Bier auf Belarussisch oder was der Präsident dazu sagt

Foren Politik Bier auf Belarussisch oder was der Präsident dazu sagt
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  • #21228
    Grodno
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    Naturreines Bier aus Belarus ist qualitativ hochwertiger als importierter Stoff. Das sagte der belarussische Präsident, Alexander Lukaschenko, heute in der Arbeitssitzung zur Situation in der Bierbranche, wie die Nachrichtenagentur BelTA bekanntgab und es am gestrigen Abend im Fernsehen zu sehen war !

    Belarussische Brauereien haben derzeit wenig zu feiern: wenn die Belarussen zum Gerstensaft greifen, ziehen sie immer öfter ausländische Marken vor.

    Der Präsident zeigte sich besorgt über diese Tendenz. „Belarussisches Bier ist naturrein im Unterschied zum importierten Modebier mit zahlreichen Geschmackzutaten und Konservierungsstoffen“, unterstrich er.

    Auch die Bierkenner behaupten, inländisches Bier sei auf jeden Fall ausländischen Sorten vorzuziehen. Belarussisches Bier hat einen ausgezeichneten Geschmack. Qualität und Reinheit von Bier sind vorrangig für belarussische Produzenten. Das Bier ist naturrein. Es beinhaltet keine schädlichen Zusatzstoffe oder sonstigen Maßnahmen zur Verlängerung der Haltbarkeit.

    Der Staatschef meint, die Qualität habe keine direkte Beziehung zur Modernisierung oder Hightech-Ausrüstung. „Manchmal kann ein altes Gerät zum Schwarzbrennen Wunder schaffen. Das ist nicht meine Schlussfolgerung. Ich bin kein großer Experte auf diesem Gebiet. Aber die echten Kenner haben keine Zweifel daran“, fügte er hinzu.

    „Auch deutsche Experten wissen traditionelle Technologie bei der Schnaps-Herstellung zu schätzen und zögern mit der super-modernen Ausrüstung“, betonte Präsident.

    „Ich will nicht sagen, dass man gar keine Modernisierung braucht. Nicht alles ist Gold, was glänzt. Man soll nicht in westliche Fußstapfen treten“, sagte der Staatschef.

    Im Falle wirtschaftlich ineffizienter Arbeit können private Bier-Brauereien in Belarus verstaatlicht werden. Das erklärte Präsident Alexander Lukaschenko heute in der Arbeitssitzung zur Situation in der Bierbranche.

    Der Staatschef bemerkte, dass die Zulassung von Auslandsinvestoren auf den belarussischen Biermarkt unter bestimmten Bedingungen erfolgt habe, und zwar, sie sollten Rohstoffzonen entwickeln, Bierproduktion ausbauen, Importersetzung betreiben und Exporte steigern. Alexander Lukaschenko fragte Sitzungsteilnehmer, ob und wie Auslandsbrauereien diese Bedingungen erfüllen würden.

    Der Präsident bemerkte, dass Verlustbetriebe oder Brauereien mit einer niedrigen Rentabilität unverzüglich unter Staatskontrolle genommen und verstaatlicht würden. Einst seien „Kommunarka“ und „Spartak“, private Konditoreiunternehmen, ebenfalls wegen Misswirtschaft in den staatlichen Besitz überführt worden.

    Der Präsident hat außerdem versprochen, alle privaten Brauereien unter Staatskontrolle zu nehmen. Der Staat werde für solche Betriebe Sonderregime verhängen und den einheimischen Markt vor Import schützen.

    Der Staatspräsident erinnerte daran, dass dieses Thema zuletzt vor 7 Jahren diskutiert worden sei. Man habe beschlossen, einheimische Brauereien umfassend zu modernisieren und neue Markteintrittsregeln für führende Auslandsbrauereien zu bestimmen. Die Aufgaben seien klar definiert worden: Kapazitäten erweitern, Betriebe bauen, neue Biersorten herstellen, Importe reduzieren. „Ich bin davon ausgegangen, dass Bier zu Spirituosen gehört. Spirituosenherstellung ist nach wie vor eine der höchstrentabelsten Produktionsbranchen weltweit. Sie soll den Staatshaushalt mächtig unterstützen. Warum hinkt sie heute? Warum geht sie buchstäblich zugrunde? Diese frage möchte ich heute geklärt haben“, sagte Lukaschenko.

    Der Präsident bemerkte, dass Gouverneure und die Regierung oft vorschlagen würden, belarussische Betriebe und ihre Aktien zu verkaufen. „Warum wird heute eine hochrentable Branche einfach vernichtet?“, stellte der Präsident die Frage in den Raum.

