Heiraten in Belarus

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  • #6226
    Lars
    14 Beiträge

    Hallo,
    ich wende mich an euch, da ich einige Fragen habe.
    Meine Freundin und ich möchte im Januar in Brest heiraten. Das Standesamt in Brest sagt, dass ich nur eine Ledigkeitsbescheinigung mit Apostille und Kopien von meinem Pass benötige. Dann müssen wir uns dort registrieren und können frühestens nach 15 Tagen, spätestens in 3 Monaten heiraten.

    Mein deutsches Standesamt sagt, dass die Behörden in Belarus ein Ehefähigkeitszeugnis von mir benötigen. Und für dies EFZ benötiget das deutsche Standesatm von meiner Freundin die Geburtsurkunde im ORIGINAL mit Apostille, eine Ledigkeitsbescheinigung mit Apostille und eine beglaubigte Kopie von Ihren Pass (jede Seite, auch leere). Dann muß ich alles in Deutschland übersetzen lassen. Dann muß ich das EFZ in Deutschland mit einer Apostille versehen lassen und kann in Belarus heiraten.

    -unsure

    Hat jemand von euch Erfahrungen??? Ist das wirklich so richtig??? Schon mal vielen Dank im Voraus…

    Gruß
    Lars

    0
    #6227
    mikael321
    2337 Beiträge

    [b]Lars Dreyer schrieb:[/b]
    [quote]Hat jemand von euch Erfahrungen??? Ist das wirklich so richtig??? Schon mal vielen Dank im Voraus…[/quote]Eigentlich hat dein Standesamt recht. Aber ( dein Glück ) halten sich die Belarussischen Behörden selten an ihre eigen Vorschriften. Also wenn du in Belarus heiraten willst, musst du das besorgen, was die Belarussen von dir haben wollen. Nicht das, was die Deutschen meinen, was benötigt wird. Übrigens kennen die Belarussen überhaupt kein Ehefähigkeitszeugnis.

    Im Regelfall besorgst du dir bei EWO Amt eine [b]erweiterte[/b] Meldebescheinigung, und beim Standesamt / Bürgeramt eine Geburtsurkunde. Die lässt du mit einer Appostille versehen.( Musst du fragen, wo du die her bekommst, meist beim Regierungspräsidenten ) Das ganze kannst du in Deutschland , oder billiger in Belarus übersetzen lassen.

    Das sollte deinen Eigenen Aussagen nach genügen. ( Auch meine Erfahrung )
    Dann heiraten, und wenn die Ehe in Belarus gültig ist, ist sie es auch in Deutschland. Wenn du noch Infos brauchst, kein Problem.

    Wenn du ein EFZ machst, kannst du auch gleich in D. heiraten. Der Aufwand ist nicht gering !

    Michael

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    #6228
    targa71
    559 Beiträge

    Hallo Lars,

    ich meine das es „die“ Ledigkeitsbescheinigung nicht gibt. Ihr solltet in Brest abklären ob eine erweiterte Meldebescheinigung deiner Heimatstadt inkl. Übersetzung und ggf. Apostille nicht reicht? In der Meldebescheinigung ist ja immer der Familienstand verzeichnet.
    Sollte ausdrücklich das EFZ verlangt werden dann ist es wohl korrekt was Du dafür machen müßtest………allerdings ist dann die Heirat in Deutschland genauso sinnvoll….
    Vor Jahren reichte es in Belarus aus nur diese Meldebescheinigung (nur einfache Übersetzung in Weißrussland inkl. weißrussische notarielle Beglaubigung) zu haben……und wenn man sich etwas gut mit den Mitarbeitern des Standesamt stellt, dann klappt das auch unter 2 Wochen 🙂
    Und die Hochzeit in Weißrussland ist annerkannt, da sie nach den gesetzlichen Vorstellungen auch von Deutschland vonstatten geht….

