Ein Kind in BY adoptieren

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  • #6871
    Bernd Mosig
    18 Beiträge

    Mein Frau und ich wollen gerne unsere Familie vergrößern. Aus hier nicht genannten Gründen wollen wir gerne ein Kind aus BY adoptieren.
    Meine Frau by und ich de.
    Hat jemand Erfahrungen gesammelt oder kann uns evtl. einen Tip geben.

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    #6907
    Horst Schlämmer
    163 Beiträge

    Ich habe mich für dieses Thema breits vor 3 Jahren interessiert und leider nur herausgefunden, das Adoptionen so gut wie unmöglich sind und es wohl nur 2 oder 3 Adoptionen nach Deutschland in den Anfangsjahren des unabhängigen Belarus gab, später Lukaschenko aber weitere strikt untersagt hat. Sie sorgen dort wohl selbst für Ihre Kinder und kämpfen auch um jedes einzelne Waisenkind, das nicht von Auslandsaufenthalten zurückkommt.
    Daraus resultierte ja 2008/2009 das Theater mit dem drohenden Verbot aller Kindererholungsreisen ins westliche Ausland. Nachdem Deutschland sich ja nun auch per Vertrag verpflichtet hat, jedes belarussische Kind wieder nach Belarus abzuschieben, wenn es nach einem Kinderaufenthalt nicht mehr zurück „möchte“, dürfen momentan sogar großzügig alle Kinder zwischen 7 und 18 Jahren aus Belarus nach Deutschland zur Erholung fahren. Und das nicht mehr maximal 3x, sondern so oft sie wollen.

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    #7348
    Bernd Mosig
    18 Beiträge

    Nun sind wir schlauer!!

    Meine Frau war in Minsk (03/2010) um evt. Regularien abzuklopfen. Das Resultat war absolut nüchtern:

    Meine BY-Frau mit Mann aus DE geht ja noch. Aber meine Frau hat ein PP Pass und ist damit in der Lage jederzeit hin und her zu reisen. Hätte sie einen MB Pass, dann wäre alles gar kein Problem. Aber für uns, denn das Bedeutet, sie ist in BY und ich hier. Man hat ihr echt vorgeschlagen, doch den Pass zu wechseln, natürlich mit allen Konsequenzen.

    Damit haben wir uns die oben genannte Frage nun selber beantwortet. Jeder Versuch führt zu nix. (Es sei denn ich würde Luka persönlich kennen???)

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    #7351
    mikael321
    2337 Beiträge

    [b]Bernd Mosig schrieb:[/b]
    [quote]. Man hat ihr echt vorgeschlagen, doch den Pass zu wechseln, natürlich mit allen Konsequenzen.[/quote]Das ist schon wieder typisch Weissrussisch ! 😀 😀 Wahrscheinlich hat der „Mensch“ sich nicht klar ausgedrückt , und deine Frau hat den Rest hinein interpretiert.

    Der PP Pass sagt doch nur aus, das man Auslandsbelarusse ist, und auch als Auslandsbelarusse in der Botschaft gemeldet ist. Nichts anderes. Ich nehme an, die wollen eine Anmeldung in Belarus, um die Adoption anzuleiern. Nicht mehr, nicht weniger. Ich denke, das es auch in Deutschland so ist. Man muss einen Wohnsitz in Deutschland haben, um ein Kind in Deutschland zu adoptieren.

    Das man aber wirklich auch in Belarus leben muss, das wurde wahrscheinlich NIE gesagt ! Wenn die Adoption gelaufen ist, ist das Kind ja wie ein leibliches . Dann kann ich machen was ich will,und es interessiert kein Schwein ! ( Woher sollen die Grenzer auch wissen, das es ein Adoptiertes Kind ist ? )

    Das Kind in den Pass eintragen lassen, und ausreisen. Wo soll da das Problem sein. Nach Rückkehr, dann wieder den PP Pass holen, wenn man möchte. Wenn nicht, auch egal. Der PP Pass wird ja nur bei einer Ausbürgerung wieder wichtig .

