Integrationskurs

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  • #22438
    Flex
    177 Beiträge

    [quote=“Stephan“ post=22800]
    Nun, du beherrschst die Sprache doch gut. Hälst du das für einen Nachteil oder bist du der Meinung, es hilft dir immens im Alltag?[/quote]

    Ehrlich, wenn du glaubst,dass die Beherrschung der Sprache eine erfolgreiche Integration bedeutet, dann hast du genauso wie unsere Politiker keine Ahnung und wunderst dich bestimmt, warum ein Ausländer ein deutschen auf der Haltestelle halbtot prügelt und regst dich unglaublich darüber auf.

    Integration bedeutet für mich, dass man in dem Land in dem man lebt, die Kultur als auch die Tugenden übernimmt und bereit ist dieses Land als seine Heimat zu betrachten. Wenn man allerdings von Anfang an nur auf dem Papier willkommen ist aber hinterrücks immer wie ein Mensch 2. Klasse behandelt wird, dann sollte man sich nicht wundern, wenn Parallelgesellschaften entstehen.

    [quote]
    Ich weiss nicht, was der mit „nicht anpassen“ meinte, aber bei der Sprache brauchst du dich doch nicht angesprochen zu fühlen.[/quote]

    Nun ja, obwohl ich hier aufgewachsen bin, werde ich im Prinzip schon seit der Grundschule gegenüber Deutschen hier benachteiligt und fühle mich deshalb absolut nicht integriert. Das ist eigentlich schade, aber wenn man von klein auf so behandelt wird, dann ist irgendwann das Land in dem man lebt einem einfach nur egal.

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    #22443
    Stephan
    270 Beiträge

    [quote] Ehrlich, wenn du glaubst,dass die Beherrschung der Sprache eine erfolgreiche Integration bedeutet, dann hast du genauso wie unsere Politiker keine Ahnung und wunderst dich bestimmt…. [/quote]

    Es ist Grundvoraussetzung, mehr nicht. Leg mir nicht in den Mund, was ich nicht gesagt habe.

    [quote] Nun ja, obwohl ich hier aufgewachsen bin, werde ich im Prinzip schon seit der Grundschule gegenüber Deutschen hier benachteiligt und fühle mich deshalb absolut nicht integriert. Das ist eigentlich schade, aber wenn man von klein auf so behandelt wird, dann ist irgendwann das Land in dem man lebt einem einfach nur egal. [/quote]

    Den Grund dafür magst du selbst vielleicht ahnen. Ich bezweifle aber, dass es nur dein Pass ist, denn den wirst du wohl kaum jedem unaufgefordert zeigen. Ich kenne jedenfalls genug Migranten, die sich nicht im Geringsten diskriminiert fühlen.

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    #22447
    0-gravity
    465 Beiträge

    @flex

    … ist aber die Sprache nicht ein wesentlicher Bestandteil der Kultur eines Landes? Wenn ich diese nicht beherrsche, werden mir viele Facetten, die dieses Land ausmachen ebenso verschlossen bleiben.

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    #22449
    Flex
    177 Beiträge

    [quote=“0-gravity“ post=22954]@flex

    … ist aber die Sprache nicht ein wesentlicher Bestandteil der Kultur eines Landes? Wenn ich diese nicht beherrsche, werden mir viele Facetten, die dieses Land ausmachen ebenso verschlossen bleiben.[/quote]

    Also ich will euch da eigentlich nicht widersprechen. Sprache ist schon enorm wichtig, aber auch die Akzeptanz der Gesellschaft gegenüber den Ausländern. Ich kann das nur aus meiner Perspektive schildern und wie bei uns(also ich und Freunde von mir die ebenfalls aus allen Ecken der Welt kommen) die Integration gescheitert ist, obwohl wir alle perfekt Deutsch sprechen alle eine Uni besuchen oder eine Ausbildung machen.
    Und was sind denn jetzt eigentlich die Facetten des Landes? Nach über 20 Jahren Aufenthalt hier kann ich beim besten Willen keine Facetten entdecken.
    Vllt. habe ich aber auch zu hohe Erwartungen, den wenn Integration bedeutet, dass ich mich verständigen kann, ein Arbeit habe und fleißig meine Steuern zahle, nun dann bin ich ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft.