    Viele Grüße
    targa71

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    #6229
    mikael321
    2337 Beiträge

    [b]targa71 schrieb:[/b]
    [quote]Ihr solltet in Brest abklären ob eine Meldebescheinigung deiner Heimatstadt inkl. Übersetzung und ggf. Apostille nicht reicht? In der Meldebescheinigung ist ja immer der Familienstand verzeichnet.[/quote]Nur in der Erweiterten ! Und in der Regel, reicht diese auch aus, um sich in Belarus zu „trauen“. 😀 ( Nicht in Minsk 4 )

    Michael

    0
    #6231
    Lars
    14 Beiträge

    Hi Michael,
    vielen Dank für die Info. Du hast Recht das mit dem EFZ ist wirklich aufwendig, dann kann man gleich in Deutschland heiraten.
    Nur mein Standesamt sagte mir heute, dass viele dieses Problem hatten (haben)und in Russland und Belarus immer ein EFZ verlangt wird.

    Gruß
    Lars

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    #6232
    mikael321
    2337 Beiträge

    [b]Lars schrieb:[/b]
    [quote]Hi Michael,
    vielen Dank für die Info. Du hast Recht das mit dem EFZ ist wirklich aufwendig, dann kann man gleich in Deutschland heiraten.
    Nur mein Standesamt sagte mir heute, dass viele dieses Problem hatten (haben)und in Russland und Belarus immer ein EFZ verlangt wird. [/quote]Grundsätzlich verlangen ehm. CCCP Staaten Beamte grundsätzlich alle Dokumente, die sie haben können, und von dehnen sie jemals gehört haben. Möglichst mit vielen Stempeln drauf. Da kein ehem. CCCP Land überhaupt ein EVZ kennt, ist die Forderung blanker Unsinn ! Die müssen nur wissen ob du ledig bist. Was wäre denn , wenn du zb. Holländer wärst, die auch kein EFZ kennen ? 😀

    Ein Forderung danach kann man fast immer wegdiskutieren. Im Notfall hilft eine Plumpe Lüge. Zb. das dein Vater Franzose ( beliebige Nationalität außer Österreicher ) wäre, und du deshalb kein EFZ bekommen würdest, weil Frankreich so ein Ding nicht kennt. 😀

    Also mach dir mal nicht zu viel sorgen. Unter die Haube kommst du schon.

    Michael

    PS: Du hast Post, und ich bin jetzt weg !

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    #6233
    Linkinger
    100 Beiträge

    Hi Lars,

    um Diskussionen auf der jeweiligen Behörde zu vermeiden, solltest Du deutsche Dokumente für belarussische Behörden auch in Belarus beglaubigen lassen (und Mikael321′ Aussage zu den günstigeren Kosten für die Übersetzung kann ich auch bestätigen).

    Umgekehrt gilt das natürlich auch für die deutschen Ämter; da muss alles von einem entsprechend beeidigten Übersetzer angefertigt werden.

    Nach der Hochzeit gehts auf den Behörden natürlich weiter. Aufenthaltserlaubnis, später dann die Niederlassungserlaubnis, Verpflichtungserklärungen, falls Freunde oder Verwandte zu Besuch kommen…

    Ist aber egal, denn andere haben es vor Dir und werden es nach Dir schaffen und – ES LOHNT SICH!

    Viel Erfolg
    Linkinger

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    #6236
    mikael321
    2337 Beiträge

    TO DO LISTE

    Für die Eheschließung

    1. Krankenversicherung SOVAG

    Konrad-Adenauer-Ufer 71
    D-50668 Köln
    Tel. 0049 (0)221 – 91 28 100
    Fax 0049 (0)221 – 91 28 1015

    2. Innerhalb von 3 Tagen nach Anreise beim OWIR anmelden

    3. Aufgebot mindestens 3 Tage – max. 15 Tage Karenzzeit

    4. Siehe 10 – Abmeldung aus Ehimatstadt für neuer Pass Ehefrau ( PP Pass )

    5. Siehe 10 – negativen Steuerbescheid für neuen Pass

    6. Nach Eheschließung zum Justiz- oder Außenministerium in Minsk um
    die Heiratsurkunde mit Apostille versehen zu lassen – Die Apostille (n)
    bekommst du in Belarus beim :

    Außenministerium Karl-Marx-Str. 37a, Erdgeschoss Minsk Tel.: 226 76 75 oder
    beim Justizministerium Kollektornaja Str. 10 Minsk Tel.: 200 39 19 => davon
    am besten gleich 2 Kopien

    8. Heiratsurkunde dann in Minsk übersetzen lassen – danach

    9. Zur Deutschen Botschaft Minsk und Antrag auf
    Familienzusammenführung stellen

    10. Neuen Pass für Ehefrau mit neuem Familiennamen ausstellen lassen – muss
    ein PP-Pass sein (für Auslandsrussen – KEIN KH-Pass!!!) ==> eventuell
    Vollmacht vergeben und beim Notar beurkunden lassen für Visumabholung in der
    Botschaft Minsk –.

