Arbeiten in Minsk

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    Beiträge
  • #4561
    GroM
    4243 Beiträge

    Hallo,
    kann jemand einschätzen, wie gut die Joblage für Deutsche in Minsk ist, wenn man
    russisch beherrscht? Bereiche: Kunst, Kultur, Grafik Design?
    Es geht nicht so sehr um die Frage des Geldes, sondern eher darum, ob man überhaupt
    Aussichten hat festeingestellt zu werden oder regelmäßig an Projekten teilnehmen kann.

    Gruß, Eva Pril

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    #4562
    Lunatik
    173 Beiträge

    Einfach wird’s nicht, es sei denn, Du hast Beziehungen. In Weissrussland ist es so wie in allen Ex-Sowjetstaaten, Beziehungen sind weitaus wichtiger und praktischer als Faehigkeiten oder Eignung fuer den Beruf. Es gibt Leute, die bezahlen zuerst um einen Job zu bekommen.

    Probier Dein Glueck am besten bei auslaendischen Firmen!

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    #4564
    GroM
    4243 Beiträge

    Wie ist es dann, wenn man sich in Belarus nierderläßt und einen Job gefunden hat,
    mit Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung, läuft davon irgendwas über den Arbeitgeber,
    wenn es eine Festanstellung ist?
    Oder ist es besser, sich diesbezüglich doch eher in Deutschland abzusichern?
    Klar, wenn es eine ausländ. Firma ist, also ggf. eine deutsche, dann ists ja klar. Angenommen
    es ist aber ein belarussischer oder russischer Arbeitgeber?

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    #4566
    GroM
    4243 Beiträge

    Ähm, geht es Ihnen um die Formalitäten oder wollen Sie sich WIRKLICH auf diese Art in Belarus absichern? Sprechen Sie am Besten mit Ihren belarussischen Freunden darüber, sie werden Ihnen schon schnell erklären können wie das funktioniert und was besser für Sie wäre.

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    #4568
    GroM
    4243 Beiträge

    Es geht auch um die Formalitäten, weil ich plane, für unbefristet Mitte 2008 nach Belarus zu
    gehen. Es gibt natürlich Kontakte, und ich bin vor Ort schon privat vernetzt. Trotzdem hoffe ich
    in diesem Forum auf Feedback, da es ja vielleicht Menschen gibt, die komplett ausgewandert sind, und diesbezüglich schon Erfahrung gemacht haben. Auch, wo man sich in Belarus konsultieren kann, außer bei privaten Personen. Ich glaube halt, daß es kaum möglich ist, mit den dortigen Lohnverhältnissen
    die deutschen Versicherungen zahlen zu können! Daher suche ich nach Möglichkeiten und Wege,
    mich im Land selbst abzusichern bzw. Infos welche dahinführen zu sammeln.

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    #4570
    Stevie
    46 Beiträge

    Hallo Eva,

    zum Thema Krankenversicherung kann ich etwas beitragen…

    Im Oktober war ich in Minsk und habe ebenfalls zwecks längerer Aufenthaltserlaubnis bei der Miliz nachgefragt. Als Ausländer bekommt man dort eine auf jeweils ein Jahr befristete Aufenthaltserlaubnis. Und in diesem Zusammenhang muß man auch ne Krankenversicherung für 1 Jahr vorzeigen, die zusammen mit der Registrierung kontrolliert wird. Über Renten- und Pflegeversicherung hab ich noch nichts herausfinden können.

    Du hast gesagt, Du willst unbefristet dort rüber. Hast Du hier einen entsprechenden Aufenthaltstitel angeboten bekommen? Denn, wie oben erwähnt, bekommen Ausländer das immer nur jeweils für ein Jahr befristet und kann je nach Bedarf immer wieder verlängert werden. So meinte es zumindest die Dame bei der Miliz.

    Mein erster Eindruck zum Thema Joblage für Deutsche war sehr positiv, obwohl ich nicht mal fließend russisch spreche. Allerdings hab ich da nur im technischen Bereich vorsichtig herumgetastet.

    Viel Glück bei der Jobsuche!

