terrorismus angeklagt werden, und aus diesem Grunde sollen die Millitz und die Spezialeinheiten den Medien die vorgefundenen Waffen, Narkotikas, Dollarscheine und anderes Revolutionsaccesior zeigen. Im Falle, dass Massendemonstrationen drohen soll der öffentliche Nahverkehr angehalten werden sowie das Verbot des Zugverkehrs und Autobusverkehrs über die zentralen Stationen der Hauptstadt.
    Noch vor einem Monat war geplannt die Mehrzahl, der sich der Unterstützung der Opposition verdächtig machenden im Alter von 18 bis 50 Jahren in Gewarsam zu nehmen.
    Es zeigte sich allerdings, dass für so eine grosse Anzahl von Leuten die Zellen nicht ausreichen.
    Die Studenten und Schüler stehen in der Zeit der Wahlwoche unter der speziellen Aufsicht der Schuldirektionen und der Direktionen anderer Bildungseinrichtungen. Die Direktionen von Betrieben wurden zu der Überzeugung von Arbeitern für Lukaszenka zu stimmen, verpflichtet.

    Angst vor der Revolution

    Es gibt natürlich keine Gewissheit, dass der im Internet von KGB Funjtionären publizierte Brief auch Authenzität besitzt, aber es ist von einer grossen Wahrscheinlichkeit eines solchen Scenarios auszugehen. Davon zeugen auch die mit aller Härte durchgeführten Repressionen gegenüber der Opposition.
    Mann kann also vorraussehen, dass im Falle, wenn sich die 2 unabhängigen Kandidaten vereinigen könnten, würde es gelingen einige zehntausend Menschen auf dem zentralen Platz in Minsk zu versammeln- dannn hätten wir es mit einer Revolution zu tun. Nicht zufällig brachte auch Milinkiewicz zu tage, dass er mit Führern der Eingreifstrukturen
    und konnte vernehmen, dass falls an diesem Wahlabend 10000 Leute kommen, dann werden sie geschlagen und auseinandergetrieben, falls allerdings 100000 kommen, dann werden wir uns ihnen anschliesen…

    Vor einer Revolution fürchtet sich nicht nur Lukaszenka, sondern auch Moskau, von seiner politischen und logistischen Unterstützung er ausgehen kann. Der Plan strategische russische SS – 300 Raketen in Belarus zu stationieren, langjährige Verträge Militärbasen betreffend, als auch die strategische Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Öl und Gastransits, sowie Übernahmen weiterer Sektoren der belarussischen Wirtschaft durch die russische Geschäftswelt – das alles gibt Lukszenka eine starke Authorität. Die Frage bleibt nur, ob der Einsatz von Einsatztruppen ebenfalls in Einklang mit Russland ist. – Eine hundertprozentige Gewissheit wird es nicht geben. Es ist allerdings gewiss, dass im Herbst des letzten Jahres in Moskau sich Milinkiewicz mit Vertretern der Administration von Putin getroffen hat und wie aus seiner Richtung verlautet, hätten die russischen Gesprächspartner ihn mit einer gewissen Skepsis betrachtet, allerdings mit einer gewissen Dossis Sympathie.
    Sie würden sich natürlch lieber jemanden wünschen, der sehr prorussisch agiert, allerdings soll Milinkiewicz ihnen zugesichert haben, dass er mit seiner orthodoxen Erziehung sowie seinem Pragmatismus einen glaubwürdigeren Partner als der derzeitige Präsident darstellen würde, der den russischen Präsidenten nicht nur einmal in eine schwierige Situation manövriete.

    Ein Land von Partisanen

    In Belarus hat der Begriff "Partisan" nicht nur eine historische Dimension. Das ist eher eine gewisse Lebensweise, Technik des Überdauers. Über dieses Land sind viele Armeen hereingebrochen, es hat viele Okupationen gesehen, deswegen ist das Verstecken und das Maskieren eine Kunst, die hier zu Perfektion getrieben wurden. Falls du Dich mit einem Belarussen
    unterhälst, dann freue dich nicht zu früh, wenn er deine Ansichten teilt. Es ist nur ein Ausdruck von Respekt und Vorsicht.
    Der Partisanen Mythos wurde über viele Jahre durch die sowjetische Ideologie ausgenutzt, allerdings hat ihm die jüngste Generation neue Bedeutungen hinzugefügt. Es entstanden Underground – Rockgruppen, Literaturzeitschriften und eine eigenartige Subkultur, in welcher das "Partisanentum" eine Hauptidee ist, ein Paradigmat, welches hilft die Seele des gegenwertigen Belarussen zu verstehen.
    Wenn Lukaszenka meint, dass er von der Seele diese Landes besitz ergreifen konnte, so kann er sich schon in Kürze einem dramatischen Irrtum erliegen;
    falls sie im Kreml glauben, dass Belarus irgend so ein Anhängsel an Russland ist, dann werden sie sich schon in Kürze überzeugen können, dass sie sich sehr geirrt haben. Falls Europa über Belarus in den Kategorien einer sowjetischen Kolchiose denkt, dann kann es sich schon in Kürze davon überzeugen, wie sehr es sich täuschte.
    Es bleibt nur eine Frage offen, on die belarussischen Partisanen an dem Sonntagabend, dem 19.März auf die Strassen von Minsk gehen und ihren Unzufriedenheit demostrieren. Und natürlich die Hoffnung, dass dies eine ruhige Demonstration ohne Blutvergießen wird.