    Übrigens : Das Kind erwirbt durch eine Adoption , die Deutsche Staatsbürgerschaft !

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    #7352
    mikael321
    2337 Beiträge

    [b]Bernd Mosig schrieb:[/b]
    [quote] Aber meine Frau hat ein PP Pass und ist damit in der Lage jederzeit hin und her zu reisen.[/quote]Um es noch mal ganz klar zu stellen :[b] Mit [color=#FF6600]jedem[/color] Belrussischen Pass der gültig ist, kann man hin und her reisen ! Egal mit welcher Buchstabenkombination er beginnt. PP , KH …… und was es sonst noch so gibt[/b]

    PP sagt nur aus : [b]Dieser Belarusse ist nicht in Belarus gemeldet ! Nicht mehr, nicht weniger ! Der PP Pass ist sozusagen in der Funktion nur ein Pass, wohingehend ein zb. KH Pass, Pass und Personalausweis in einem ist ! [/b]Und Deutsche bekommen ja auch keine Perso, wenn sie nicht in Deutschland gemeldet sind !

    Viele Belarussen die in Deutschland leben, haben noch nicht mal einen PP Pass. Meist ist das eine Kosten / Stress Entscheidung. Der Pass in der Botschaft kostet ja auch erheblich mehr, als der in BY . Außerdem sind ja für den PP eine menge Dokumente zu besorgen. Viele sparen sich die Mühe, und behalten ihren alten Pass, und sparen sich die Anmeldung bei der Botschaft. Besonders weil er auch ziemlich lange gültig ist. ( Meist 20 Jahre oder nach 65 sogar 40 Jahre ) Solange man den Pass nicht verliert, oder man sich nicht ausbürgern lassen will, ist das ja auch ziemlich egal.

    Die Deutschen Behörden kennen übrigens auch keinen Unterschied, zwischen PP und einem anderen Pass !

    Michael

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    #7525
    Econom
    179 Beiträge

    Bei mir stellt sich demnächst die Frage ob ich die Adoption der beiden Kinder meiner Frau in BY oder in D beantrage. Meine Frau wohnt noch in BY aus familären Gründen. Jedoch soll spätestens in einem halben Jahr die Familienzusammenführung stattfinden.

    Der leibliche Vater hat sich schon von den Kindern losgesagt. Also daran wird es nicht scheitern. Meine Frage wäre nun, bevor ich mich durch den deutschen Amtsschimmel wühle, wird eine Adoption aus BY in D anerkannt? Habe da mal was von Voll- und Teiladoption gehört!

    Wer weiß etwas darüber oder kann mir Quellen nennen wo ich nachlesen kann!

    Gruß Econom

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    #7528
    mikael321
    2337 Beiträge

    [b]Econom schrieb:[/b]
    [quote]Bei mir stellt sich demnächst die Frage ob ich die Adoption der beiden Kinder meiner Frau in BY oder in D beantrage. [/quote]Die Frage die sich stellt, ist ob eine Adoption in D. überhaupt möglich ist. ZB. ein Altersunterschied 35-40 Jahre, ( zum Kind ) wird bei Gericht, meist nicht akzeptiert, auch wenn im Gesetz keine Höchstgrenze bezüglich alter erwähnt wird.

    Also wenn es schon Adoption sein muss, dann würde ich Belarus empfehlen.

    Es gibt aber eine andere Möglichkeit für alle die ein UNEHELICHES Stiefkind haben, oder die ein EHELICHES Stiefkind haben, und der Leibliche Vater (vormals Ehemann) damit einverstanden ist.

    Gem. § 1592 Nr.2 BGB ist der Mann, der nach §§ 1594 ff. BGB die Vaterschaft wirksam anerkannt hat, Vater des Kindes. Gegen die Wirksamkeit des Vaterschaftsanerkenntnisses bestehen auch dann keine Bedenken, wenn eine bewusst wahrheitswidrige Anerkennung erklärt wird. Das ergibt sich aus § 1600c II BGB, wonach die Vaterschaftsvermutung des Anerkennenden nur dann nicht gilt, wenn der Anerkennende die Vaterschaft anficht und seine Anerkennung unter einem Willensmangel leidet. Auch ein bewusst falsches Vaterschaftsanerkenntnis ist daher ansonsten wirksam.

