Ausbildung in Deutschland, wie könnte dies klappen?

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  • #20728
    Thomas
    94 Beiträge

    ich möchte euch mal eine Situation schildern. Die ich sehr gerne erfolgreich umsetzen würde. Bin also dankbar für jeden Tipp.

    Also dann schildere ich euch einmal die Situation. Meine Stieftochter (19 J. Belarusin, lebt auch in Belarus) hat sich bei ihrem letzten Besuch in Deutschland in einem kirchlichen Altenpflegeheim mehrere Tage über den Beruf der Altenpflegerin informiert. Sie hat offensichtlich die Heimleitung so begeistert dass diese ihr einen Ausbildungsplatz angeboten haben. Sie hat in Belarus ihre Ausbildung vor einem Jahr beendet und arbeitet auch in ihrem Beruf (hat nichts mit Altenpflege zu tun). Das Angebot würde meine Stieftochter sehr interessieren. Sprachlich gibt es keine Probleme sie spricht gut Deutsch und macht im Moment über das Internet beim Goethe Institut den Deutsch B 1 Kurs.
    Wie gehen wir jetzt am geschicktesten vor? Wer ist unser Ansprechpartner beim Job Center? Und auf was muss man achten?

    0
    #21033
    Helfer
    399 Beiträge

    Geht das überhaupt so einfach, ich meine nicht. Es muss ja einen Grund für die Einreise geben, die Aufnahme eines Ausbildungsplatzes gehört da bestimmt nicht dazu. In eurem Fall könnte ich mir Familienzusammenführung vorstellen aber sicherlich hat hier der eine odere andere einen guten Tipp. Leute die sich hier gut auskennen gibt es ja. Viel Glück bei eurem Vorhaben.

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    #21034
    mikael321
    2337 Beiträge

    [quote=“Helfer“ post=21538]Geht das überhaupt so einfach, ich meine nicht.[/quote]Ist wie immer : Erst muss nach einem Deutschen gesucht werden, gibt es den nicht dann andere Ausländer die eine AE haben, dann EU Bürger die noch in ihrem Land leben, und erst dann ( und damit sehr unwahrscheinlich ) kann die ARGE das genehmigen .

    Mit guten Beziehungen geht es auch über die Schiene : Wir bilden einen aus BY aus, damit der später in der Heimat sein wissen weiter geben kann .

    Aber in dem Fall gibt es ein riesiges Problem : Mama lebt schon in D. Und da spielen in der Regel die ABH´s und Botschaften nicht mit den für die ist es ein schleichender Nachzug .

    Wenn Ihr in der Nähe einer Grenze wohnt, wäre eine Möglichkeit dort für eine gewisse Zeit seinen Wohnsitz zu nehmen . Dann gilt nämlich EU Recht und bei EU Recht dürfen Kinder bis zum 21 Geburtstag nachziehen . Wenn dann nach sagen wir mal 9-12 Monaten der Wohnsitz wieder nach D. verlegt wird, muss die ABH auch den Kindern eine AE ausstellen .

    Siehe hier :

    Ziff. 3.0.2 der AVWV-FreizügG

    Da deutsche Staatsangehörige grundsätzlich nicht in den Anwendungsbereich des
    Freizügigkeitsgesetzes/ EU bzw. der Freizügigkeitsrichtlinie fallen, wenn sie
    von ihrem Freizügigkeitsrecht noch keinen Gebrauch gemacht haben (vgl. Nummer 1.3), können sich ihre Familienangehörigen nicht auf § 3 berufen.
    Das Aufenthaltsrecht dieser Familienangehörigen richtet sich nach dem AufenthG.

    —> ABER es geht noch weiter :

    Allerdings können sich drittstaatsangehörige Familienangehörige von Deutschen auf das Gemeinschaftsrecht auf Freizügigkeit berufen. Dies ist der Fall, wenn der deutsche Staatsangehörige mit seinen Familienangehörigen aus einem anderen EU-/EWR-Mitgliedstaat nach Deutschland zurückkehrt, nachdem er sein Freizügigkeitsrecht ausgeübt hat (so genannte „Rückkehrfälle“).

    –> Achtung jetzt kommt es :

    Dies gilt auch, wenn der deutsche Staatsangehörige, der von seinem Freizügigkeitsrecht in einem anderen EU-/EWR Mitgliedstaat
    gebrauch macht und mit seinen (drittstaatsangehörigen) Familienangehörigen aus dem EU-/EWR-Mitgliedstaat vorübergehend(z. B. zu familiären Besuchen)
    oder dauerhaft nach Deutschland zurückkehrt.