    Stevie

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    #4571
    GroM
    4243 Beiträge

    Hallo,

    wenn es im technischen Bereich Möglichkeiten gibt, dann bestimmt auch in anderen, ich
    glaube von hier aus (DE) kann man sowieso nix machen im Vorfeld. hinfahren, noch einen
    kurs russisch machen und dann suchen.
    das mit dem ein-jährigem visum kann sein. ich bin mit einem belarussen verheiratet, wobei
    bislang reisetechnisch und visumsmäßig noch kein vorteil zu verspüren war. habe erst
    ein touristisches visum gehabt und danach vorort ein multivisum beabtragt. das gilt auch
    für ein jahr, und kann dann verlängert werden…vielleicht ist es das gleiche, was du auch meintest.
    krankenkasse habe ich dort noch zusätzlich gekauft, weil die verschiedene deutsche versicherungen
    nicht akzeptieren, da nicht kennen oder keine verträge mit ihnen haben. es gibt aber wohl welche,
    mit denen klappts auch da, meine gehörte nicht dazu. also hieß es die ersten 6 wochen
    reisekrankenversicherung und danach zusatzversicherung kaufen, und das ist teuer. wenn ich also
    da bleiben will, möchte ich nicht pro tag deutsche zusatzversicherung 12 euronen bezahlen, sondern
    mich dort um ein gutes paket bemühen. mal sehen. die staatl. krankenhäuser scheinen für
    einwohner umsonst zu sein. ich war im sommer mal in einem. alles gut, ärzte, med. versorgung usw.
    nur die ausstattung (zimmer, betten, laken, toiletten…etc), ist gewöhnungsbedürftig, da alt und abge-
    nutzt, aber sauber, was im ersten moment nicht so aussieht. es gibt aber noch andere krankenhäuser, wo man dann bar bezahlt und es sich von der de-versicherung zurückholen kann. also jeder wie er mag und finanzieren kann. ich hatte eine gute versorgung, aber mußte als ausländerin trotzdem was bezahlen, symbolischer betrag.
    bist du einfach nur so dort gewesen, hast du gearbeitet, fährst du mal wieder hin bzw. planst du auszuwandern?

    gruß, e.pril.

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    #4572
    Stevie
    46 Beiträge

    Hallo,

    das wichtigste für die Jobsuche werden mit Sicherheit Beziehungen sein. Über diesen Weg hatte ich innerhalb von 1 Tag ein Angebot bekommen. Und das ist sicherlich berufsübergreifend auch so. Aber wie Du richtig sagt, sollte man das besser direkt vor Ort machen. Im allgemeinen habe ich schon gemerkt das man mit den Kontakten zu den richtigen Leuten alles sehr viel besser und vor allem schneller erreichen kann. Aber das ist ja fast überall so. 😀

    Was die Krankenversicherung angeht… Du kannst vor Ort auch eine abschließen. Wenn ich mich jetzt richtig erinnere Betrug der Jahrespreis etwa 80$. Leider kann ich Dir nicht viel dazu sagen, was alles damit abgedeckt ist, da ich sie noch nicht beutzen mußte. Ich werde aber wahrscheinlich im Januar wieder rüberfliegen. Da frage ich nochmal genauer nach.
    Stimmt, die Krankenhäuser sind gewöhnungsbedürftig, aber die machen Ihre Arbeit sehr gut, was ich so mitbekommen habe. Mich hat vor allem erstaunt, daß Ärzte auch relativ schnell und unkompliziert auch Hausbesuche machen. Versuch das mal bei uns (DE)…

    Naja, ich bin seit kurzem mit einer Weißrussin verheiratet. Natürlich haben wir da viele Möglichkeiten ausgelotet, wo wir leben könnten und wie das genau funktioniert. Wir haben jetzt zwar erstmal alles für ein Leben in Deutschland eingeleitet, wären aber auch von Minsk nicht abgeneigt. Mit einer Eigentumswohnung und einem guten Job kann man da sicherlich auch gut leben. Und ich persönlich bin politisch nicht so engagiert, so daß ich da auch keine Probleme sehe. Ich mache mir nur etwas über die Prognosen fürs nächste Jahr für Belarus sorgen. Auch deswegen wollen wir es jetzt erstmal in Deutschland versuchen. Anders widerum nervt mich nur etwas die übertriebene Bürokratie bei der Einreise für meine Frau nach Deutschland. Ich habe schon gemerkt, daß auswandern nach Belarus da viel viel leichter funktioniert. Bei meiner Hochzeit jetzt im Oktober hatte ich den Beweis dazu. Innerhalb von 2 Wochen hätte ich Wohnung, Arbeit, Aufenthaltsgenehmigung bekommen. Wenn Du also diesen Schritt wirklich tun willst, dann wird es vielleicht einfacher als das jetzt einige hier geschrieben haben. Aber das hängt von Deiner persönlichen Einstellung zu vielen Dingen ab. Das jetzt zu diskutieren, würde aber den Rahmen des Beitrages sprengen. Ich kann Dir ja mal meine persönlichen Daten hinterlassen, dann können wir unsere "Erfahrungen" dazu austauschen.

    Momentan versuche ich auch an eine Liste zu gelangen, die Deutsche Firmen in Belarus aufführt. Das wäre als Deutscher in diesem Land sicher der Beste. Hast Du da zufällig schon etwas gefunden?