    Gem. § 1600 BGB ist der Mann, dessen Vaterschaft aufgrund des Anerkenntnisses besteht, berechtigt, die Vaterschaft gerichtlich anzufechten. Diese Anfechtung muss gem. § 1600 b I BGB binnen zwei Jahren ab dem Zeitpunkt, in dem der Mann Kenntnis von den Umständen erlangt, die gegen seine Vaterschaft sprechen, erfolgen.

    Wann ist die Vaterschaftsanerkennung wirksam?

    Wenn die Voraussetzungen nach den Vorschriften des BGB vorliegen, d. h. in der Regel, wenn keine andere Vaterschaft zu dem Kind feststeht. Die Kindesmutter muss der Anerkennung zustimmen. In einigen ausländischen Rechten ist zusätzlich auch die Zustimmung des Kindes erforderlich. Ist die Kindesmutter minderjährig, hat auch der gesetzliche Vertreter der Kindesmutter zuzustimmen.

    ([b]Wichtig bei Ehelichen Kindern[/b] !! )
    Bei der Anerkennungg von Kindern aus auflösbaren oder geschiedenen Ehen (scheineheliche Kinder) ist die Zustimmungserklärung des Ehemannes oder geschiedenen Ehemannes der Mutter (scheinbarer Kindesvater) erforderlich.

    Die Anerkennung und Zustimmung muss dem jeweiligen anderen Elternteil zugestellt werden. Die Wirksamkeit prüft der Standesbeamte des Geburtseintrages des Kindes. Die wirksame Vaterschaft wird im Geburtseintrag des Kindes beurkundet.

    Nach Deutschen Gesetz gibt es [b]keinen[/b] Genetischen Vater ! Nur einen rechtlichen. Gegen die Vaterschaftsanerkennung kann der Staat zwar seit 2 Jahren klagen, aber die Klage geht gegen null, wenn der anerkennende Vater gleichzeitig auch der soziale Vater ist.

    Michael

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    #7531
    Econom
    179 Beiträge

    Das heißt in verständlichem Deutsch, das ich trotz das der leibliche Vater in der Geburtsurkunde der Kinder eingetragen ist und dies auch bisher nicht angefochten hat, ich auf meinem Namen nachträglich eine Vaterschaft anmelden (anerkennen) kann und dann keine Bedenken dagegen erhoben werden, sofern der leibliche Vater nicht dagegen ist und zusätzlich eine schriftliche Erklärung niederlegt das er damit einverstanden ist. (Hmm hab grad gesehen das auch nicht viel verständlicher ist -wink ) Ich hoffe auch das ich das nun richtig interpretiert habe!

    Was ist dann mit der Staatsbürgerschaft?

    Und ich hab übrigens auch gehört das nach dem belarussischen Recht auch diese zweijährige Anfechtung nach Kenntnisnahme gilt!

    Gruß Econom

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    #7532
    mikael321
    2337 Beiträge

    [b]Econom schrieb:[/b]
    [quote]Das heißt in verständlichem Deutsch[/quote]Du erkennst die Vaterschaft an. Der Ehemannvater stimmt dem zu. Die Mutter stimmt auch zu. –> Dein Kind !

    [b]Econom schrieb:[/b]
    [quote]Was ist dann mit der Staatsbürgerschaft?[/quote]

    Staatsangehörigkeitsgesetz

    § 4

    (1) Durch die Geburt erwirbt ein Kind die deutsche Staatsangehörigkeit,[b] wenn ein Elternteil[/b] die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt.

