Mehrwertsteuer-Rückerstattung-bei Autoexport

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  • #5033
    mita
    15 Beiträge

    Hallo
    Wir haben für einen Freund ein Auto gekauft(Rechnung auf seinen Namen).Bei dem Fahrzeug ist die Mehrwertsteuer ausweisbar.Er kommt jetzt am 20. 8.um das Auto nach Weißrussland zu überführen.Uns ist alles klar -nur die Mehrwertsteuer da bekamen wir unterschiedliche Aussagen von den Zollämtern.

    Frage das Fahrzeug wurde in Freudenstadt von einem Händler gekauft und mit Kurzkennzeichen nach Heidelberg gebracht -welches Zollamt ist zuständig?

    Welche Dokumente werden benötigt für die Mehrwertsteuer Rückerstattung?

    Danke für Hilfen

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    #5034
    Basti
    100 Beiträge

    Halo Mita

    Da müsst Ihr euch an den liefernden Händler wenden,denn sonst könnt Ihr nirgendwo die Mehrwertsteuer zurückerhalten bzw. richtig formuliert Netto Export kaufen.Hierbei handelt es sich nämlich um eine steuerfreie Lieferung ins Drittland nach § 4 Nr.1a Umsatzsteuergesetz.Da das Fahrzeug aber schon Brutto,das heißt inklusive Mehrwertsteuer geliefert und bezahlt worden ist,könnt Ihr den Händler nur noch bitten zu stornieren und dann Netto Export zu verkaufen.Dieses funktioniert dann nur im Vorverfahren beim zuständigen Zollamt und üblicherweise wird eine Kaution beim liefernden Händler in Höhe der Umsatzsteuer hinterlegt.Der Händler ist aber nicht verpflichtet Netto zu verkaufen und meiner Erfahrung nach(20 Jahre Export von Gebrauchtfahrzeugen)wird er das auch jetzt nicht mehr tun da er ja sein Geld schon erhalten hat und der Nettoverkauf mit viel mehr Aufwand und bestimmten Risiken(die ich hier nicht nennen möchte,Profis wissen aber bescheid)für den liefernden Händler verbunden ist.Da hilft nur lieb bitten,am besten mit Bargeld,ansonsten ist der Zug abgefahren.Ich weiß ja nicht was das Auto gekostet hat aber die Summe der Mehrwertsteuer habt ihr einfach aus dem Fenster geworfen bzw.dem deutschen Fiskus geschenkt da er die USt. ja nun vom Händler erhält.
    Vorher Fragen macht schlau!!!!
    An alle die das in Zukunft mal vorhaben:Ihr könnt euch vorher an mich wenden und mal nachfragen.

    Gruß Basti

    0
    #5164
    Coronello
    1 Beiträge

    Hallo Basti

    Da du ein richtiger Experte was Autoexport nach Belarus zu scheinen scheinst, habe ich einige Fragen an dich.

    Mein Schwiegervater aus Gomel möcht nächstes Jahr ein Auto bei mir in der Schweiz oder falls möglich im günstigeren Deutschland kaufen. Würde er es in der Schweiz kaufen, könnte er mit einer Exportnummer selber zurück nach Gomel fahren. Er müsste wohl einfach das Auto bei der Einreise verzollen.

    Würde er in Deutschland ein günstiges Auto finden, wüsste ich nicht wie man das Auto am besten nach Belarus transportiert, da ich nicht weiss wo und ob es auch solche für einen Monat gültige Exportnummern gibt? Oder gibt es sogar Unternehmen welche den Transport und die Einfuhr in Belarus machen?

    Was würdest du mir empfehlen wie ich und mein Schwiegervater am einfachsten ein Auto von Deutschland respektive Schweiz nach Belarus bringen?

    Mit freundlichem Gruss

    Cornel

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    #5165
    mita
    15 Beiträge

    Also mir ist diese Antwort damals schon merkwürdig vorgekommen-aber inzwischen haben wir die Mehrwertsteuer zurückbekommen.

    So ist es gelaufen für die Mehrwertsteuererstattung muß beim Zollamt das Einheitspapier 0733 ausgefüllt werden.Das ist nicht ganz einfach, jeder der das mal gemacht hat kann das bestätigen.Das Dokument muss/soll eigentlich von dem Autohaus ausgefüllt werden weil der Verkäufer auch der Versender/Ausführer ist und das 0733 von diesem unterschrieben werden muss. Da aber das Autohaus keine Erfahrung damit hatte und wir dachten der Käufer ist auch der Ausführer haben wir beim Kauf aus Unwissenheit uns darum nicht gekümmert.

    In der Woche bevor unser Freund aus Belarus zu uns kam sind wir zum Zollamt Heilbronn gefahren und haben das 0733 zur Begutachtung einer Zollbeamtin vorgelegt es wurde eine Schlüsselzahl geändert und es wurde uns versichert wenn wir nächste Woche mit dem Fahrzeug, unserem Freund und dem Papier herkommen würde alles ok sein. Im Vertrauen alles richtig gemacht zu haben sind wir von Heilbronn nach Hause gefahren.

