Präsidentschaftswahlen 2006 – wer, wie, was? TEIL 2 – Danach

Foren Politik Präsidentschaftswahlen 2006 – wer, wie, was? TEIL 2 – Danach
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    Beiträge
  • #2325
    Nitay
    128 Beiträge

    [quote]

    Als aber vor ein paar Monaten die MwSt.-Reform im Handelsverkehr mit Russland eingeführt wurde – wodurch die entsprechenden Unternehmer reale Einbußen von eben 18% hinnehmen mussten – war sogar hier eine kleine Demo und Papier-Anschläge an Laternen/Masten etc… es gab sogar einen (ebenfalls kleinen) Streik.
    Wo war denn da die Angst?

    Man sollte doch meinen, das eine Präsidentschaftswahl vielleicht wichtiger wäre?!

    [/quote]

    Du hast doch selber auf deine Frage geantwortet! Die Proteste mit wirtschaftlichem Hintergrund sind für den Machtsinhaber nicht so gefährlich und werden deswegen nicht so brutal mit so schwerwiegenden Folgen für die Teilnehmer niedergeschlagen. Es dürfte eigentlich ziemlich klar sein, oder?

    Maxim- Respekt und volle Zustimmung!

    Viele Grüße

    Nitay

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    #2326
    GroM
    4243 Beiträge

    [quote]Hmm, Maxim, ich hoffe, damit meinst Du nicht mich… :?[/quote]

    [i]Und die Polemiker im Ausland,[…] [b]damit[/b] das System in Belarus legitimieren wollen …[/i]

    Wenn das auf dich zutrifft… ❓

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    #2327
    Lunatik
    173 Beiträge

    Nein, aber dass meine Meinung ein wenig von Deiner und Nitay’s Meinung abweicht, das ist schon klar, oder? Ihr betrachtet die Sache schon sehr emotional, was ich aber durchaus verstehe. Ich sehe viele Dinge sehr nuechtern, auch wenn das manchmal bitter ist.

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    #2329
    GroM
    4243 Beiträge

    [quote]Nein, aber dass meine Meinung ein wenig von Deiner und Nitay’s Meinung abweicht, das ist schon klar, oder? Ihr betrachtet die Sache schon sehr emotional, was ich aber durchaus verstehe. Ich sehe viele Dinge sehr nuechtern, auch wenn das manchmal bitter ist.[/quote]
    Das ist auch selbstverständlich – dagegen ist nichts anzuwenden. So muss es auch sein. Ich sehe viele Dinge ebenfalls sehr nuechtern. Ich bezog mich auf die Argumentationslinie, die sich nicht auf konkrete Tatsachen stützt, sondern pauschal und blind aus der von mir erwähnten Motivation (Stichworte: Abtiglobalismus, antiamerikanische bzw. antiwestliche Hysterie) herkommt. Das möchte ich unterstreichen!

    Denn die Entscheidung für A. Lukaschenko ist für diejenigen sehr einfach zu fällen (auch ohne sich mit Situation in Belarus ernsthaft auseinandersetzen zu wollen!), denen es lediglich um den Widerstand gegen den Westen geht. Ich bin mir sicher: die meisten treffen die Entscheidung nur aus dieser Überzeugung – alles weitere ist für sie nebensächlich! Demzufolge ist nicht Russland die größte Unterstützung für Lukaschenko, sondern die Verschärfung der gesamten internationalen Lage bezüglich antiwestlicher Stimmung, des grassierenden Neoliberalismus und der Globalisierung.
    Ich wiederhole es: Mit dieser einfachen Anti-Westen, Anti-Globalisierung, Anti-Neoliberalismus, Anti-USA etc. Argumentation den anderen Diktaturen Legitimation zuzusprechen – ist meiner Meinung nach sehr gefährlich. Hier kann man, ohne es zu merken, sehr schnell in die nationalsozialistische bzw. sowjetisch-faschistische Denkweise abrutschen… mit entsprechenden Konsequenzen.

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    #2334
    GroM
    4243 Beiträge

    Mir wird der Ton der Diskussionen insgesamt zu agressiv. Ich bin nicht der Pflichanwalt der Lukashisten in diesem Forum aber ich bitte inständig gewisse Teilnehmer dieser Foren die kritiklose Schwarz-Weiss-Malerei zu unterlassen.
    USA-Kritik und Kritik am Neoliberalismus zu verbieten käme dem gleich, was wir alle an Lukashenko kritisieren. Weil genau jener andere Meinungen offensichtlich nicht zulässt. Sie muss gerade aus unserem rechtsstaatlichen Impetus heraus erlaubt sein. Sollte dies nicht den Geschmack von Postern wie [size=4]GroM[/size] treffen, dann bitte ich selbige auch ein für allemal zu sagen, dass die Foren auf belarusnews.de nur der kritiklosen Huldigung der weissrussischen Opposition gewidmet sind.

