Müssen belarussische Frauen im Land eingesperrt bleiben?!

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  • #291
    GroM
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    A. Lukaschenko sorgt wieder ein Mal für Schlagzeilen. Das gefällt der deutschen Presse: endlich liesst man über Belarus in größeren deutschen Zeitungen und Zeitschriften: Stern, der Spiegel usw. Es geht um Lukaschenkos Eskapaden zum Thema „Frauenhandel und belarussische Schönheiten“.
    Hier ist der Artikel aus dem Stern: [url=http://belarusnews.de/politik892-1.html]LESEN[/url].

    Und wieder ein Mal zeigt A.Lukaschenko seine Führungskompetenz: Ach, belarussische Frauen werden zu Opfern der internationalen Menschenhandel-Mafia?! Dann erklären wir ihnen einen Kampf! Dann tun wir doch was dagegen! Dann zeigen wir Stärke und Klugheit unserer Staatsführung! Wir verbieten belarussischen Frauen schlicht und einfach ins Ausland zu fahren! Jawohl! Und nehmen alle privaten Modelagenturen sowie Modeschulen unter staatliche Kontrolle! Die Jagd soll beginnen!

    Für belarussische Staatsführung ist es sicherlich einfacher einzusperren, zu verbieten, alles der totalen Kontrolle zu unterwerfen, Unwillige in den Boden zu stampfen. Denn präventiv Aktiv zu werden, Aufklärungskampagnen durchzuführen, Initiativen für Beratung und telefonische Hilfe zu unterstützen, die Bedingungen für Frauen im Land zu verbessern und enger mit internationalen Organisationen zu arbeiten – das scheint für die derzeitige Macht zu kompliziert zu sein. Dazu ist sie einfach nicht in der Lage.

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    #295
    GroM
    4243 Beiträge

    irgendwie kommt mir das bekannt vor. in amerika waren es kommunisten. aber auf schöne frauen zu kommen, dass zeugt schon von einer sehr speziellen einstellung. hoffentlich werden nicht maßnahmen ergriffen, die denen der McCarthy ära gleichen. stellt euch vor, alle hübschen frauen müssten vor einen ausschuß treten und eidesstattlich erklären, nicht hübsch zu sein und nie ins ausland zu wollen. als ich aus minsk zurrück kam, hatte ich den eindruck, dass viele frauen in gewisser art mit eleganz und selbstbewusstsein gegen verbesserungswürdige zustände stellung beziehen, einen kontrapunkt setzen. das die administration auf soetwas kommt wäre mir nie eingefallen, denn genau in diesem punkt dachte ich: hier kann der staat sich nicht einmischen. falsch gedacht. bleibt nur zu hoffen, das die presseberichte ein bischen wirkung zeigen. es ist äußerst gefährlich, komplexere zusammenhänge auf primitivste art herunter zu leveln. das argument des menschenhandels ist an den haaren herbeigezogen. das hat andere ursachen und lasst sich durch solchen maßnahmen nicht eindämmen.

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    #296
    GroM
    4243 Beiträge

    [quote]irgendwie kommt mir das bekannt vor. in amerika waren es kommunisten. [/quote]

    Hallo Micha,

    ja und mich errinnert das irgendwie an das sozialisitische Rumänien mit seinem Nicolae Ceauşescu. Er war auch einfallsreich mit Frauen:
    So wurde von ihm Mitte 70er ein Gesetz erlassen, dass den Kinderreichtum förderte, die Abtreibung wurde unter Strafe gestellt. Mütter mit mindestens fünf Kindern wurden als „Heldenmütter“ geehrt. Das wurde zu einem der schlimmsten Menschenexperimente der Weltgeschichte. 🙁

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    #308
    GroM
    4243 Beiträge

    Alles wahnsinnig hohes politisches Niveau hier.
    Ich finde es aber traurig, dass dass viele Frauen in BLR die Heirat an einem Ausländer als Lebensziel haben. Ich kann es teilweise verstehen, sie setzen Ihre vielbeschworene Schönheit als Waffe ein, trotzdem: das Verhalten ist ein Spiegel für die erbärmlichen gesellschaftlichen Zustände. Und was diese Chunta in Minsk ausspuckt, interessiert, glaube ich, schon seit 10 Jahren kein Schwein mehr.

    😡

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    #333
    Micha
    22 Beiträge

    Hallo Jugeen,

    stimme mit dir komplett überein! Leider ist diese Situation aber nicht nur in BLR anzutreffen sondern ein weitverbreitetes Übel der ehemaligen Sowjetrepubliken. (und nicht nur dort!)

