Heirat – Aber wie?

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  • #23351
    Anonym
    15 Beiträge

    Hallo liebes Forum!

    Meine Freundin (25, Belarusin, Bachelor in Translation&Interpreting von der Minsk Linguistic University) und ich (24, Deutsch, Sport- u. Englishstudent) wollen nach 2 Jahren Fernbeziehung endlich zusammen leben und heiraten.
    Zunaechst hatten wir Dänemark als Heiratsmekka auserkohren, aber nachdem wir uns nun schlaugelesen haben, fällt das wohl flach.
    Dann dachten wir an eine Heirat in Deutschland, allerdings ist diese ja bürokratisch sehr aufwendig und sie müsste dazu erst per Bride-Visa einreisen, danach wieder ausreisen und dann in Minsk auf eine entsprechende Aufenthaltsgenehmigung warten.
    Entsprechend sind wir nun bei Möglichkeit 3 angelangt, bei der wir in Minsk heiraten würden. Das wäre bürokratisch unaufwendiger und sie müsste nicht unnötig hin- und herreisen (was wir eh schon zur Genüge tun).
    Meine Fragen sind nun:
    1. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Heirat in Deutschland nicht anerkannt wird?
    2. Ist ein Ablehnen der Familienzusammenführung realistisch, obwohl wir offensichtlich keine Scheinehe eingehen? Sie hat zwei Sommer in Deutschland gearbeitet, war danach noch drei mal länger (bis zu 3 Monate am Stück) zu Besuch und auch ich habe allein letztes Jahr 89 Tage in Minsk verbracht (Studentsein macht’s möglich :P).
    3. Ist es ein Problem, dass ich noch Student bin und auf das Einkommen meiner Eltern angewiesen bin (Kein BaFöG, da beide Eltern Lehrer)?

    Liebe Grüße!

    P.s. Wenn ihr nützliche Tipps abseits der Fragen habt, postet sie ruhig 😉

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    #23352
    MiMo
    467 Beiträge

    Bin noch in Litauen deswegen heute nur so viel:
    Bei einem Heiratsvisum braucht man nach der Hochzeit natuerlich NICHT wieder auszureisen sondern geht zur oertlichen ABH und erhaelt eine befristete Aufenthaltserlaubnis – bei meiner Frau waren das zunaechst drei Jahre.
    Mehr gerne naechste Woche
    MiMo

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    #23361
    Anonym
    15 Beiträge

    Das klingt ja vielversprechend und fast so, als ob die Aufenthaltsgenehmigung bei einer Hochzeit in Deutschland definitiv erteilt würde?!
    Dann hätten wir ja unseren Gewinner gefunden, da so nicht diese Ehegattennachzugsgeschichte auf uns zu käme!

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    #23362
    Andreas
    755 Beiträge

    Wir haben 2008 in Belarus geheiratet. Nachzug war erst 2010 da meine Frau noch ihren Vertrag an der Uni erfüllen wollte. Nachzug war kein Problem. Alles lief reibungslos da ich die meisten Sachen bereits im Vorfeld mit unserer ABH geklärt hatte.
    Also wenn ihr lieber in Belarus heiraten wollt sollte das auch kein Problem werden.

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    #23363
    Anonym
    15 Beiträge

    Wir würden lieber in Deutschland heiraten, wenn das den Ehegattennachzug erspart. So könnte sich sich direkt auf die Suche nach Arbeit machen und wir würden nicht noch weitere Zeit „verschwenden“. Außerdem wäre es wohl einfach mit den involvierten Trauzeugen/innen.
    Dennoch ist Belarus definitiv auch eine Möglichkeit. Wir wollen eigtl nur so wenig Ungereimtheiten wie möglich haben 🙂 Zwei Jahre Dauerfernbeziehung zahlen ab und zu schon ihren Tribut 😉

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    #23364
    Christian
    88 Beiträge

    es gibt 3 formell korrekte Wege:

    1. Heirat mit Besuchsvisum hier in Deutschland. Anschließend Rückreise nach Belarus und das Familienzusammenführungsvisum bei der Botschaft Minsk beantragen. Die Vorbereitungen / Anmelden der Eheschließung und Prüfung der Unterlagen (zB OLG) sollte im Vorfeld erfolgen. Beim Beantragen des Besuchsvisum solltet ihr natürlich nichts von dem Plan zu heiraten erzählen.

    2. Visum ZUR Eheschließung in Deutschland beantragen. Dann müssen die Vorbereitungen mit Standesamt im Vorfeld erledigt sein, sonst gibts kein Visum. Deine Verlobte erhält das Visum zur Eheschließung. Für den Zeitraum Einreise – Heiratsdatum wird eine Verpflichtungserklärung benötigt. Ihr heiratet, dann muss sie nicht ausreisen erneut.