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    #22452
    mikael321
    2337 Beiträge

    [quote=“Flex“ post=22956]Also ich will euch da eigentlich nicht widersprechen. Sprache ist schon enorm wichtig, aber auch die Akzeptanz der Gesellschaft gegenüber den Ausländern.[/quote]100 % agree ! Wie schon geschrieben : Ich habe zwei Jahre in Egypt verbracht, und mein Arabisch ist nur rudimentär . Integriert habe ich mich trotzdem gefühlt, weil ich an jeder Sache einfach beteiligt wurde . Ob Party oder sonstige Geschichten . Hier in der Schweiz spreche ich die Sprache besser als die Einheimischen, und fühle mich in keiner Art und Weise integriert . Selbst für Ehrenamtliche Tätigkeiten, wird hier oft da Schweizer Bürgerrecht verlangt .

    Michael

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    #22453
    mikael321
    2337 Beiträge

    [quote=“Lemmy“ post=22913]Übrigens auch allen Deutschen, aber nicht Passdeutschen…[/quote]Kleiner Ausflug in die Rechtskunde ? Im Staatsangehörigkeitsgesetz steht u.a. : Ein Deutscher Pass ist zwar ein starkes Indiz für eine Deutsche Staatsbürgerschaft[b] ist aber kein Beweis[/b].

    Deutscher im Sinne dieses Gesetzes ist, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt . Den Nachweis kann man führen mit

    1) der [b]Einbürgerungsurkunde[/b] oder dem
    2) [b]Staatsangehörigkeitsausweis[/b]

    Grundlage hierzu ist das RuStAG . Kann jemand seine Väterliche Linie bis vor 1914 zurück verfolgen und der Großvater , Urgroßvater, Ururgroßvater ist vor 1914 geboren, sind im Prinzip alle männlichen Nachkommen Deutsche Staatsbürger .

    Das bedingt unter anderem das ca. 25 % aller europäischen Israelis ( den die Deutschen Juden wurden als letzte umgebracht, und deshalb haben relativ viele überlebt ) auch Deutsche Staatsbürger sind . ca. 400.000 haben sogar einen Deutschen Pass . Fast keiner kann ein Wort Deutsch !

    Michael

    PS: [b]Zigeunerschnitzel[/b] erfüllt sicherlich den Tatbestand des § 130 StGB Ich habe mal einen Screenshot deines Textes gemacht und Maxim geraten , eine Anzeige gegen dich zu machen . Foren sind nun mal kein Rechtsfreier Raum . Und was zu weit geht, das geht zu weit .

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    #22454
    0-gravity
    465 Beiträge

    @flex

    na gut, ich will sicher nicht in Abrede stellen, das man als Ausländer von den einheimischen hin und wieder schon Ressentiments zu spüren bekommt. Das wirst du ohne Zweifel sicher besser wissen als ich.

    und vllt gibt es auch keine 100% Integration, vllt. wird man immer auch ein wenig der „Fremde“ sein. Mein Vater z.B. lebt jetzt schon 40 Jahre bei uns aufm Dorf, für die einheimischen wird er aber bis ans Ende seiner Tage der „Zugezogene“ sein, auch wenn es sich übers Dorfleben mit Chor und Heimatverein „integriert“ 😀

    Mit den Facetten ist es evtl zu hoch gegriffen. Ich meinte damit eigentlich ganz profane Dinge des Alltags der Deutschen. Meinetwegen deren Begeisterung bei der Fußball-WM, oder den ewigen Pessimus, oder eben Chor und Heimatverein (s.o.) oder was weiß ich denn… die ganz alltäglichen Dinge im Umfeld. Ohne Sprachkenntniss hat man zu solchen Dinge m.M.n. kaum oder nur begrenzt Zugang und wird außen vor bleiben. Das meinte ich damit.

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    #22455
    Stephan
    270 Beiträge

    [quote]na gut, ich will sicher nicht in Abrede stellen, das man als Ausländer von den einheimischen hin und wieder schon Ressentiments zu spüren bekommt. Das wirst du ohne Zweifel sicher besser wissen als ich.
    [/quote]

    Bin ich auch einverstanden. Aber es gibt definitiv auch eine „gefühlte“ Diskriminierung, die eigentlich gar keine ist. Schon etliche male selbst erlebt und in irgend einem Printmedium war es vor nicht langer Zeit auch mal thematisiert. Es geht darum, ein paar Beispiele:

    Ich treffe Dilek, Murat, Yasemin, Tamara, Ferenc und Dilara. Wir unterhalten uns. Ich frage, wo stammt ihr her. Sie sagen, aus Klein-Blittersdorf. Ich sage: nein, ich meinte, eure Abstammung.
    Und schon fühlen sie sich angepisst und ausgegrenzt.