    Oleg ist dann zu uns gekommen- Auto LT 35 -angeschaut sehr zufrieden alles gut .Am nächsten Tag zur Zulassungsstelle Überführungskennzeichen gekauft und dann zum Zollamt nach Heilbronn.
    Die Beamtin bei der wir letzte Woche waren war nicht da- egal gehen wir eine Tür weiter ist ja alles ok.Dem Zollbeamten alles kurz erklärt -Auto hier Käufer hier Einheitspapier 0377 hier bitte abstempeln und tschüsch.

    Der Zollbeamte schaut prüft schüttelt den Kopf sagt wir sind nicht zuständig das Auto wurde in Freudenstadt gekauft das muss dort beim zuständigen Zollamt vorgeführt werden außerdem ist das 0377 völlig falsch ausgefüllt.Das war eine völlig neue Situation für uns meine Stimmung sprang sofort um von völlig entspannt auf völlig erregt .Gestählt und diszipliniert von weißrussischen Behördenbesuchen erlangte ich schnell wieder die Fassung und erzählte das ich um sicherzugehen das alles klappt letze Woche hier war und eine Tür weiter mir erklärt wurde das alles ok sein und den deutschen Behörden so wie ich das 0377 ausgefüllt habe es gefällt.

    Also was machen?Der Beamte war sehr hilfsbereit und hat menschlich reagiert.Da Sie schon mal hier sind muss das 0377 neu ausgefüllt werden da dies aber von dem Autohaus gemacht werden muss brauchen wir von diesem eine Vollmacht das Sie das für das Autohaus tun dürfen.
    OK alles begriffen- Faxnummer vom Zollamt- Autohaus angerufen -alles erklärt -die haben alles kapiert und eine Vollmacht gefaxt.

    Einheitspapier 0377 wieder ausgefüllt -Vollmacht dazu getackert- 2 Durchschläge bleiben beim Zollamt einer geht mit auf die Reise und bekommt beim Zoll in Polen/Terespol einen Stempel der bestätigt das das Fahrzeug den EU Raum verlassen hat. Dann hat Oleg das 0377 wieder zu uns geschickt und wir haben es dem Autohaus geschickt.Die wollten dann noch nach Rücksprache mit deren Steuerberater eine Bestätigung das das Fahrzeug auch in Belarus zugelassen wurde.Diese haben wir dann per Fax bekommen und weiter gereicht, eine solche Bestätigung ist meiner Meinung nach nicht notwendig,aber da das Geld kam habe ich mich damit nicht beschäftigt.

    Unser Dank gilt dem Zollbeamten in Heilbronn der uns sehr geholfen hat.

    Ich kann nur jedem den Rat geben sich selbst vor Ort bei dem Zoll zu informieren wenn er etwas ausführen möchte ,dabei kommt es aber auch immer auf den Menschen gegenüber an ,denn wir waren auch im Zollamt in Heidelberg und dort herrscht die Bürokratie, da haben wir das erste mal das 0377 bekommen und dann der nächste bitte- Fragen wurden als Zumutung empfunden.

    Das Fahrzeug war etwas älter als 10 Jahre -knapp drüber aber super in Schuß- fährt ca. 2 mal pro Woche die Stecke Pinsk -Moskau .Da Fahrzeuge die älter als 10 Jahre sind einen höheren Steuersatz in Belarus haben kann man aber das Fahrzeug als „Gewerbetreibender“ einführen, eine Rechnung mit einem sehr niedrigen Kaufpreis vorlegen und schon vor der Einfuhr in der jeweiligen Stadt den Einfuhrzoll bezahlen.Alles verstanden- der Zoll richtet sich bei Menschen mit einem Gewerbe nach dem Kaufpreis nicht nach dem Alter, so ist es jedenfalls in Pinsk (Brest Gebiet)

    Zur Zeit suche ich einen Iveco LKW bis 7,5 Tonnen mit Pritsche und nächsten Sommer fahren wir wieder selbst mit einem Auto rüber.

    Gruß Michael und Tatjana

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    #8662
    Zenturier Zentauri
    4 Beiträge

    Hmmm,

    bin durch google auf den Beitrag gestoßen.

    Hätte auch eine Frage zum Verkauf eines gebrauchten Fahrzeuges.

    Wenn jemand der in Tschechien gemeldet ist, Tscheche ist und auch entsprechend den Tschechischen Pass hat, in Deutschland einen Gebrauchtwagen bei einem Händler kauft, kann der das Fahrzeug ja direkt ohne MwSt. kaufen, oder?
    Also wenn ein Wagen 15.000 Euro kosten wären das ca. 3000 Euro Ersparniss. Da Tschechien EU ist und es keinen Zoll mehr gibt, ist die Ausführ ja mit über die Grenze fahren getan.
    Meine Frage nun, kann der tschechische Käufer das Fahrzeug dann sagen wir einige Wochen danach wieder an jemand anderes in Deutschland verkaufen, Privatperson? Müsste möglich sein denn es ist ja dann von Privat an Privat oder?