    11. Expresspass in habe ich leider nur die Nummern für Grodna : Die Nummern von der Passstelle in Grodno sind
    00375-152-7976-77 , 00375-152-7976-90 , 00375-152-797828 – Preis 100 US$ (
    letztes Jahr ) Dauer 1 Woche ! Denk daran das sie einen PP Pass möchte !!
    Dazu braucht sie aber noch einige Dokumente.

    Zb. die Abmeldung aus Heimatstadt und einen negativen Steuerbescheid. Am besten soll sie schon vor der Eheschließung anrufen und fragen, welche Dokumente benötigt werden, und diese Dokumente besorgen.

    Antrag auf das FZV Visum, kann sie mit dem alten Pass machen. Das Visum dann in den neuen Pass kleben lassen.

    Michael

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    #6237
    mikael321
    2337 Beiträge

    [b]Linkinger schrieb:[/b]
    [quote]um Diskussionen auf der jeweiligen Behörde zu vermeiden, solltest Du deutsche Dokumente für belarussische Behörden auch in Belarus beglaubigen lassen [/quote]Ist nicht nötig. Appostille reicht. Belarus ist Apposillenanwender .

    http://www.hcch.net/index_en.php?act=states.details&sid=10

    Michael

    0
    #6245
    Mertens
    32 Beiträge

    [b]mikael321 schrieb:[/b]
    [quote]

    10. Neuen Pass für Ehefrau mit neuem Familiennamen ausstellen lassen – muss
    ein PP-Pass sein (für Auslandsrussen – KEIN KH-Pass!!!) ==> eventuell
    Vollmacht vergeben und beim Notar beurkunden lassen für Visumabholung in der
    Botschaft Minsk –.

    Michael[/quote]

    Hallo Michael,

    meine Frau lebt seit 1,5 Jahren in Deutschland und hat einen BM-Pass(Was das auch immer sein mag)mit ihrem neuen Familiennamen.
    Da dieser in 1 Jahr abläuft sind wir am überlegen, ob wir einen PP-Pass beantragen sollen oder ob wir wieder einen ganz „normalen Pass“ beantragen sollten.
    Als wir beim letzten Mal in der Behörde in Belarus waren, haben wir uns dann aufgrund der Menge an geforderten Dokumente und der langen Bearbeitungsdauer und den Kosten von 2 Monatsgehältern(so stand es auf dem PP-Pass Merkblatt) gegen den PP-Pass entschieden.

    Man sagte uns, dass die Beantragung des PP-Passes bis zu 3 Monate dauert.
    Meine Frau ist Studentin in Deutschland und kann aus diesem Grund nicht 3 Monate in Belarus auf ihren neuen Pass warten.
    Spricht etwas dagegen, wieder einen normalen Pass zu beantragen?
    Für unsere Ortsansässige Ausländebehörde spielt es keine Rolle ob PP-BM-KH Pass.

    VG
    Toschi

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    #6246
    Conny Kuhs
    343 Beiträge

    Nach meinem Kenntnisstand wird keine belarussische Behörde ein deutsches Dokument beglaubigen (eine deutsche Behörde beglaubigt auch keine ausländischen Urkunden oder Dokumente).

    Man kann die Übersetzung eines vereidigten Übersetzers beglaubigen lassen.

    Wir lassen alle Dokumente (wenn nicht anders möglich) in Göttingen übersetzen, dort haben wir einen sehr günstigen Übersetzer gefunden, der vom Gericht anerkannt ist.
    Dort hat die Übersetzung des Führerscheins 15,-€ gekostet, gegenüber 120,-€ bei einem Übersetzungsbüro aus den Gelben Seiten.