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    #1742
    GroM
    4243 Beiträge

    [quote]Denn eines ist doch (bis auf "GroM" und "Nitay" allen klar (sorry, aber mittlerweile kennt ihr mich ja 😉 ): "Luka muss Präsident bleiben!" – oder??? :?:[/quote]
    Mit dieser Aussage, Reisefreund, befürwortest du Repressionen gegen Andersdenkende, die Verfolgung und Schließung nichstaatlicher Initiativen und Organisationen, die Ausgrenzung und Vertreibung intellektueller, freiheitlich denkender Menschen, Abschaltung jeglicher Denkprozesse in der Bevölkerung und Ausrottung jeglicher Alternativen im Leben. Im Endeffekt äußerst du dich für die Abgabe bzw. Verzicht auf grundlegende Freiheiten und Menschenrechte und Installation eines totalen Diktates, das quasi vom Volke ausgeht und alle in einer Kolonne marschieren lässt. Und das alles als Preis für die Gewährleistung der Stabilität, der Ordnung und eines gewissen Wohlstandes, der nicht auf der Arbeitsleistung, sondern Loyalität und Unterwürfigkeit basiert. Oder???

    PS: Am Wochenende hatte ich die Möglichkeit das Thema um Belarus mit einem alten Mann zu besprechen, der zu Kriegszeiten als 14-jähriger Knabe bei der Hitlerjugend dabei war. Er sagte mir lediglich: das erinnert mich sehr stark an damals. Furchtbar, oder?

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    #1743
    GroM
    4243 Beiträge

    [quote][quote]Denn eines ist doch (bis auf "GroM" und "Nitay" allen klar (sorry, aber mittlerweile kennt ihr mich ja 😉 ): "Luka muss Präsident bleiben!" – oder??? :?:[/quote]
    Mit dieser Aussage, Reisefreund, befürwortest du Repressionen gegen Andersdenkende, die Verfolgung und Schließung nichstaatlicher Initiativen und Organisationen, die Ausgrenzung und Vertreibung intellektueller, freiheitlich denkender Menschen, Abschaltung jeglicher Denkprozesse in der Bevölkerung und Ausrottung jeglicher Alternativen im Leben. Im Endeffekt äußerst du dich für die Abgabe bzw. Verzicht auf grundlegende Freiheiten und Menschenrechte und Installation eines totalen Diktates, das quasi vom Volke ausgeht und alle in einer Kolonne marschieren lässt. Und das alles als Preis für die Gewährleistung der Stabilität, der Ordnung und eines gewissen Wohlstandes, der nicht auf der Arbeitsleistung, sondern Loyalität und Unterwürfigkeit basiert. Oder???

    PS: Am Wochenende hatte ich die Möglichkeit das Thema um Belarus mit einem alten Mann zu besprechen, der zu Kriegszeiten als 14-jähriger Knabe bei der Hitlerjugend dabei war. Er sagte mir lediglich: das erinnert mich sehr stark an damals. Furchtbar, oder?[/quote]

    Danke für die Veröffentlichung – leider sind mir noch 2-3 Kleinigkeiten aufgefallen…. An der Stelle mit Damasz – statt der – den
    und an der Stelle mit den gemeinsamen verwandschaftlichen Hintergründen:
    soll es nicht 2-mal Grossvater heißen, sondern an der 1. Stelle- Urgrossvater…..

    Noch eine Ergänzung zum 1. Auftritt von Kazulin im TV

    Er soll auch gesagt haben, dass er Beweise hätte, das der jüngste Sohn von Lukaszenka einen Mord an einem belarussischen Eishockeystar in einem Spielkasino begangen hätte….
    Dieses und andere Fragmente wurden natürlich zensiert….