    Alex

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    #8663
    Basti
    100 Beiträge

    Ja genau so gehts. Aber schnell bevor dir jemand die Idee wegschnappt.Und natürlich darf man das nicht weitererzählen sonst würden das ja alle machen. Aber noch besser du lässt dir die Idee gleich beim Patentamt schützen dann bist du auf der sicheren Seite. WOW Respekt vor dieser aussergewöhnlichen Denkleistung.

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    #8664
    Zenturier Zentauri
    4 Beiträge

    äääm eigentlich war das eine ganz normale Frage.
    Ich habe deswegen gefragt, weil ein Händler in D meinte wenn es ein Ausländer kauft wie vorhin beschrieben, kann er das Fahrzeug ohne MwSt. verkaufen.
    Also was ist nun so falsch dran, dass ich nun hier frage?

    Alex

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    #8665
    Basti
    100 Beiträge

    Umsatzsteuerbetrug ist eine Straftat und die Anstiftung dazu natürlich auch.

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    #8666
    Zenturier Zentauri
    4 Beiträge

    ok danke für die Antwort.
    Und wieso nun wieder eine solche Antwort auf eine normale Frage?
    Was hat das mit Betrug zu tun?
    Ich dachte beim Verkauf ins Ausland fällt keine Steuer an, und der ausländischer Käufer hat doch das Recht das Fahrzeug wieder weiter zu verkaufen?
    Anstatt Unterstellungen zu schreiben wäre es in einem Forum doch fair wenn man seine Antwort erklärt schließlich habe ich normal und freundlich gefragt.

    Danke
    Alex

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    #8668
    Basti
    100 Beiträge

    1. [b]UStG §4 Abs.1(b)[/b]
    sinngemäß: Innergemeintschaftliche Lieferung nur netto wenn Empfänger im Besitz einer gültigen USt.ID ist,also Unternehmer. Unterliegt in seinem Land dann der Umsatzsteuerpflicht bei Veräußerung (in Tschechien 19% USt.)
    1.2. Import nach Deutschland aus EU wieder derselbe Fall, also gibt es rechnerisch keinen Vorteil.

    2. [b]UStG §4 Abs.1(a)[/b]
    sinngemäß: Ausfuhrlieferung Drittland (heisst außerhalb EU) immer netto
    2.1 Einfuhr aus Drittland unterliegt Einfuhrumsatzsteuer 19% und Einfuhrzoll von 10%, also rechnerisch ein Nachteil.

    Falls jemand aber das Rad neu erfinden möchte, bitteschön.Dafür gibts dann den hier noch:

    [b]UStg § 26c [/b]
    [i]Gewerbsmäßige oder bandenmäßige Schädigung des Umsatzsteueraufkommens[/i]
    Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer in den Fällen des § 26b gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Handlungen verbunden hat, handelt.

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    #8671
    Zenturier Zentauri
    4 Beiträge

    ok, die Antwort ist ok.
    Bedeutet dann, dass ein Verkauf an Privat nach CZ nicht steuerfrei geht. Dann wurde mir was falsches erzählt.

    Was ich allerdings nicht verstehe, warum eine Privatperson wenn sie dann ein Fahrzeug nach Deutschland verkauft wieder Steuern zahlen muss, aber wird wohl so sein.

    Danke für die Infos.

    Alex

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    #8673
    Basti
    100 Beiträge

    [i]Bedeutet dann, dass ein Verkauf an Privat nach CZ nicht steuerfrei geht.[/i]

    Richtig verstanden.

    [i]Was ich allerdings nicht verstehe, warum eine Privatperson wenn sie dann ein Fahrzeug nach Deutschland verkauft wieder Steuern zahlen muss, aber wird wohl so sein.[/i]

    Falsch verstanden,wer sagte das eine Privatperson was zahlen muss bei Verkauf, ich sprach von Unternehmern.

    Obwohl das wär mal eine Idee wenn jedes private Veräußerungsgeschäft steuerpflichtig wäre.Aber wenn das hier in D so weitergeht gibts da auch bald ein Gesetz und der Bundeshaushalt stimmt wieder. Der Finanzminister wäre glücklich und könnte anstatt an 96% der Migranten libanesischer Abstammung nun endlich an 100% Sozialleistungen auszahlen. Würde durch diese Absicherung auch gleich noch die Kosten und Mühen für die Integration solcher und ähnlicher Völkerstämme des Morgenlandes auf 0 reduzieren, da ja dann alle Schmarotzer komplett versorgt wären.

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