    Das zweite Problem seien Privatbrauer, die 80% des belarussischen Biermarktes kontrollieren würden. 20 Prozent gehöre dem Staat. „Aber Privatunternehmen, von denen man sich Errettung der Branche erhofft hat, tun wenig dafür. Auch die Art und Weise, wie Staatsbetriebe heute funktionieren oder wie Aktienpakete verwaltet werden, ist beängstigend und kann schlimme Konsequenzen für Minister, Vizepremier und manche Regierungsmitglieder haben.“

    Modernisierung der Branche habe $300 Millionen gekostet, 30 Millionen aus dem Staatshaushalt und 160 Millionen aus Eigenmitteln der Betriebe und aus Bankkrediten. „Wir haben alle Betriebe mit modernen Anlagen ausgerüstet, so wie es viele gefordert haben. Produktionskapazitäten wurden auf 70 Mio. Dekaliter Bier erweitert. Das reicht, um den Binnenmarkt zu sättigen und Exporte zu sichern. Auch die Rohstoffbasis wurde modernisiert. Für diesen Zweck wird in Belarus jährlich 150 000 t Braugerste angebaut.“

    Die jüngsten statistischen Daten würden aber von einer Situation zeugen, die alles andere als positiv sei, sagte Lukaschenko. „Die Betriebe sind nur zu 60 Prozent ausgelastet. Bier wird in den letzten 3 Jahren immer weniger produziert, dafür aber wachsen Bierimporte. Kein anderes Land, das eigenes Bier braut, importiert bis zu 30 Prozent Bier aus anderen Staaten. Warum führen Auslandsunternehmen ihr Bier Tausende Kilometer weit in Belarus ein und finden es rentabel, während einheimische Brauereien allmählich den einheimischen Markt verlieren?“ fragte Alexander Lukaschenko.

    Importersetzung in der Bierbranche sei miserabel organisiert. Die meisten staatlichen und privaten Bierbrauereien seien Verlustbetriebe. „Mit einem Wort verliert die belarussische Bierbranche ihre Position auf dem Markt und lässt Auslandskonkurrenz vor. Ich halte das für inakzeptabel.“

    „Auch wenn sich die gesamte Bierbranche in einem desolaten Zustand befindet, gibt es einzelne Unternehmen, die gute Produktionszahlen aufweisen und ihre Kapazitäten voll auslasten. Das zeugt nur davon, dass für eine effiziente Arbeit alle Bedingungen geschaffen sind“, sagte der belarussische Staatschef.

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    #21234
    Andreas
    755 Beiträge

    Mit der Verstaatlichung der Betriebe erreicht er gar nichts.
    Er sollte mehr Geld in die Werbung stecken um seinen Mitbürgern das belarussische Bier schmackhafter zu machen. Funktioniert doch bei uns auch.
    Ich kenne keinen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis der Import drinkt.

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    #21236
    tholina
    289 Beiträge

    Auch ich kenne in meinem Bekannten- und Famlienkreis niemanden, der Importbier trinkt – viel zu teuer!

    Aber ich werde mein Bestes geben, die Rentabilität der weißrussischen Bierbrauer zu erhöhen, wenn ich ab nächste Woche über Ostern in Belarus bin… -tonque

    Lidskoje ist übrigens ein durchaus schmackhaftes Gebräu.

    Grüße aus Berlin, Thorsten

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    #21248
    Helfer
    399 Beiträge

    Politiker die Ahnung von gutem Bier haben, gibt es selten bis gar nicht. Die werden doch durch das Champustrinken von realen Werten entwöhnt (Sarkasmus).

    Aufrichtigen und ehrlichen Herzens, kann ich allen biertrinkenden BY Reisenden ein gutes Rezichkoe empfehlen. Ein Bier von Qualität und Geschmack. Seit Jahren landet dieses Gesöff in unseren allabendlichen Einkaufskörben…. Um es nicht zu verheimlichen, ein wenig deutsche Betreuung steckt mit drinnen. Ich hatte schon die Ehre den verantwortlichen deutschen Ingenieur dort zu treffen und gemeinsam mit ihm die Verkostung des Gerstensaftes vorzunehem. Mit vielen Sorten unseres guten Bieres kann Rezickoe mithalten, einzig die politischen Verstimmung enthält uns diese Bier vor. Dennoch Prosit, ich freue mich immer wieder dara[img]http://www.kwicpix.de/images-i28375bnr6du.jpg[/img]uf!

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    #21249
    Unsinn
    282 Beiträge

    @Helfer

    Und wieviel Kisten Freibier hast du
    für die Werbung bekommen ?

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    #21255
    Helfer
    399 Beiträge

    Leider hatte ich nur ein Sechserpack mitgenommen. Freibier-Werbung, Du bringst mich da auf eine Idee -unsure

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