    Und sowas nervt mich dann auch. Denn ich wollte sie weder ausweisen noch ins KZ stecken, ich bin schlicht und einfach an der großen weiten Welt und ihren Menschen interessiert.
    Und ich werde auch im Ausland oft gefragt, woher ich käme. Dann freue ich mich, dass sich jemand für mich interessiert und es kommt ein nettes Gespräch zustande.
    Aber hierzulande fühlen sich Zugereiste dadurch diskriminiert.

    Ich hatte auch noch so eine im Bekanntenkreis. Die hat sich je nach Erfordernis, von Minute zu Minute von der Türkin in die Deutsche und wieder zurückverwandelt. Ganz so, wie sie es gerade brauchte und wie es ihr nützlich erschien.
    Sagte ich im Gespräch zu ihr „dir als Türkin…“, war sie sauer und sagte, sie hat einen deutschen Pass.
    Anderes mal erzählte sie mir von den Problemen mit ihren Freunden und deren Mentalität. Ich meinte, versuche es doch mal mit einem Deutschen, wenn dir deine bisherigen Typen alle zu untreu, brutal und rückständig sind. Da meinte sie, nee, niemals, sie sei ne Türkin und ihre Mann müsse auch immer ein Türke sein.

    So, das ist kein erfundener Scheiss, das ist genauso wie ich es geschrieben habe, und solch ähnliche Stories kann ich dutzendweise berichten.

    Liebe Zuwanderer, ihr macht es einem manchmal auch nicht leicht.

    EDIT:
    Bevor das nun auch wieder falsch verstanden wird: ich kenne, und das ist die Mehrheit, aber etliche weitere Zugewanderte, bei denen das nie ein Problem ist: man steht dazu, dass man verschiedene Abstammungen/Nationalitäten hat, wo ist das Problem? 6 Tage die Woche wird es garnicht thematisiert, am 7. Tag flachst man mal rum und nimmt sich gegenseitig humorvoll auf die Schippe.

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    #22456
    MiMo
    467 Beiträge

    [quote=“mikael321″ post=22960]
    PS: [b]Zigeunerschnitzel[/b] erfüllt sicherlich den Tatbestand des § 130 BGB Ich habe mal einen Screenshot deines Textes gemacht und Maxim geraten , eine Anzeige gegen dich zu machen . Foren sind nun mal kein Rechtsfreier Raum . Und was zu weit geht, das geht zu weit .[/quote]

    Stimmt! Habe den Admin schon vor zwei Tagen auf diesen „Beitrag“ aufmerksam gemacht, leider bis jetzt ohne Erfolg. Bedenklich, weil nämlich auch die Verbreitung dieses Mülls strafbar ist. (Es ist übrigens § 130 [b]StGB[/b], nicht BGB)

    http://dejure.org/gesetze/StGB/130.html

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    #22459
    mikael321
    2337 Beiträge

    [quote=“Stephan“ post=22962]Ich treffe Dilek, Murat, Yasemin, Tamara, Ferenc und Dilara. Wir unterhalten uns. Ich frage, wo stammt ihr her. Sie sagen, aus Klein-Blittersdorf. Ich sage: nein, ich meinte, eure Abstammung.
    Und schon fühlen sie sich angepisst und ausgegrenzt.[/quote]Solange du das jeden fragst, habe ich kein Problem damit. Ich wage aber zu bezweifeln ob du Horst Schimanski aus Duisburg oder Ernst Kuzorra aus Gelsenkirchen, das selbe fragen würdest . ( oder Klaus Kinski oder Hanna Schygulla u.v.m )

    Michael

    PS: Lukas Podolski hätte dir sicher auf die Frage mit „AUS KÖLN“ geantwortet, obwohl das nicht mal stimmt !

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    #22460
    mikael321
    2337 Beiträge

    [quote=“MiMo“ post=22963](Es ist übrigens § 130 [b]StGB[/b], nicht BGB)[/quote]Sorry hast natürlich recht, habe ich schon korrigiert .( Und hatte ich auch vorher geschrieben = Straftat )

    Michael

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    #22462
    Stephan
    270 Beiträge

    [quote] Ich wage aber zu bezweifeln ob du Horst Schimanski aus Duisburg oder Ernst Kuzorra aus Gelsenkirchen, das selbe fragen würdest . ( oder Klaus Kinski oder Hanna Schygulla u.v.m )[/quote]

    Wenn es sich nicht sowieso im Verlauf eines Gesprächs ergibt (bzw. das Gegenüber es nicht von sich aus erwähnt), warum sollte ich das nicht tun? Ich finde es keine Schande, sondern normal, Menschen danach zu fragen, woher sie stammen, wo sie aufgewachsen sind…das ist für mich ganz normaler Smalltalk.