    Am besten versuchst du das erst mal in Belarus zu regeln. ( Das Recht ist so ähnlich wie das Deutsche an der Stelle )Wenn du eine Geburtsurkunde haben kannst, mit dir als Vater drin, ist alles gelaufen. ( Es geht, kenne einen Fall ! )

    Die Deutschen machen das nämlich nicht so gerne weil :

    1 ) Rechtsanwälte und Notare verdienen nichts daran . ( Nur für die Anerkennung ca. 20 EU )

    2) Für den Staat gilt : Was nicht lange und schwer erworben wurde, kann nichts sein. ( So wie eine unbürokratische Eheschließung in Dänemark )

    Außerdem hat das Jugendamt, das bei der Adoption eine gewichtige Rolle ( Macht ! ) hat, ( Termine, Ortsbesichtigungen , Interviews …. ) bei einer Anerkennung keine Macht über euch !

    Darum mögen Beamte die Anerkennung nur, wenn ein Deutscher Sozialfall vermieden wird. Bei Ausländischen Kindern, mögen die das nicht so gerne. ( Müssen das aber hinehmen )

    Hier mal ein Auszug aus dem Web :

    http://www.tuttlingen.de/ceasy/modules/cms/main.php5?cPageId=151&view=publish&item=service&id=735

    Qualifizierte Vaterschaftsanerkennung:

    Wird das Kind einer verheirateten Mutter anerkannt, bedarf die Anerkennung auch der Zustimmung des im Zeitpukt der Geburt mit der Mutter verheirateten Mannes. Es bedarf dadurch [b]keines gerichtichen[/b] Verfahrens zur Anfechtung der Vaterschaft.

    Michael

    0
    #7535
    Econom
    179 Beiträge

    [b]mikael321 schrieb:[/b]
    [quote][b]Econom schrieb:[/b]
    [quote]Das heißt in verständlichem Deutsch[/quote]Du erkennst die Vaterschaft an. Der Ehemannvater stimmt dem zu. Die Mutter stimmt auch zu. –> Dein Kind !

    Am besten versuchst du das erst mal in Belarus zu regeln. ( Das Recht ist so ähnlich wie das Deutsche an der Stelle )Wenn du eine Geburtsurkunde haben kannst, mit dir als Vater drin, ist alles gelaufen. ( Es geht, kenne einen Fall ! )

    [/quote]

    Super Michael. Das hilft mir enorm weiter! Hatte auch vor das erst einmal in Belarus zu regeln. Trotz dem dortigen Bürokratismus erscheint es mir einfacher als hier.

    Es war genauso bei unserer Eheschließung! Hier ein Mords Zinnober mit Ehefähigkeitszeugnis, dort nur Geburtsurkunde, Ledigkeitsbescheinigung und Wohnsitzbestätigung mit Apostille und amtl. Registration in Belarus, das ganze noch übersetzt und vom Notar bestätigt und der Kessel war geflickt.

    Gruß Econom alias Holger

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    #7644
    MAX JAHNKE
    1 Beiträge

    Hallo Bernd Mosig

    Ich bin einer dieser glücklichen Kinder die aus einem Weisenheim in Weißrussland Addoptiert wurde! Ich wurde erst mit 15 Jahren Addoptiert im Jahre 2001. Ich lebte seit der vierten Klasse in einem Weisenheim in Weißrussland, meine Eltern (Adoptiveltern) lernten mich 1996 kennen und haben mich zu sich nach Deutschland eigeladen, nachdem ich bei ihnen drei Monate Ferien verbracht habe, hatten diese sich entschloßen (trotz drei eigener Kinder) mich zu addoptieren. Wie Sie sehen ist der Zeitraum zwischen 1996 – 2001 sehr groß. Es Kostet sehr viel Nerven um einen Kind zu addoptieren, außerdem auch geld. Meine Eltern mussten jeden kleinen „PUPS“ in die russische Sprache Übersetzen und es musste alles notariel beglaubigt werden, und es ist nicht grade günstig. Ich kann aber nicht bestätigen dass es wenige Kinder sind die Addoptiert werden, ich habe es im Heim erlebt wieviele Kinder das Glück hatten eine neue Familie zu finden. Aber man braucht dafür jemanden aus Deutschland der sich damit auskennt, von der Behörden in Weißrussland braucht man keine Hilfe erwarten und mit der „Hilfe geht es viel schneller“.

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