    Auf der anderen Seite spürt man in gewissen Kommentaren eine Spur an giftiger Schadenfreude an dem offensichtlichen Scheitern der Opposition. Auch hier kann nur appeliert werden, dass man ohne böse Gefühle und sarkastische Kommentare das Scheitern der Opposition NÜCHTERN und objektiv beschreibt.

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    #2335
    Lunatik
    173 Beiträge

    Hmm, also da muss ich Dir widersprechen, Maxim. Ich denke nicht, dass der Grossteil der Luka-Waehler antiamerikanische Protestwaehler sind. Ich kenne wirklich Menschen, die ihn gewaehlt haben, weil sie sich in dem jetzigen Staat Belarus sicher fuehlen, und weil sie meinen, dass ein Regierungswechsel die Lage eher verschlechtern als verbessern wuerde.

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    #2337
    GroM
    4243 Beiträge

    [quote]USA-Kritik und Kritik am Neoliberalismus zu verbieten käme dem gleich, was wir alle an Lukashenko kritisieren. Weil genau jener andere Meinungen offensichtlich nicht zulässt. Sie muss gerade aus unserem rechtsstaatlichen Impetus heraus erlaubt sein. [/quote]
    Die Kritik des Neoliberalismus und der USA ist hier oft zu hören. Manchmal wünscht man sich dabei einen direkteren Bezug zu Belarus bei diesen Kritiken. Das will hier aber auch keiner anfechten. Und das will auch gar keiner verbieten!

    Der Grundgedanke meiner Kritik war die pauschale, oberflächliche Legitimierung des Regimes in Belarus, auf Grund dessen antiwestlichen, antiliberalen und globalisierungsresistenten Positionierung. Zum Ausdruck kommt es häufig in ähnlichen Sätzen, wie dieser:" Dafür hat Lukaschenko den Staat nicht an den Westen audverkauft. Er läßt keine Superreichen und Oligarchen zu. etc.."
    Das ist, meiner Meinung nach, keine objektive Argumentation, sondern die Spekulation auf den Ängsten und dem Frust im Westen bzw. in den "Nachrevolution-Staaten". Denn genau dies ist die oberflächliche "[i]kritiklose Schwarz-Weiss-Malerei[/i]". Viel zu oft wird diese argumentative Linie hier in den Foren gewählt. Verloren gehen dabei die wichtigen Aspekte, auf die es gerne mal verzichtet wird, weil sie angeblich "westlicher Luxus" sein sollten. Somit legitimiert man den Verzicht auf die Menschenrechte, mit der Begründung: es seien sowieso "Märchen der westlichen Welt". Somit akzeptiert man es, dass die Menschen, die an "diese Märchen" glauben und für sie kämpfen, selber daran schuld sind und für ihre "Naitivität" bestraft werden dürfen. Schlimmer noch, selber den Glauben in diese "Märchen" verloren, meint man, dass die anderen wohl eher fürs Geld oder andere Präferenzen den Anschein des Glaubens bewahren und ihre Positionen verteidigen wollen. Soweit sind wir in Europa schon?

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    #2338
    GroM
    4243 Beiträge

    [quote]Hmm, also da muss ich Dir widersprechen, Maxim. Ich denke nicht, dass der Grossteil der Luka-Waehler antiamerikanische Protestwaehler sind.[/quote]
    Lunatik, was glaubst du dann: warum basiert die Grundideologie des Lukaschenko-Staates auf antiwestlicher Propaganda? – Verherrlichung des Sieges "Im Großen Vaterländischen Krieg" mit der Prämisse "Vom bösen Westen ist alles zu erwarten"; Oder: Die analytischen Sendungen über böse westliche Länder; Oder: Darstellung amerikanischer Nation als "Ein haufen fetter, dummer Menschen"; oder Eskapaden über die Tschernobylkinder, die im Westen verdorben werden.

    Ganz eindeutig: die Verfestigung der Vorurteile gegenüber den westlichen Ländern, Spekulationen auf der antiamerikanischen Bewegung weltwei verstärken die Pro-Entscheidung enorm.

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    #2339
    Lunatik
    173 Beiträge

    Da hast Du mich falsch verstanden. Ich habe nicht geleugnet, dass das eine Rolle spielt, allerdings bezweifle ich, dass es der Hauptgrund fuer einige war, Luka zu waehlen.

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    #2340
    GroM
    4243 Beiträge

    [quote]Da hast Du mich falsch verstanden. Ich habe nicht geleugnet, dass das eine Rolle spielt, allerdings bezweifle ich, dass es der Hauptgrund fuer einige war, Luka zu waehlen.[/quote]
    Lunatik, ich denke schon, dass es der Hauptgrund ist. Denn man trifft die Entscheidungen nach einem Vergleich. Und dieser Vergleich wird in Belarus gekonnt manipuliert (z.B. Medien).

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    #2341
    Lunatik
    173 Beiträge

    Ich denke eher, dass Sicherheit (im Sinne von, wir wissen, was wir zu erwarten haben) und die Angst vor Veraenderungen die groessere Rolle spielen.