    Gruß,
    Micha

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    #334
    sirius6
    85 Beiträge

    meiner Meinung nach haben die meisten Frauen in Belarus nicht das Lebensziel einen Mann aus Westeuropa zu heiraten!

    Ich bin zwar mit einer Frau aus Weissrussland verheiratet, allerdings handelt es sich um eine heirat aus Liebe, keine Kontaktanzeige, kein Internet. Und die meisten Frauen die ich dort kennengelernt habe wollen eine Familie am liebsten mit einem Weissrussischen Mann und in Weissrussland leben….. nur gibt es statistisch gesehen weniger Männer als Frauen in Belarus.

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    #354
    GroM
    4243 Beiträge

    Es ist schon eine Anmassung, was Jugeen da schreibt. Einer Frau vorzuwerfen, sie hätte Heirat aus pragmatischen Gründen zum [i]Lebensziel[/i] ist eine offen ausgesprochene Beleidigung, und Jugeen möge doch bitte erklären, warum er so schreibt und aus welchen Erfahrungen seine Überzeugung kommt.
    Weissrussland leidet unter Ignoranz. Ignoranz der innenpolitischen Zustände durch die eigene Bevölkerung ist durch Einschüchterungspolitik, Propaganda und klever aufgebaute Machtsrukturen zu erklären. Aber leider wird die Situation im Land auch durch die EU [i]völlig[/i] ignoriert und das ist wirklich schimm, denn es bedarf eines wirklich harten kurses gegen das Land, damit sich dort etwas ändert. Und glaubt mir, es kann den Leuten nicht viel schlechter gehen, als zur Zeit. Aus meiner Sicht beweist hier beispilesweise die deutsche Regierung ein weiteres Mal ihre völlige Prophanität und Blindheit ín Sachen Aussen- und Europapolitik. Die Übrigen europäischen Länder sind nicht besser. Die USA haben für diesen Kramm keine zeit, zeigen aber immerhin einbisschen Engagement, tun mehr, als blos irgendwelche unverbindlichen Erklärungen zu verfassen, wie vor kurzem im Bundestag geschehen.
    Und weissrussische Frauen…Die haben es ohnehin nicht leicht, wie alle in Weissrussland, da kommen Jugeen ’s weisen Kommentare doch gerade passend.

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    #359
    GroM
    4243 Beiträge

    Also dazu will ich auch was sagen.

    Vielleicht erinnern sich einige an die groß angelegte Revolutions-Kampagne von Andrej Klimov im Dezember 2005. Überall verteilte man ein Flugblatt im A3-Format mit dem Aufruf zur Revolution am 25. März 2005. Die Auflage: 500.000. In einem schönen „revolutionären“ Rot gehalten, mit einem großen Portrait von Klimov sowie Fotos seiner Anhänger mit Kommentaren auf der Rückseite. Ich habe dieses Schriftstück bei mir zu Hause. Die Texte in diesem Flugblatt sind äußerst radikal – das war auch Anlass für unsere unzähligen heißen Diskussionen zu dem Thema sowohl in Belarus als auch hier in Deutschland. Denn das Flugblatt ist meiner Ansicht nach schon grotesk. A. Klimov erklärt sich darin zum Präsidenten und benennt einige Minister, die er in sein Kabinett aufnehmen wird. Er mahnt Menschen davor passiv zu Hause zu sitzen. Er beschuldigt sie sogar! Usw… In Belarus erklärten so manche Analytiker den lange Zeit in Haft verbrachten A. Klimov für einen „politischen Verrückter“ (ich habe mit ihm gesprochen 1 Monat nach seiner Freilassung im Juli 2002 – er hat sich sehr verändert!). Die anderen (schon immer: BNF) radikalen Parteien distanzierten sich von ihm.
    Ich gehöre zu diejenigen, die in dieser Aktion mehr Wahnsinn und Blödsinn sehen, als Martyrerpoesie. Ich kann auch viel mehr Kritisches dazu sagen. 😉 ABER:

    Einer pro- Meinung muss ich trotzdem zustimmen (und das passt in den Kontext von Andrej). Ein sehr pragmatischer, realistischer und vor allem kluger Mensch hat mir während einer unserer heißen Diskussionen über das Flugblatt von Klimov gesagt: „trotzdem ist das ein richtiger Schritt! Schau doch: es tut sich nichts im Land. Die Opposition ist zerstritten, es herrscht ein Kampf um die Macht „in der demokratischen Parteienlandschaft“: alle reden, und philosophieren, und träumen nach der Prinzip „wenn wir an die Macht kommen, dann …“ oder „ihr müsst uns unterstützen und dann …“. Keiner tut was! Niemand will auch was tun. Sie haben alle Angst etwas Konkretes zu unternehmen! Und Klimov zeigt jetzt mit seinem Schritt, dass man handeln kann und muss. Egal wie. Er sitzt nicht bloß da – er versucht etwas. Vielleicht radikal und aussichtslos. Aber das ist ein klarer Schritt. Das ist eine Bewegung. Hier muss man diesen Aspekt in den Vordergrund stellen und nicht die Inhalte (die natürlich sehr kritisch anzusehen sind).“

    Das hörte sich überzeugend an. Und das erinnert mich entfernt auch an die EU-Osteuropapolitik. Im Grunde genommen gibt es keine Strategie für Belarus. Die sanften Bemühungen westlicher Demokratien sind mittlerweile zu einer obligatorischen Routine geworden: die Fortsetzung politischer Dialoge, Wiederaufnahme von Gesprächen, Rundtische und Begegnungen. Die, mittlerweile selbst von der belarussischen Opposition nicht mehr so ernst genommenen, Berichte von Uta Zapf (früher war das auch Wolfgang Behrendt) über die Lage in Belarus. Jedes Jahr das Gleiche. Natürlich kann man Frau Zapf nicht widersprechen, wenn sie sagt, dass die Präsenz und Beobachtung wichtig sind, dass die Isolierung vermieden werden soll. Aber es muss ein Konzept dahinter sein! Oder will die EU – Belarus als ein schlimmes Kindchen (einfluß-)reicher Eltern (Russland) betrachten, beobachten, sich mit ihm sanft erzieherisch unterhalten und warten (hoffen), bis die Eltern das Kindchen endlich mal auf den richtigen Weg bringen oder es sich selbst bessert?! Und was ist, wenn die Eltern selbst keine Grundlagen für eine gute Erziehung haben?!

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    #503
    GroM
    4243 Beiträge

    Liebe Boarder,
    aktuell besteht doch das Problem in BLR nicht das Frauen mit langen Beinen keine Visa bekommen, sondern dass Herrn L. die tragenden Kräfte, nämlich die sehr gut ausgebildeten Frauen verlassen. Es nimmt dabei offensichtlich die Formen der „guten alten DDR“ an, wo die Menschen auch nicht rausgelassen wurden.
    Mittlerweile habe ich schon Angst, dass meine Freundin ein Touristenvisum zur Heirat benutzen muss, weil die Frauen die ein Hochzeitsvisum beantragt haben, immmer länger warten müssen und keines bekommen. Gibt es jemanden der Erfahrung hier in Deutschland mit einer solchen ähnlichen Situation hatte. Insbesondere interessiert mich, wie unsere Ausländerbehörden auf einen solchen Fall reagiert haben.

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    #506
    GroM
    4243 Beiträge

    [quote]
    Mittlerweile habe ich schon Angst, dass meine Freundin ein Touristenvisum zur Heirat benutzen muss, weil die Frauen die ein Hochzeitsvisum beantragt haben, immmer länger warten müssen und keines bekommen. Gibt es jemanden der Erfahrung hier in Deutschland mit einer solchen ähnlichen Situation hatte.[/quote]

    Der von Dir geschaffene Zusammenhang vermittelt den Eindruck, das es eines [b]Ausreisevisums[/b] bedarf um Weissrussland (als Staatsangehöriger) zu verlassen… In der DDR gab es das, okay. Aber das es in Weissrussland schon so weit ist wusste ich nicht! 🙄

    Oder meinst Du einfach nur das „normale“ Schengen-Visa?

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    #509
    Alex
    523 Beiträge

    [quote]Der von Dir geschaffene Zusammenhang vermittelt den Eindruck, das es eines Ausreisevisums bedarf um Weissrussland (als Staatsangehöriger) zu verlassen.[/quote]
    … Genau das ist der Fall … ein Ausreisevisum.
    Meine Frau ist vor einer Woche wiedergekommen, nach Beantragung des neuen Passes musste sie ein Ausreisevisum beantragen. Dieses erteilt angeblich der KGB in Form eines Stempels mit Unterschrift …
    Gruß Alex

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    #511
    GroM
    4243 Beiträge

    [Oder meinst Du einfach nur das „normale“ Schengen-Visa?[/quote]

