Aufbau einer Imbisskette – Tipps willkommen

Foren Belarus: Community Channel Business in Belarus Aufbau einer Imbisskette – Tipps willkommen
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  • #4763
    Thorsten
    10 Beiträge

    Hallo liebe Forumgemeinde,

    meine Frau (Belarussin) und ich (Deutsch) planen derzeit eine Imbisskette (deutsche Spezialiäten) in den Städten Minsk und Mogilev zu eröffnen.

    Von deutscher Seite (Export von Lebensmitteln) gibt es keine Probleme. Wer kennt sich mit den Importbestimmungen nach Belarus aus und kann wertvolle Tipps geben.

    Weiterhin ist ungeklärt, wie es von den einzelnen Städten mit den Genehmigungsverfahren aussieht und die Höhe evtl. Standkosten.

    Vielleicht hat jemand ähnliche Ideen und möchte das Projekt gemeinsam mit uns umsetzen.

    Weiterhin suchen wir Räumlichkeiten für Kühlgeräte oder eine Firma mit
    freien Kapazitäten (Kühlräume)

    Gerne würden wir auch die Produktion von Fleischerzeugnissen (Bratwurstherstellung) nach Belarus verlegen.

    Über jeden Tipp und Hinweis wären wir sehr dankbar.

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    #4764
    Nanaviki
    136 Beiträge

    Hallo, Sie haben ja eine super Idee. Vielleicht wäre es einfacher als erstes von einem Imbiss zu träumen und dieses Ziel zu verwirklichen, wenns dann gut läuft, kann daraus ne Kette werden. Mein Mann (aus BY) und ich (aus D) haben auch schon über so etwas nachgedacht, aber ich kümmere mich um unsere zwei Kinder und mein Mann hat keine passende Ausbildung… Deshalb hatte ich zu diesem Thema auch ein Gespräch mit Herrn Dr. Wladimir Augustinski von der AHK – Repräsentanz der Dt. Wirtschaft in Minsk, http://www.dihk.de/ahk oder http://www.ahkminsk.belhost.by

    Wenn man eine Idee hat, dann ist die AHK der erste Ansprechpartner, die wissen, welche Vorschriften und Gesetze von belorussischer Seite zu beachten sind und welche Papiere nötig sind.

    Die Wurstwaren in Belarus schmecken mir selten bis gar nicht, es wäre toll ein ganzes Sortiment deutscher Wurst vor Ort zu produzieren, das ist eine der vielen Marktlücken.

    Viel Erfolg und Durchhaltevermögen wünschen wir Ihnen.

    Sandra

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    #4765
    Thorsten
    10 Beiträge

    Hallo Sandra,

    danke für Deine Infos. Könntest Du mir kurz erläutern was bei Deinen Gesprächen mit der AHK bzw. IHK herausgekommen ist. Besteht überhaupt eine Chance eine Genehmigung zu erhalten?

    Natürlich würden wir ersteinmal mit einem mobilen Stand anfangen wollen. Allerdings kann sich der Verkauf nur mit mehreren mobilen Ständen aufgrund der hohen Kosten für Import, Zollgebühren etc. rechnen.

    Anders würde es sicherlich aussehen, wenn man einen geeigneten Betrieb finden würde um dort produzieren zu können.

    Wir sollten in Verbindung bleiben. Ich finde es super interessant das nicht nur wir mit dem Gedanken spielen.

    LG Thorsten

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    #4766
    Nanaviki
    136 Beiträge

    Hallo Thorsten, hier sind die Infos, die ich aufgeschrieben habe. Hr. Augustinski meinte, dass es unheimlich schwer wäre als kleiner Privatmann etwas aufzubauen. Leichter wäre es als Vertreter einer oder mehrerer Firmen zu agiren. Man sollte sich in seinem belor. b.z.w. deutschen Bekanntenkreis umschauen und erst mal in Erfahrung bringen welche Waren benötigt würden (also die unbekannte Marktlücke suchen). Dann muss man die Waren präsentieren, anbieten, ihre "Eigenschaften" übersetzen, Käufer suchen, Aufträge machen, Transportmöglichkeiten finden… Alles muss verzollt werden, man verlangt Einfuhrgebühren und Umsatzsteuer. NICHT ALLES darf eingeführt werden, es gibt hygienische Vorschriften und Zertifikate. Welche Vorschriften, Zollgebühren… zu beachten sind darüber informiert die AHK, wenn das Konzept Hand und Fuss hat.

    Zusätzlich bietet die AHK Minsk die Vorbereitung von Reisen für dt. Geschäftsleute an, inkl. Treffen mit potentiellen Kunden. Ausserdem gibt es die jährlichen großen Wirtschaftsmessen, wo man auch hinreisen kann um Kontakte zu knüpfen.

