Alkoholkonsum in Belarus – ein Problem?

Foren Soziales Alkoholkonsum in Belarus – ein Problem?
Ansicht von 15 Beiträgen - 16 bis 30 (von insgesamt 102)
  • Autor
    Beiträge
  • #1387
    GroM
    4243 Beiträge

    Ich versuche das Thema hier weiter zu führen…
    Wieder mal aus der nichtstaatlichen belarussischen Presse:

    [b]Auszug:[/b]
    „Die Dynamik des Wachstums von Alkoholismus und alkoholischen Psychosen bei der Bevölkerung:

    1999 — 190 Menschen auf 100 Tausend der Bevölkerung,
    2000 г. — 184,
    2001 г. — 228,8,
    2002 г. — 257,1,
    2003 г. — 284,7,
    2004 г. — 308,2.

    Innerhalb von 10 Jahren (1994-2004) ist die Anzahl an Alkoholismus und alkoholischen Psychosen chronisch erkrankter Menschen um 48,4% gestiegen“

    [b]Original:[/b]
    „Белорусы на мировое лидерство вроде как не претендуют, но предельную норму Всемирной организации здравоохранения в 8 литров чистого алкоголя на душу населения в год успешно перевыполняют. Что, в свою очередь, становится основной причиной роста в стране заболеваемости алкоголизмом и алкогольными психозами.

    Динамика в самом деле неутешительная: 1999 г. — 190 человек на 100 тысяч населения, 2000 г. — 184, 2001 г. — 228,8, 2002 г. — 257,1 г., 2003 г. — 284,7, 2004 г. — 308,2. За десять лет, с 1994 по 2004 гг., контингент больных хроническим алкоголизмом и алкогольным психозом в Беларуси увеличился на 48,4%.

    Да, государство борется, принимает меры, вводит ограничения и т. д. А народ тем временем продолжает активно пить. Только в Минске в прошлом году было реализовано алкогольной продукции на 551,8 млрд. рублей. Даже по самым приблизительным подсчетам получается, что в 2005 году каждый житель столицы в среднем истратил на выпивку около 130 долларов.“ (BelaPAN, 31.01.05)

    0
    #1390
    julius
    24 Beiträge

    klasse, jetzt bräüchte man nur noch eine statistik für deutschland um diejenigen mundtot zu machen die behaupten das es ja überhaupt kein problem damit gäbe und bei uns genau so viel gesoffen wird !

    und das voting zeigt noch immer kein -grosses gesellschaftliches problem- !?

    gr. an die gemeinde, julius

    0
    #1410
    GroM
    4243 Beiträge

    hallo,

    nur eine kleine anmerkung zum voting: mehrfachnennungen sind nicht möglich und meiner meinung nach äußert sich das „große gesellschaftliche problem“ alkohol in einer kombination aus einigen der anderen möglichen antworten..

    auch ich denke, dass das alkoholproblem in belarus ein massivst höheres ausmaß hat als zb in deutschland. verstärkt wird das durch einen mangel an vorsorgemaßnahmen, unzureichende hilfeleistung bei alkoholismus durch die behörden etc…

    liebe grüße,
    eve

    0
    #1418
    GroM
    4243 Beiträge

    Hallo,
    wir waren im vergangenen Jahr im Sommer für 10 Tage zu Besuch in Minsk. Das war nur eine relativ kurze Zeit, und meine Eindrücke sind bestimmt nicht repräsentativ. Aber ich kann nur bestätigen, dass es zu der Zeit völlig normal war, dass in den Parks und Strassen Alkohol jeglicher Art getrunken wurde. Das an sich unterscheidet sich von den Trinkgewohnheiten in Deutschland vielleicht nur dadurch, dass hier mehr in Kneipen und zuhause getrunken wird.
    Was mich aber sehr erschreckt hat, war die teilweise hohe, alkoholbedingte Aggressivität, gerade auch in der Öffentlichkeit. Das habe ich mehrfach beobachtet, es hat mich ziemlich schockiert.
    Aber, wie gesagt, nur ein Eindruck aus einer kurzen Besuchszeit. Würde gern Widerspruch lesen.
    mafu

    0
    #1437
    GroM
    4243 Beiträge

    @mafu
    Mit der Aggresivität muss ich Dir recht geben. Besonders in ärmeren Gegenden lassen Jugendlich unter starkem Wodka-Einfluss Ihren Frust richtig raus. Als ich mal im Sommer da war, verging kein Abend, ohne dass die Polizei anrücken mußte um besoffene Streithähne auseinderzubringen oder gleich die ganze Bande mitnahmen!

    0
    #1440
    GroM
    4243 Beiträge

    [quote]@mafu
    Mit der Aggresivität muss ich Dir recht geben. Besonders in ärmeren Gegenden lassen Jugendlich unter starkem Wodka-Einfluss Ihren Frust richtig raus. Als ich mal im Sommer da war, verging kein Abend, ohne dass die Polizei anrücken mußte um besoffene Streithähne auseinderzubringen oder gleich die ganze Bande mitnahmen![/quote]

    Dann schau dir mal den Rudolfskai in Salzburg an…jede Nacht das selbe….