    3. Visum nach erfolgter Ehe als Ehefrau eines Deutschen. Sie muss dann nicht erneut ausreisen, ein Visum braucht sie natürlich trotzdem von der Botschaft in Minsk.

    Wir haben Schritt 1 gewählt und lief fehlerfrei / problemlos und zügig, haben es aber auch sehr gut vorbereitet gehabt.

    Gilt für alle Varianten: Sie braucht ein A1-Zertifikat für Deutsch, was nicht älter als 1 Jahr ist. Gültig nur von ALTE zertifizierten Schulen oder Göthe Institut.

    Es gibt auch eine Möglichkeit, bei Schritt 1 direkt hier in Deutschland zu bleiben. Dies bedarf aber Streit und Rechtskämpfe mit der ABH und ihr solltet einen Anwalt dafür haben. Gibt auch welche, die sich darauf spezialisiert haben und das für eine Pauschale anbieten.

    Grundsätzlich: Es ist Dein Recht als Deutscher, mit Deiner Frau hier zu leben. Sofern ihr 2-3 Stempel im Pass aufzeigen könnt, ein paar Bildchen vom Urlaub oder so gibts keine Probleme. Laut Statistik werden > 98% der beantragten Visa genehmigt, solltest Dir da nicht zu viele Gedanken machen.

    Besorgt schonmal die Unterlagen, die so oder so benötigt werden. Wenn ihr im Ausland heiratet werden die Übersetzungen, Apostillen und Unterlagen trotzdem im Nachgang geprüft um die Heirat anerkennen zu lassen in Deutschland. Apostille gibts nur in Minsk bei 2-3 Stellen.

    Ihr braucht unter anderem Meldebescheinigung, Geburtsurkunde, Ehefähigkeitsbescheinigung bzw. Ledigkeitsbescheinigung, Pass und Apostille auf dem Zeug. Alles von einem in Deutschland vereidigtem Übersetzer übersetzt.

    In Deutschland angekommen dann:
    – anmelden am gemeinsamen Wohnsitz
    – zur ABH die AE beantragen
    – falls sie zum Integrationskurs verpflichtet wird einen Anbieter für diesen suchen und anmelden

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    #23365
    Anonym
    15 Beiträge

    Danke für die Antworten schonmal!
    Wir haben überall gelesen, dass eine Heirat mit Besuchervisum oft zu Problemen führt, da einem vorgeworfen wird, das Visum mit unwahren Motiven beantragt zu haben.
    Müssen die Dokumente definitiv von einem in Deutschland anerkannten Übersetzer bearbeitet werden? Und sie hat ja nen Bachelor als Übersetzerin Russisch/Englisch und deutsch als 2. Fremdsprache. Das muss doch diesen (auch nicht kostengünstigen) Sprachtest ersetzen.
    Zum Integrationstest haben wir gelesen, dass Menschen mit Hochschulabschluss meist aus der Kategorie fallen, da sie als leichter integrierfähig gelten. Der Kurs ist bestimmt auch mit weiteren Mehrkosten verbunden, nehm ich an?

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    #23366
    Christian
    88 Beiträge

    Und? Was soll dann passieren? Eine Heirat kann nicht rückgängig gemacht werden. Ein Recht auf Zuzug zum deutschen Ehemann ebenfalls nicht. Also kann es Dir scheiss egal sein, was die deutsche Botschaft davon hält oder ob diese „sauer“ ist. Es ist einfach unwichtig. Und noch einmal: Es ist legal!
    Es ist legal, es ist risikolos und es kann dagegen nichts gemacht werden. Es gibt sogar Verwaltungsvorschriften zu dem Thema, das ein Besuchsvisum zur Eheschließung erteilt werden kann (zB weil der Ausländer nicht in Deutschland leben möchte oder noch 1-2-3 Jahre etwas im Ausland zu tun hat und somit die nationale AE verfallen würde nach 6 Monaten Auslandsaufenthalt). Du machst Dir viel zu viel Sorgen um die unwichtigen Dinge, solltest Dich auf die von mir genannten Punkte konzentrieren wenn Du das hinter Dich bringen willst.

    Warum ich Dir empfehle dies nicht zu sagen bei Antragstellung: weil das Visum dann höchstwahrscheinlich nicht gegeben wird, da die Rückkehrbereitschaft nicht gegeben ist. Daher einfach verschweigen, fertig.