    Gruß,

    Stevie

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    #4664
    Nanaviki
    136 Beiträge

    Hallo Stevie, da mein Mann aus Belorus ist und ich dort schon mal zwei Jahre gelebt habe (habe ehrenamtlich gearbeitet), träumen wir immer wieder von einer Übersiedlung nach BY. Eine Liste deutscher Firmen bekommt man über die Repräsentanz der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Minsk. ahkminsk@mail.belpak.by oder http://www.dihk.de/ahk

    Ich habe sie 2005 mal durchgearbeitet aber mich mag man nur unter belorussischen Bedingungen einstellen (ohne Vertrag und Sozialversicherungsplicht von deutscher Seite).

    Poka!
    Nanaviki

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    #4675
    Stevie
    46 Beiträge

    Hy Nanaviki,

    sorry, daß ich Dir heut erst schreibe, aber ich bin gerade frisch zurück aus Belarus 😉

    Danke vielmals für die Info…hab gleich mal ne Anfrage per Mail losgelassen. Wie ausgeprägt sollten eigentlich die russischkenntnisse für die Jobsuche bei deutschen Firmen sein? Ich spreche zwar seit 9 Jahren privat russisch, aber im Berufsleben ist da ja doch oft ein wenig mehr notwendig. Hast Du, oder jemand anders im Forum, Erfahrung damit? Wie gefragt sind da eigentlich deutsch und englisch als Sprache?

    Ja, ich kann sehr gut verstehen warum Ihr davon träumt. Ich wünsch Euch viel Glück mit Eurem Traum…auf das es nicht mehr lange nur ein Traum bleibt!! Und wer weiß, vielleicht klappt es ja auch bald bei mir damit.

    Stevie

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    #4678
    Nanaviki
    136 Beiträge

    Hallo Stevie, beim Durchtelefonieren der Adress-Liste hat nur ein Autohaus Besitzer aus Bayern reagiert und wollte mich ohne Vertrag für 500 Dollar einstellen. Mehr Reaktionen hatte ich nicht. Vielleicht hat meine Qualifikation, Apothekenhelferin und zwei Jahre Bürotätigkeiten in Minsk, nicht gereicht). Gute russisch Kenntnisse sind wichtig, um sich mit den Kollegen und Kunden unterhalten zu können. Aber als sprachfauler Mensch kann ich nur Mut machen, nach einem halben Jahr in Minsk habe ich fast alles verstanden und konnte mich verständlich machen.
    Mein Mann hat im November eine dicke Zeitung mit Jobangeboten aus Minsk mitgebracht und gesehen, dass Leute die englisch und/oder deutsch können zur Zeit sehr gefragt sind.

    Wir sind schon dabei gegen den Papier- b.z.w. Behördenberg anzukämpfen. Schade, dass man ohne deutschen Arbeitsvertrag und Wohnsitz in Deutschland kein Kindergeld mehr bekommt.

    Poka! Sandra

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    #4682
    Lunatik
    173 Beiträge

    Naja, 500$ sind in Minsk schon ein bisschen wenig, und dann noch ohne Vertrag…

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    #4684
    Nanaviki
    136 Beiträge

    Hallo Lunatik, wir wissen, dass 500 USD in Minsk einfach zu wenig ist. Wir machen uns keine Illusionen. Unsere Bekannten in Minsk, junge Familien mit und ohne Kinder, meinen alle, das man min. 1000 braucht. Das wird mein Mann hier wie dort nicht verdienen. Er mags halt mal in seiner Heimat brobieren, damit wir nicht später (nach evtl. einem Leben in HartzIV oder ergänzendem HartzIV) es mal bereuen nie diesen Schritt gegangen zu sein. Lieber bescheiden und mit Arbeit (bezahlter und "auf der Datscha im Sand buddeln für den Winter") in Belarus leben, als hier in Deutschland, wo mein Mann sich wohl nie integrieren wird und wo ich jetzt als Mutter zweier kleiner Kinder wenig Chancen auf einen 40 h Job habe.

    Noch eine Frage an alle. Wer ist zurück nach Belarus gegangen und hat seinen deutschen Ehepartner mitgenommen? Welche Behördengänge muss man erledigen?

    Vielen Dank! Nanviki

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    #4690
    julka
    87 Beiträge

    Hallo,

    ich habe mal Euro Konversation verfolgt. Wie ist es denn mit Selstständigkeit? Vielleicht als Sub. einer deutschen Firma in Minsk oder Vermittlung von deutschen Kontakten. Habt Ihr schon mal drüber nachgedacht? Auch Autohandel floriert.
    Es gibt viele Möglichkeiten. Und wenn Dein Mann Weißrusse ist, um so besser. Ich denke schon lange über so was nach.

    Gruß, Julka

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