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    #2342
    fabmatti
    245 Beiträge

    Der Grund für die meisten Luka-Wähler (aber nicht 83%!!!) ist, das er das bekanntere Übel ist. Man wählt halt ungern die Ungewissheit. Da Milinkewitsch & co. die Menschen nicht überall erreicht haben (warum, das wissen wir) und sie die Bevölkerung dadurch nicht aufklären konnten, ist das Ziel der Opposition dem breiten Volk nicht zugänglich gemacht worden.
    Und Luka konnte gewiss laut tönen: "Die Opposition hat kein Programm." Tja, viele glaub(t)en das auch.

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    #2343
    fritz
    38 Beiträge

    [quote]Ich denke eher, dass Sicherheit (im Sinne von, wir wissen, was wir zu erwarten haben) und die Angst vor Veraenderungen die groessere Rolle spielen.[/quote]

    Genau das ist es ja. Lukaschenko und das Regime manipulieren die weissrussische Bevölkerung aufs Übelste:
    – Freiheit ist gefährlich. Nur die weissrussische Führung mit Väterchen am Steuer kann euch vor der bösen Welt da draussen schützen.
    – unsere Armee ist gerüstet und wartet auf den Feind.
    (und wartet und wartet…)
    – Weissrussland ist ein Heldenvolk und Väterchen zeigt euch die Richtung.
    – unser KGB kämpft gegen unsere Feinde und wird immer stärker.
    – die Polen wollen unser Land zerstören.
    – die baltischen Staaten sind gegen uns.
    – alle sind gegen das weissrussische Volk. Väterchen beschützt euch.

    Es wird gezielt diese paranoide Wirklichkeit inszeniert, um den Leuten Angst zu machen.
    Wahrheit interessiert hier nicht.

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    #2350
    GroM
    4243 Beiträge

    [quote]Mir wird der Ton der Diskussionen insgesamt zu agressiv.
    [/quote]

    Ist insgesamt aber noch Lichtjahre entfernt,
    vom aggressiven Polemik-Stil eines LUkaschenkos
    gegenüber seinen Ministern.

    [quote]

    Ich bin nicht der Pflichanwalt der Lukashisten in diesem Forum aber ich bitte inständig gewisse Teilnehmer dieser Foren die kritiklose Schwarz-Weiss-Malerei zu unterlassen.
    [/quote]

    Lukaschenko ist ein Diktator und Verbrecher.
    Alles andere ist unterwürfiges Winseln, und wird
    mit offensiver Korrektur belegt, willkommen in
    Deutschland.

    [quote]
    USA-Kritik und Kritik am Neoliberalismus zu verbieten käme dem gleich, was wir alle an Lukashenko kritisieren.[/quote]

    Die USA machen viele schlechte Dinge,
    aber die NGOs dort machen viele gute Dinge,
    gehören zu den aktivsten der Welt.
    NGOs sind in Belarus illegal, um mal einen
    Unterschied zwischen USA und BY zu nennen.

    [quote]
    Weil genau jener andere Meinungen offensichtlich nicht zulässt.
    [/quote]

    Pro-Luka-Propaganda wird hier gnadenlos mit der
    Realität und Fakten zerfetzt.

    [quote]
    Sie muss gerade aus unserem rechtsstaatlichen Impetus heraus erlaubt sein. Sollte dies nicht den Geschmack von Postern wie [size=4]GroM[/size] treffen, dann bitte ich selbige auch ein für allemal zu sagen, dass die Foren auf belarusnews.de nur der kritiklosen Huldigung der weissrussischen Opposition gewidmet sind.
    [/quote]

    Sehr guter Vorschlag.
    Wenn schon nicht in BY (kein einziger nicht-
    staatlicher Sender), wenigstens auf belarusnews.

    [quote]
    Auf der anderen Seite spürt man in gewissen Kommentaren eine Spur an giftiger Schadenfreude an dem offensichtlichen Scheitern der Opposition.
    [/quote]

    Sowie bösarige und ahnungslose Propaganda.
    Und die fängt schon bei Pro-Lukaschenko Argumenten
    an.

    [quote]
    Auch hier kann nur appeliert werden, dass man ohne böse Gefühle und sarkastische Kommentare das Scheitern der Opposition NÜCHTERN und objektiv beschreibt.[/quote]

    Nicht auf diesem Planeten.

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    #2355
    GroM
    4243 Beiträge

    Jan, sag, hat Dir Milinkevich bereits einen Ministerposten versprochen? 😆
    Bist Du deshalb so ausser Fassung, weil daraus nichts wird?

    Spass beiseite.
    Die Wut, lieber Jan, ist ein sehr schlechter Ratgeber. Ich hoffe nur, dass die Anhänger eines demokratischen Neuanfangs in Weissrussland niemals so kategorisch und unbeholfen argumentieren wie Du.
    Nicht böse sein, aber das was Du eben von Dir gegeben hast, kannst Du doch nicht wirklich ernst gemeint haben.
    Im Freistaat Bayern nennen wir so etwas einen "Schmarr´n" !

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