    Jüngste Neuigkeiten:

    Weitere Verhaftungen, Schicksal von Poczobut ungeklärt und es wurde ein minderjähriger Ukrainer aus Djneptopetrowsk festgenommen (auf der Veranstaltung…)! Unglaublich…. Insgesamt sind noch 6 Ukrainer inhaftiert…. es wird berichtet, dass sie vulgär beschimpft und geschlagen werden…..

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    #1744
    GroM
    4243 Beiträge

    Danke – alles korrigiert!

    Mir fällt noch ein:
    Die volle Index-Liste mit allen bei belarusnews.de veröffentlichten Beiträgen zum Thema "Wahlen 2006" findet ihr hier:

    [url]http://www.belarusnews.de/wahlen_2006_full.php[/url]

    [size=1](Kommentar: Fängt mit April 2005 an) [/size]

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    #1745
    fabmatti
    245 Beiträge

    [quote]Danke – alles korrigiert!

    Mir fällt noch ein:
    Die volle Index-Liste mit allen bei belarusnews.de veröffentlichten Beiträgen zum Thema "Wahlen 2006" findet ihr hier:

    [url]http://www.belarusnews.de/wahlen_2006_full.php[/url]

    [size=1](Kommentar: Fängt mit April 2005 an) [/size][/quote]
    Wie ist es am Wahlsonntag mit ´nem Newsticker? Ist sowas angedacht?
    Maxim, haben ein paar deutsche Medien Interesse an der Wahlparty in Berlin bekundet, irgendein Fernsehsender oder eine größerere überregionale Zeitung?

    Grüße
    Matthias

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    #1747
    GroM
    4243 Beiträge

    [quote][quote]Danke – alles korrigiert!

    Mir fällt noch ein:
    Die volle Index-Liste mit allen bei belarusnews.de veröffentlichten Beiträgen zum Thema "Wahlen 2006" findet ihr hier:

    [url]http://www.belarusnews.de/wahlen_2006_full.php[/url]

    [size=1](Kommentar: Fängt mit April 2005 an) [/size][/quote]
    Wie ist es am Wahlsonntag mit ´nem Newsticker? Ist sowas angedacht?
    Maxim, haben ein paar deutsche Medien Interesse an der Wahlparty in Berlin bekundet, irgendein Fernsehsender oder eine größerere überregionale Zeitung?

    Grüße
    Matthias[/quote]

    Hallo Matthias.
    Nein, Newsticker wird es bei Belarusnews leider nicht geben. Ich werde einfach (wegen der Wahlparty in Berlin) nicht dazu kommen. 🙁 Schade eigentlich, ich weiß – wäre eine gute Sache.

    Ich werde dennoch wahrscheinlich versuchen direkt aus der Location in Berlin (Brotfabrik) zu berichten. Es wird einen "exit-poll" in Berlin (belarussische Botschaft) geben – der kommt ebenfalls (hoffentlich noch am Sonntagabend) auf die Website! Dann könnt ihr also schon am Sonntag sehen, wie die Belarussen in Deutschland (Berlin) abgestimmt haben! 🙂

    Wegen der Presse: Deutsche Welle und Radio Svaboda haben bereits berichtet und werden am Sonntag zuschalten. Fernsehesender – ähm, wird es keinen geben. Wir haben in Berlin Leute, die für PR verantwortlich sind – ich weiß nicht wer noch informiert wurde. Berliner Presse und belarussische Online-Medien auf jeden Fall!

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    #1749
    Nitay
    128 Beiträge

    [quote] Immerhin habe ich bis jetzt auf keiner Website, auch nicht auf der von Milinkiewitsch oder Kozulin, Fotos von den "Hunderten" oder gar "Tausenden" von Unterstützern gesehen!?! [/quote]

    Da kannst du das, wenn du willst:
    http://charter97.org/bel/news/2006/03/11/am

    Übrigens finde ich deine ständigen im Zusammenhang mit der Wahlen in Belarus Sticheleien gegen deutsche Presse unbegründet und absurd. Oder sagst du einfach, welche der auf dieser Seite veröffentlichen Beiträge unglaubwürdich wären.

    Nitay

    0
    #1755
    GroM
    4243 Beiträge

    gerade läuft auf Svaboda eine LIVE – Reportage über eine Wahlveranstaltung aus Homel…
    6000 Menschen haben sich versammelt und es werden noch mehr….. mit blauen Ballons ausgerüstet z.T.
    Sie rufen: "Milinkiewicz, Milinkiewcicz…."
    Er spricht über Haftungen…..
    KGB ist auch anwesend….

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