    Dann hat er mich noch auf den Link Statistisches Bundesamt, Thema: bilaterale Handelsbeziehungen aufmerksam gemacht.

    So ist das. Aber mir fallen noch andere Sachen ein. Um das Forum nicht zu voll zu quatschen, schreib ich Ihnen eine e-mail.

    Sandra

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    #4767
    Thorsten
    10 Beiträge

    Danke Sandra,

    freue mich auf Deine Email. LG Thorsten

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    #4769
    GroM
    4243 Beiträge

    @nanaviki (Sandra):
    "Die Wurstwaren in Belarus schmecken mir selten bis gar nicht, es wäre toll ein ganzes Sortiment deutscher Wurst vor Ort zu produzieren, das ist eine der vielen Marktlücken"

    Bitte bedenken Sie, daß es nicht Ihnen, sondern Belarussen schmecken soll! Orientieren Sie sich nicht nach Ihrem, sondern nach dem regionalen Geschmack. Sonst erleben Sie eine böse Überraschung. Belarussen bringen nicht selten ihre eigene Wurst mit nach Deutschland (!), weil sie einfach belarussisch ist und gut schmeckt!

    @Thorsten:
    Die größten Schwierigkeiten werden Sie (meiner Meinung nach) mit dem "Sanepidemkontrol" (hygienische Vorschriften und Kontrollen), mit der Standort-Erlaubnis (Mietplatz o. ä.) und mit der Einfuhr von dt. Fleischwaren nach Belarus haben. Ich bin kein Experte aber würde davon ausgehen, daß die Einfuhr (Import) insb. von Lebensmitteln nach Belarus sehr strengen Lizenzierungen und Kontrollen unterliegt und mit hohen Zohlgebühren belegt wird. Der staatliche Protektionismus setzt nicht Umsonst auf die Kampagne "Kuplaj svae" (dt:Kaufe eigene Produkte), die in der Zwischenzeit dazu geführt hat, daß die Lebensmittel in Belarus teuerer sind, als in Westeuropa!

    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Ausdauer!

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    #4772
    Nanaviki
    136 Beiträge

    Hi Grom, Sie haben recht, Lebensmittel, in diesem Fall Wurst muss vor allem den Belarussen schmecken. Was wir an Wurstwaren immer mit nach Belarus bringen (also unsere "Wegzehrung"- um Missverständnisen vorzubeugen), schmeckt unseren Freunden und Bekannten im Vergleich grundsätzlich besser. ABER wir verbringen unsere Besuche jedesmal in einem 60 Seelen Dorf mit kleinem Städtchen nebenan und dort ist das Angebot einseitig. Wenn sich nicht im Laufe des letzten halben Jahres etwas geändert hat. In Großstädten sieht es natürlich besser aus.

    Ich will keinen Belarussen beleidigen!!! Als Gegenpohl dazu gibt es Lebensmittel, die unsere Bekannten 100%ig besser finden als die Deutschen:
    fremde Käsesorten konnten wir selbst essen, deutsche Schokolade wird oft als zu süss empfunden, Alkohol unter 40 Umdrehungen wird als Frauengetränk abgetan und belächelt, Fischkonserven werden kaum angerührt… ganz zu schweigen von gekochten Kartoffeln, nach denen sich "unsere" sog. Tschernobyl-Kinder immer gesehnt haben, wenn sie einige Zeit in Deutschland waren…

    In einem Imbiss b.z.w. Restaurant muss man sowieso geschmackliche Kompromisse finden. Oder schmeckt chinesisches Essen in China genau so wie beim Chinesen um die Ecke?

    Probieren geht über studieren.

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    #4780
    GroM
    4243 Beiträge

    🙂 Sehr gute Hinweise und überhaupt keine Beleidigung! Ich stimme dem auch zu.
    Richtig begehrt werden aus Deutschland dagegen : Kaffee, Wein und Seife! Und Ferrero Rochee ist sündhaft teuer in Minsk und daher fast schon eine Elite-Süßigkeit. Ähm, ein Imbiss kann man damit wohl kaum organisieren .. also zurück zum Thema:

    Erkundigen Sie sich genau auf dem Fleischwaren-Markt in Belarus. Es könnte sein, daß Sie eine gute Qualität finden, mit der auch deutsche Spezialitäten kreiert werden können. Sie ersparen sich damit ÄUSSERST unangenehme, nerven- und geldraubende Aktivitäten mit dem Zoll… und fördern zugleich belarussische Wirtschaft. 🙂

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    #4783
    Gomeltschanka
    12 Beiträge

    Als Verbraucherin kann ich behaupten, dass Wurst in BY gar nicht schlimmer schmeckt als in D. Sie schmeckt einfach ANDERS.
    Alles deutsche ist in BY extrem beliebt, von Menschen bis Autos, Lebensmittel einschließlich.
    Ich denke, dass eine deutsche Imbissbude/-kette als ein Statussymbol betrachten wird (wie McDonalds z.B.). Essenkosten in BY sind genau so hoch (oder noch höher) wie in D. Also, vor Preis kann man nicht fürchten.
    Nachteil ist – die Nähe der Ukraine mit ihren billigen leckeren Fleischprodukten. Und Russland (für Mogilew).
    Und ich weiß genau, dass heuzutage ein Unternehmer in BY zu sein – ein schwieriger und nicht lukrativer Beruf ist.