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    #6252
    targa71
    559 Beiträge

    [b]mikael321 schrieb:[/b]
    [quote]TO DO LISTE

    Für die Eheschließung

    1. Krankenversicherung SOVAG

    8. Heiratsurkunde dann in Minsk übersetzen lassen – danach
    [/quote]

    Hmm, warum Man(n) ausgerechnet [u]diese[/u] Krankenversicherung benötigt erschließt sich mir nicht. Kannst ruhig die weißrusische nehmen und es ist gut. Neeein, bitte jetzt nicht wieder eine endlos-Diskussion über die Krankenversicherungen…. 🙂

    Bei der Heiratsurkunde sollte man im übrigen eine internationale verlangen. Die Standesämter in Belarus können das wohl auch ausstellen. Wir hatten leider nur eine „nationale“ und damit etwas mehr Rennerei!

    Man sollte auch klären ob es nicht reicht die erweiterte Meldebestätigung (ohne Apostille) vorzulegen. Einfach in Weißrussland übersetzen lassen und noch dort beglaubigen lassen. Hat bei uns bestens geklappt!
    Die „Aufgebotzeit“ kann man eventuell verkürzen wenn man sich mit den Leuten vom Standesamt gut stellt. Eine Tüte von Douglas kann da schon was bewegen 🙂

    Ansonsten eine gute TO DO Liste!

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    #6253
    targa71
    559 Beiträge

    [b]Conny Mьller schrieb:[/b]
    [quote]Nach meinem Kenntnisstand wird keine belarussische Behörde ein deutsches Dokument beglaubigen (eine deutsche Behörde beglaubigt auch keine ausländischen Urkunden oder Dokumente).[/quote]

    Das ist jetzt ein weites Diskussionsfeld über Beglaubigungen! Wenn es z.B. sich um eine Kopie einer Urkunde hält wird die sehr wohl beglaubigt, da jediglich die Echtheit der Kopie von der vorgelegten Urkunde bestätigt wird, nicht aber die Echtheit der Vorlagen!!!
    Also, deutsche Behörden bestätigen das sehr wohl!

    0
    #6262
    mikael321
    2337 Beiträge

    [b]targa71 schrieb:[/b]
    [quote]nicht aber die Echtheit der Vorlagen!!! ( Urkunde )[/quote]Die wird durch die Appostille bestätigt. IMHO braucht man die Botschaft auf keinen Fall zum Beglaubigen. Gebe ich zb. Unterlagen zum FZV ab, habe ich das Original ja am Mann. Die Botschaft macht eine Kopie, und weiß damit : Kopie entspricht Original.
    Ist eine Appostille drauf, ist das Teil echt.

    Lasse ich Dokumente übersetzten, ( wenn ich die für D. brauche, am besten von einem Vereidigten Übersetzer ) , ist nur die Übersetzung wichtig. Wird die Appostille mit übersetzt, ist die Echtheit des Dokumentes genügend belegt.

    Michael

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    #6263
    mikael321
    2337 Beiträge

    [b]targa71 schrieb:[/b]
    [quote]Hmm, warum Man(n) ausgerechnet [u]diese[/u] Krankenversicherung benötigt erschließt sich mir nicht.[/quote]Da es die einzige ist, die in Belarus, außer der Staatlichen anerkannt ist ! Manche Menschen ( so wie ich zb. ), machen die Sache gleich Wasserdicht. Ich muss mich also nicht evt. an der Grenze anstellen, um mir eine Belarus Versicherung zu kaufen. Kann aber jeder machen wie er will.

    [b]targa71 schrieb:[/b]
    [quote]Die „Aufgebotzeit“ kann man eventuell verkürzen wenn man sich mit den Leuten vom Standesamt gut stellt. Eine Tüte von Douglas kann da schon was bewegen :-)[/quote]Immer ein guter Tip ! 😀 Bakschisch ! Eine Internationale Heiratsurkunde ist überflüssig .

    Die Deutschen akzeptieren nur Urkunden in Deutsch, oder welche die auf Deutsch übersetzt worden sind. Da die Internationale nicht auf Deutsch ist, muss ich die auch übersetzten lassen. Da kann ich dann auch gleich mit der Belarussische machen. Hauptsache es ist eine Appsotille drauf. Rechtlich gültig, sind beide.

    Michael

    0
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