    Was daran jetzt diskriminierend ist, erschliesst sich mir nicht.

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    #22463
    MiMo
    467 Beiträge

    [quote=“Stephan“ post=22969], Menschen danach zu fragen, woher sie stammen, wo sie aufgewachsen sind…das ist für mich ganz normaler Smalltalk.

    Was daran jetzt diskriminierend ist, erschliesst sich mir nicht.[/quote]

    Dann lesen Sie sich Ihr Posting von gestern noch einmal durch:
    „Ich treffe Dilek, Murat, Yasemin, Tamara, Ferenc und Dilara. Wir unterhalten uns. Ich frage, wo stammt ihr her. Sie sagen, aus Klein-Blittersdorf. Ich sage: nein, ich meinte, eure Abstammung.
    Und schon fühlen sie sich angepisst und ausgegrenzt.“

    SIE haben gefragt, woher ihr stammt und eine Antwort erhalten („Klein-Blittersdorf“) – soweit so gut.

    Aber IHNEN hat die Antwort von Dilek, …. nicht gepasst („NEIN, ich meinte eure Abstammung“) Und genau hier fängt Ausgrenzung an, denn wenn sich Ihr neuer Arbeitskollege namens Klaus vorgestellt hätte mit „Ich komme aus Köln“, hätten Sie ihm mit Sicherheit nicht entgegnet, „Nein, ich möchte deine Abstammung wissen“, oder???

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    #22464
    Stephan
    270 Beiträge

    Wo bitte ist da die Ausgrenzung und Diskriminierung? Fühlst du dich als weisser/Deutscher/was auch immer..im Ausland diskriminiert, wenn dich jemand nach der Herkunft fragt?

    Meine Güte, seid ihr dünnhäutig.

    [quote]Aber IHNEN hat die Antwort von Dilek, …. nicht gepasst[/quote]

    „nicht gepasst“ ist Quatsch. Wer offensichtlich an einem x-beliebigen Ort nicht ursprünglich heimisch ist und dann ein Problem mit der Frage „woher kommst du“ hat, gehört in eine Therapie.

    [quote]wenn sich Ihr neuer Arbeitskollege namens Klaus vorgestellt hätte mit „Ich komme aus Köln“, hätten Sie ihm mit Sicherheit nicht entgegnet, „Nein, ich möchte deine Abstammung wissen“, oder???
    [/quote]
    Sicher nicht in den ersten Minuten und nicht in dieser Art „Verhör“, wie du es schreibst. Ansonsten…warum nicht? Wenn er mich als Kollege interessiert, klar. Wenn er mir am Arsch vorbei geht, nein. Dann frage ich ihn garnichts.

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    #22465
    MiMo
    467 Beiträge

    [quote=“Stephan“ post=22971] Fühlst du dich als weisser/Deutscher/was auch immer..im Ausland diskriminiert, wenn dich jemand nach der Herkunft fragt?

    „nicht gepasst“ ist Quatsch. Wer[b] offensichtlich an einem x-beliebigen Ort nicht ursprünglich heimisch ist [/b]und dann ein Problem mit der Frage „woher kommst du“ hat, gehört in eine Therapie.[/quote]

    „Offensichtlich“ meint bitte was? Name, Aussehen (Hautfarbe etc …), …?

    Und diese Kriterien wenden Sie also an, um zu entscheiden, dass jemand an einem Ort „nicht ursprünglich heimisch“ ist.

    Dilek, die in Klein-Bittersdorf geboren, dort aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, ist dort – verstehe ich Sie richtig – „nicht ursprünglich heimisch“? Ich glaube nicht, dass Dilek dann eine Therapie benötigt, wenn sie sich dadurch ausgegrenzt fühlt.

    Und übrigens: Wenn ich im Ausland sage, dass ich aus Deutschland komme, bin ich noch NIE der Antwort begegnet, „Nein, das meine ich nicht, ich meine ihre Abstammung“, SIE etwa?

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