    Auf jeden Fall an Torsten – viel Glück und viel Erfolg!

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    #4786
    Nanaviki
    136 Beiträge

    Torsten hat uns noch gar nicht verraten ob er überhaupt Wurst/Fleischprodukte verkaufen möchte…
    Dranbleiben und den Mut nicht verlieren!

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    #4791
    GroM
    4243 Beiträge

    Stimmt. Er hat nur erwähnt, daß die Verlegung der Fleischproduktion nach Belarus denkbar wäre. Vielleicht will er "Sushi to Go" anbieten oder "Dönner Spezialitäten", wer weiß. 🙂

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    #4792
    Gomeltschanka
    12 Beiträge

    [b]Thorsten wrote:[/b]
    [quote] …planen derzeit eine Imbisskette ([b]deutsche Spezialiäten[/b])… [/quote]

    Schade, dass Sushi und Dönner als deutsche Spezialitäten ausgegeben werden…
    Ich würde lieber Curry- oder Bratwurst essen…

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    #4793
    Thorsten
    10 Beiträge

    Ersteinmal vielen Dank für die vielen Tipps und Ratschläge. Genau aus dem Grund liebe ich die belarussischen Menschen 🙂

    @nanaviki

    Nicht nur den Belarussen schmeckt die einheimische Küche bzw. Fleischprodukte. Auch ich lange immer sehr gerne zu – wie unschwer auf meinem Foto zu erkennen ist 🙁

    Ja, ich möchte Fleischprodukte anbieten. In erster Linie Bratwurst!

    @grom

    Die ersten Kontakte habe ich bereits knüpfen können, allerdings erweist sich dies als äußerst langwierig.

    @gomeltschanka

    In Belarus ist es sicher um ein vielfaches schwieriger ein Unternehmen zu gründen bzw. auch noch erfolgreich zu sein. Die Gesetzeslage ändert sich ja leider in unregelmäßigen Abständen und ganz nach Lust & Laune. So wie es eben gebraucht wird.

    Aber hier in Deutschland (Hamburg) sieht es auch nicht leichter aus. Habe im letzten Jahr ein Internetportal entwickelt und versucht entsprechende Partner zu finden. Erst jetzt ist es mir nach monatelanger Vorarbeit gelungen einen Investor zu gewinnen. Dazu eben- eine gute Idee ist noch lange kein Garant für Erfolg.

    ***vom Geschmack sind wir uns eing – ich liebe auch Brat- & Curywurst.

    So, ich hoffe es kommen noch viele weitere Hinweise die mir weiterhelfen könnten. Vielleicht kennt jemand eine kleine Fleischerei oder hat eine Idee wie und wo man vielleicht produzieren kann.

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    #4795
    digidrops
    140 Beiträge

    Dit heisst aba Döner.

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    #4876
    Christian
    4 Beiträge

    Als jemand, der seit acht Jahren groesstenteils in Belarus lebt, erlaube ich mir einige Anmerkungen zu Ihrem Vorhaben.

    „Natürlich würden wir ersteinmal mit einem mobilen Stand anfangen wollen“
    Sie glauben doch nicht im Ernst, dass Sie in Minsk, noch dazu als zugereister Auslaender, zumindest in einigermassen annehmbaren Lagen verwaltungsrechtliche Aufstellerlaubnisse fuer derartige Imbisswaegen bekommen.
    Es ist mittlerweile sogar so, dass im Laufe dieses Jahres selbst die seit Jahrzehnten an den Bushaltestellen befindlichen Kioske (in denen keine offenen Lebensmittel angeboten werden) groesstenteils geschlossen werden sollen – aus staedtbaulichen und lebensmittelhygienischen Gruenden.
    Die einzige Moeglichkeit fuer ein derartiges Projekt waere die Anmietung von Ladenlokalen. Solche sind jedoch in besseren Lagen selbst fuer Weissrussen kaum zu bekommen. Darueberhinaus entstuende hier aufgrund der nicht geringen Mietpreise und der erforderlichen Investitionen in das Ladenlokal selbst ein nicht unerheblicher Finanzbedarf.
    Im uebrigen koennen Sie v.a. im Lebensmittelbereich mit staendigen (kostenintensiven)Kontrollen durch alle moeglichen Behoerden und Stellen rechnen.
    Mit freundlichen Gruessen aus Minsk

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