    Ja, die Dokumente werden beim OLG geprüft. Das OLG akzeptiert Dokumente von zertifizierten Übersetzern. Das Vertrauen in belarussische Übersetzer oder ähnliches ist nicht sonderlich hoch; sollte selbsterklärend sein. Hängt auch von den Anforderungen des Standesamtes und dahinterhängendem OLG ab. Also informier Dich beim zuständigen Standesamt über Art und Umfang an geforderten Dokumenten / Übersetzungen. Bei uns war es _zwingend_ eine Übersetzung eines beim OLG lizenziertem Übersetzer in Deutschland. So lese ich es auch häufig, sollte dem Standard entsprechen. Kostet aber auch nicht viel, in Summe vieleicht für alle Dokumente zusammen max. 200 Euro (wenn keine Scheidung mit dabei ist, sonst sinds ja mehr Dokumente). Wenn ihr im Ausland heiratet müssen die Dokumente halt im Nachgang übersetzt werden damit diese in Deutschland beim Standesamt anerkannt werden können. Die Botschaft wird die Dokumente ja auch in Deutsch benötigen für die Antragstellung. Im Prinzip verschiebt man durch die Heirat im Ausland das Thema nur ein wenig nach hinten oder spart ein paar Euro, weil nicht mehr so viele Dokumente benötigt werden zur Übersetzung. Entweder Deutsch > Belarussisch oder eben Belarussisch > Deutsch – tut sich nicht viel.

    Meine Frau hat ebenfalls ein abgeschlossenes Studium in 2 Fächern (auch im Sprachumfeld), wurde trotzdem zum I-Kurs verdonnert. Das ist auch gut so, da damit Rechtsformen, Verhaltensweisen, Sprache und andere Dinge „gelernt“ werden. Es hilft Deiner Frau wesentlich weiter und vereinfacht einiges und sie fühlt sich auch entsprechend wohler. Spätestens in 3 Jahren wenn es darum geht die Niederlassungserlaubnis / Einbürgerung zu beantragen wird das Abschlusszertifikat des I-Kurses benötigt, sonst gibts nur 1-Jahr lange Aufenthaltserlaubnisse – im übrigen mit höheren Kosten versehen da jedes Jahr neu beantragt werden muss. Mit Abschluss des I-Kurses gibts sofort längere AE`s. Dh wenn ihr plant in Deutschland zu leben kommt ihr um die Prüfung des I-Kurses / „Leben in Deutschland“ früher oder später nicht herum.

    Ob die zuständige ABH jemanden als leicht integrierfähig hält entscheidet sie selbst. Zur Zeit kostet der Kurs 1,10 / Stunde Eigenleistung, dauert ca. 720 Stunden (600 Deutsch falls notwendig (maximal bis B1) und 120 Orientierungskurs / Leben in Deutschland).
    Da scheinbar schon Deutsch-Skills vorhanden sind braucht sie entsprechend weniger Stunden. Sie muss nur B1 erreichen, danach ist Ende bei diesem Thema. Hat sie schon B1 kann sie direkt „Leben in Deutschland“ machen, ändert aber nix dran das die Prüfung früher oder später abgelegt werden muss.
    Bei erfolgreichem Bestehen der Prüfung innerhalb (ich glaube) 24 Monate gibts vom BAMF 50% auf Antrag zurück, dh dann ist man bei 55 cent / Stunde Eigenleitung. Ein Witz für das, was man gelernt bekommt und somit in der Lage ist, sich selbst hier zu bewegen und Prozesse sowie Rechtsform kennenzulernen. Nicht zu vergessen das man auch Bekanntschaften schließen kann im Rahmen des Kurses, was für einen Ausländer der neu im Land ist immer ganz nett ist.

    Einen Ausländer heiraten kostet Geld. Das musst Du akzeptieren. Übersetzungen, Aufenthaltserlaubnis, Anträge, Pass (PP zB bei Belarus-Botschaft München/Berlin), Integrationskurs, in der Regel ein schlechteres Einkommen, Reisen in die Heimat usw.
    Wenn Dich die paar Euro zur Vorbereitung der Heirat / Integration der Frau schon „stören“ solltest Du von dem ganzen Thema absehen und Dir was Deutsches suchen.
    Die Besuche / Terminabstimmungen mit der ABH sind mMn viel nerviger, zumal ich auch immer dabei bin da die ABH oftmals zu viele Dokumente anfordern und ich Wert auf Datenschutz und Einhaltung von Rechten / Pflichten lege.
    Es werden zB oft Gehaltsabrechnungen gefordert – dies geht die ganz einfach gesagt nichts an, wo ich arbeite, was ich verdiene wenn es sich um eine Heirat mit einem Deutschen handelt. Ich könnte auch Hartz 4-Bezieher sein, würde nichts am Sachverhalt ändern.
    Auch wurde uns gesagt wir bekommen – nach Abschluss des I-Kurses – nur eine Verlängerung um 2 Jahre, „weil wir das immer so machen“. Interessiert mich einen scheiss, habe 3 Jahre beantragt nach Eskalation beim Teamleiter und sie konnten nicht ablehnen. Somit Geld gespart bei der nächsten Verlängerung. Immerhin 60-100 Euro oder was die AE kostet zur Zeit. Man sollte sich halt von diesen Sachbearbeitern nicht rum schubsen lassen.