    In diesen „Rückkehrerfällen“ liegt ein grenzüberschreitender Bezug vor, bei dem sich der Deutsche und seine Familienangehörigen in
    einer Situation befinden, die der Situation des Unionsbürgers gleicht, der von seinem Freizügigkeitsrecht Gebrauch macht und von
    seinem Herkunftsstaat mit seiner Familie nach Deutschland kommt.[b] Wenn ein solcher Gemeinschaftsbezug vorliegt, sind ausnahmsweise die
    Regelungen des Freizügigkeitsgesetzes/ EU auch auf die drittstaatsangehörigen Familienangehörigen Deutscher anwendbar.[/b]

    Unerheblich ist dabei, ob die Ehe oder das Verwandtschaftsverhältnis erst während des Aufenthalts des Deutschen im anderen EU-/EWRMitgliedstaat
    begründet worden ist. In diesen Fällen muss jedoch darauf geachtet werden, ob es sich um eine [b]„echte“ Rückkehr [/b]eines Deutschen handelt.
    Besteht ein hinreichender Verdacht, dass die Ausreise lediglich vorübergehend war und dem Zweck der Umgehung nationaler Familiennachzugsregelungen
    diente, ist das Bestehen der Freizügigkeit wegen Rechtsmissbrauchs zu versagen.

    Michael

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    #21069
    Michael
    105 Beiträge

    versteh ich jetzt nicht ganz . Der Sohn meiner Frau aus Vitebsk, welche jetzt bei mir in Leipzig wohnt, kann also bis zum 21. Geburtstag nachziehen ? Er ist 18 und hat gerade Abi fertig ,möchte studieren oder eine gute Ausbildung machen . Geht das hier so einfach . Hier in Deutschland hat er sicher bessere Perspektiven als in Belarus .
    Ich freue mich auf eine Antwort. Danke

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    #21070
    0-gravity
    465 Beiträge

    [quote=“Michael“ post=21574]
    …möchte studieren [/quote]

    Jede Hochschule handhabt das ein wenig anders, aber das normale BY-Abi reicht nach unserer Erfahrung eigentlich nicht zum Studienzugang in D. Wenn er dagegen in BY schon ein paar Semester studiert hat oder gar einen Hochschulabschluß hat, dann sieht das Ganze schon anders aus.

    Weiterhin erwartet die Uni üblicherweise Deutschkenntnisse, die vorab nachzuweisen sind (DSH bzw. TestDAF, Stufen variieren nach Studiengang). Ausnahmen sind natürlich Studiengänge die in Fremdsprachen angeboten werden (dann müssen diese aber selbstverständlich nachgewiesen werden).

    Ansonsten erfährst du alle relevanten Details üblicherweise beim Akademischen Auslandsamt (AAA) der jeweiligen Uni, etwa in dieser Art:

    http://tu-dresden.de/internationales/int_stud/abschluss/degree

    Die Uni Leipzig wird sicherlich ne ähnliche Informationsseite haben.

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    #21073
    mikael321
    2337 Beiträge

    [quote=“Michael“ post=21574]Der Sohn meiner Frau aus Vitebsk, welche jetzt bei mir in Leipzig wohnt, kann also bis zum 21. Geburtstag nachziehen ? [/quote]Wenn du jetzt Holländer, Pole oder sonstiger EU Bürger wärst : Ja . Du bist aber Deutscher . Da gilt nicht EU Recht sondern Deutsches Recht. Und da ist der Nachzug nur bis 16 Geburtstag möglich, mit C1 oder C2 Sprachkenntnissen auch bis zum 18 Geburtstag .

    Wenn du jetzt aber deinen Wohnsitz zb. nach Polen oder sonst wo in die EU verlegst, dann gilt für dich EU Recht . Und damit kannst du deinen Stiefsohn dorthin nachholen, solange er das 21 Lebensjahr noch nicht erreicht hat .Kommst du nach einer gewissen Zeit zurück ( so ab 6 Monate, länger ist besser ) dann gilt für dich nicht mehr Deutsches Recht in Deutschland obwohl du Deutscher bist, sondern das liberalere EU Recht .

    Das ist IMHO die einzige Möglichkeit jemanden nach zu holen, nämlich über die EU Schiene. Gilt auch für zb. Eltern.

    Studium wäre natürlich auch ne Sache : Aber zb. muss man finanzielle Sicherheit bieten können . IMHO 7000 EU auf einem Konto , und da jedes Jahr .

    Außerdem steht man unter Generalverdacht , wenn man schon Verwandschaft in D. wohnen hat. Das es nämlich nicht primär um ein Studium geht, sondern um einen Nachzug durch die Hintertür .

    Michael

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    #21082
    0-gravity
    465 Beiträge

    [quote=“mikael321″ post=21578]

    Studium wäre natürlich auch ne Sache : Aber zb. muss man finanzielle Sicherheit bieten können . IMHO 7000 EU auf einem Konto , und da jedes Jahr .

    Michael[/quote]

    aus eigener Erfahrung: VE reicht auch.

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    #21086
    mikael321
    2337 Beiträge

    [quote=“0-gravity“ post=21587]aus eigener Erfahrung: VE reicht auch.[/quote]Nur wenn der VE Geber auch Leisten kann. Mindestens 7000 EU müssen dann im Jahr übrig sein.

    Michael

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