    Hi,
    also derzeit ist es so, dass du als qualifizierte Fachkraft nur sehr schwer ein Visum nach Deutschland bekommst. Meine Freundin hat erst eins bekommen, nachdem sie nachgewiesen hat, dass sie vermögend ist.
    Hochzeitsvisa sind z. Zt. wohl noch schwieriger zu bekommen. Ausserdem haben die Frauen dann wohl Schwierigkeiten in BLR zu erwarten wenn sie eines beantragen.
    Daher lautet meine Frage ob jemand schon hier in Deutschland seine Frau mit einem Touristenvisum geheiratet hat, und ob das negative Konsequenzen hatte.
    Gruß
    olli

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    #518
    sirius6
    85 Beiträge

    Ja, das hätte negative Folgen!

    Da du den Amtsweg nicht einhalten würdest, bekäme deine Freundin erstmal keine Aufenthaltsgenehmigung, Sie müsste ausreisen und bei der Botschaft Minsk ein Visum auf Familienzusammenführung beantragen.

    Und weil die dann denken du bist ein besonders schlauer wird das mit dem Antrag und der Bewilligung spezial lange dauern, etwa 3-6 Monate.

    Der Ausweg: heirate in Weissrussland und stell dort den Antrag auf Familienzusammenführung, versuchs so einzurichten das du dort schon mit auf die Botschaft kannst und ein Interview stattfindet.

    So haben wir es zumindest gemacht, klappte alles sehr gut, Hochzeit in Weissrussland feiern war überdies viel schöner als es in Deutschland sein kann.

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    #519
    GroM
    4243 Beiträge

    Hi Olli,

    kann mich Sirius nur anschliessen. Mit Touri-Visum wird euch das Standesamt in D meist erst gar nicht trauen wollen. (und falls es doch mal „durchrutscht“, dann folgen die oben genannten Konsequenzen)

    Ich habe ebenfalls in Weissrussland geheiratet, aus diversen praktikablen Gründen (auch brauchte ich weniger Dokumente=Bürokratie als im umgekehrten Fall). Falls Du Tipps brauchst, sende eine PM….

    Gruß,

    Otti

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    #585
    MrRossi
    316 Beiträge

    Herrje!

    Hier werden ja wieder Äpfel mit Birnen verglichen, Halbwahrheiten oder Unwahrheiten erzählt.

    Vielleicht mal ein paar Begriffserläuterungen:

    EinreiseVisum:
    Berechtigt zur Einreise in ein bestimmtes Land (oder einer Gruppe von Ländern -> Schengenvisum). Ausgestellt wird das von dem Einreiseland.

    Touri/Hochzeits/Business etc. -Visum sind alles verscheidene Arten des Einreisevisums.

    Ausreisevisum:
    Berechtigt zur Ausreise aus einem bestimmten Land.
    Wird ausgestellt von eben diesem Land aus dem man ausreisen will.

    Die Einreisevisa werden von den entsprechenden Botschaften (Deutschland z.B.) ausgestellt. Weißrusslands Behörden haben da gar nix mit zu tun. Wenn ein Visum abgelehnt wird ist das immer „Schuld“ der entsprechenden Botschaft bzw. Ausländerbehörde im jeweiligen Einreise-Wunschland.

    Ausreisevisum gibt es nicht in Belarus!!!
    Im Gegensatz zum bundesdeutschen System berechtigt der normale Pass eines Weißrussen erstmal nicht zur Ausreise (egal welches Land, egal ob Ost oder West).
    Möchte man ausreisen, muß man zur Passtelle gehen und das beantragen. Anschließend bekommt man für die Laufzeit von einem oder fünf Jahren einen Stempel in den Pass gedrückt, der dann zur Ausreise berechtigt.
    Das ist nur eine reine Formalität und sonst nichts.
    Genauso wie unsereiner einen Reisepass beantragen muß, will er noch DomRep. etc..

    Da is nix mit KGB lieber Alex…
    Und wenn Deine Frau einen neuen Pass bekommen hat, fehlt da dieser Stempel, also muß sie ihn neu beantragen…
    Erzähl doch mal, gabs denn irgendwelche Probleme dabei? Nicht? Nanu… also doch nur Formsache

    Weißrussische Behörden sind einfach nur „Stempel-geil“…

    Die, die immer Probleme machen sind die Einreiseländer, also Deutschland z.B..
    Da kann man Dank Verpflichtungserklärung sein ganzes Vermögen verpfänden und trotzdem hat man keinen Rechtsanspruch, daß einen die Frau/Freundin/Freund besuchen kann.

    Gruß
    Micha

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