    zu A1: Ihr müsst das Zertifikat vorlegen bei Antragstellung zur nationalen AE in Minsk. Das ist Vorgabe und steht auch so auf der Anforderungsliste fürs nationale Visa.
    Die Bewertung, ob die vorhandenen Deutsch-Skills ausreichen wird die Botschaft höchstwahrscheinlich nicht selbst vornehmen, ausser das Deutsch ist C1 / flüssig – so das sich der Sachbearbeiter vor Ort absichern kann das alles okay ist. Ansonsten kann er die Einschätzung nicht vornehmen. Gibt Sonderfälle hierfür, aber diese zu finden und auf sich anwendbar zu machen ist immer so eine Sache. Viel zu anstrengend mit den Botschaften sowas auszudiskutieren.
    Also macht die Prüfung, zahlt die 50 Euro oder was das ist dafür und hakt die Position ab. Ist in einer Stunde erledigt wenn der Skill vorhanden ist. Die Prüfung könnt ihr auch während des Besuchs im Rahmen der Heirat zB bei einer Vielzahl an Sprachschulen aus Deiner Nähe machen.
    Man muss nicht alles komplizierter machen als es ist und die Mindestanforderungen (siehe Checkliste auf Homepage der Botschaft) einfach abdecken; dann läuft der Prozess rund ab und spart Zeit und Nerven.

    Du kannst aber eine Email an die Botschaft in Minsk schreiben und nachfrgen wie das ist. Vielleicht reicht Deutsch als 2. Fremdsprache im Studium ja aus, wenn ihr den Studienabschluss-Zertifikat hierfür vorlegen könnt – dieser müsste aber dann auch wieder ins Deutsche übersetzt werden, was Kosten verursacht und den Kreis schließt und die Prüfung ablegen vermutlich finanziell einfach aufs gleiche rauskommen lassen würde.

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    #23369
    Andreas
    755 Beiträge

    Meine Frau hat damals keinen A1 Kurs gemacht, da sie dafür immer nach Minsk hätte fahren müssen. Sie hat mit einer befreundeten Deutschlehrerin ihrer Uni geübt.
    Ich habe dann bei der Botschaft in Minsk angefragt ob sie auch ohne A1 kommen kann, hier die Antwort:

    [b][i]Sehr geehrter Herr,

    vielen Dank für Ihre E-Mail vom 31.03.2010, in der Sie sich nach dem erforderlichen Nachweis von Sprachkenntnissen auf dem Niveau A1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens erkundigen.

    Grundsätzlich muss der Nachweis der vorhandenen Deutschkenntnisse durch ein A1-Zertifikat des Goethe-Instituts oder ein vergleichbares Zertifikat erbracht werden. Bei Antragstellern, die _offenkundig_ über die erforderlichen Sprachkenntnisse verfügen, kann auf die Vorlage eines solchen Zertifikats verzichtet werden; die Botschaft Minsk bestätigt dann das Vorhandensein der Deutschkenntnisse mit einem kurzen Vermerk auf den Antragsunterlagen.

    _Offenkundig_ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die A1-Kenntnisse *ohne Zweifel *vorliegen; die Visaentscheider sind keine ausgebildeten Sprachlehrer und daher weder befugt noch in der Lage, in „Grenzfällen“
    ein abschließendes Urteil zu treffen.

    Sollte Ihre Frau also, wie Sie schreiben, bessere Deutschkenntnisse als
    A1 haben, bestehen also durchaus Chancen, dass sie ihre Deutschkenntnisse im Gespräch bei der Botschaft Minsk unter Beweis stellt. Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass ich hierfür keinerlei Erfolgsgarantie geben kann.

    Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen, und verbleibe mit freundlichen Grüßen

    Im Auftrag[/i][/b]
    [b][i]Name
    Deutsche Botschaft Minsk
    Visastelle[/i][/b]

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