    0
    #2762
    GroM
    4243 Beiträge

    [quote]Also ich finde nicht gerade, dass übermäßiger Alkoholkonsum ein reines Ost-Block-Problem ist. Klar bringt man die Länder, aus denen der leckerste Wodka kommt (Finnland, Belarus), mit Alkoholismus in Verbindung. Aber das ist nur Klischee. Wenn jemand "saufen" will, dann nimmt er den Stoff, der ihm schmeckt. Da greift der Ami eben zum Whiskey, der Mexikaner zum Tequila, der Deutsche zum Bier und der (Weiß-)Russe eben zum Wässerchen.

    Ein lokales Alkoholproblem kann man da nicht ausmachen, es ist eben global.

    Matthias[/quote]

    Wenn du denkst das ist nur alles Klischee, irrst du dich aber gewaltig. Klar ist es so das jedes Land sein Nationalgetränk hat, aber die Frage ist der Konsum der Menge. Das ist bei den Meisten kein saufen mehr, sondern eine schwere Krankheit, nämlich Alkoholismus.

    0
    #2763
    GroM
    4243 Beiträge

    Wusstet ihr, dass Luka sich eine goldene Nase verdient durch den Wodka? Von jeder verkauften Flasche Wodka gehen 70% vom preis an den Staat und das ist nicht nur beim Wodka so.

    0
    #2766
    GroM
    4243 Beiträge

    [quote]Wusstet ihr, dass Luka sich eine goldene Nase verdient durch den Wodka? Von jeder verkauften Flasche Wodka gehen 70% vom preis an den Staat und das ist nicht nur beim Wodka so.[/quote]

    Ist doch bei uns auch nicht anders… Mehrwertsteuer, Alkoholsteuer Wein Bier oder Schnapssteuer. Bis vor kurzer Zeit (durch die EU abgeschafft) gab es bei uns in Oesterreich dazu noch die Getraenkesteuer..
    Gruesse aus Minsk 😆

    0
    #2770
    Lunatik
    173 Beiträge

    [quote]hallo,

    nur eine kleine anmerkung zum voting: mehrfachnennungen sind nicht möglich und meiner meinung nach äußert sich das "große gesellschaftliche problem" alkohol in einer kombination aus einigen der anderen möglichen antworten..

    auch ich denke, dass das alkoholproblem in belarus ein massivst höheres ausmaß hat als zb in deutschland. verstärkt wird das durch einen mangel an vorsorgemaßnahmen, unzureichende hilfeleistung bei alkoholismus durch die behörden etc…

    liebe grüße,
    eve[/quote]

    Das ist aber kein spezifisch weissrussisches Problem. In Russland oder der Ukraine, ja selbst hier in Polen ist es das gleiche.

    0
    #2772
    digidrops
    140 Beiträge

    [quote][quote]hallo,

    nur eine kleine anmerkung zum voting: mehrfachnennungen sind nicht möglich und meiner meinung nach äußert sich das "große gesellschaftliche problem" alkohol in einer kombination aus einigen der anderen möglichen antworten..

    auch ich denke, dass das alkoholproblem in belarus ein massivst höheres ausmaß hat als zb in deutschland. verstärkt wird das durch einen mangel an vorsorgemaßnahmen, unzureichende hilfeleistung bei alkoholismus durch die behörden etc…

    liebe grüße,
    eve[/quote]

    Das ist aber kein spezifisch weissrussisches Problem. In Russland oder der Ukraine, ja selbst hier in Polen ist es das gleiche.[/quote]

    Das mit den Mehrfachnennungen fand ich auch schade. Dazu hat mir eine Frage nach der Tringspruchkultur gefehlt, welche in Belarus sehr ausgeprägt gefunden habe. Wohingegen man sich in Deutschland meistens mit einem schnellen Prost oder bei unserer warmen Fraktion mit einem etwas längeren Prösterchen oder in Skandinawien sich mit einem ebenso kurzen Skål werden bei meinen Freunden in Belarus lange Reden zelebriert. Es gibt viele Gründe zu trinken, warum soll man sie dann nicht auch nennen? Hier unterscheidet es sich dann auch, ob das Trinken zu einer dumpfen Sache wird, oder ob es Kultur bekommt. Also, warum macht das Trinken in Belarus soviel Spass, warum ist es gerado dort so interessant?? :):):)

    0
    #2774
    julius
    24 Beiträge

    ..ob das trinken kultur bekommt…? fakt ist doch, sich auf kurz oder lang in eine "andere sphäre" zu schießen ! ob man dies nun mit einem "prost" oder mit "ich trinke auf… weil…dann noch auf… weil der auch…und der Frieden….und die gesundheit…" usw.
    gut man könnte sagen alkoholmissbrauch mit mehr niveau, wobei das niveau ja auch von glas zu glas schwinden kann !

    es ist nach wie vor ein verdammt ernst zu nehmendes problem ob nun mit stil oder nicht ! wo sind die betroffenen im forum die zuhause auch "zombies" haben oder hatten ?
    wenn mein schwiegervater sagt, daß die benachbarte kolchose in seinem dorf probleme hat vernünftige arbeiter einzustellen (vernünftig gleich leute die nicht trinken !!!) – dann ist das doch eine,(entschuldigt !) scheiß-kultur !

    gruß an die gemeinde, julius

    0
    #2775
    Lunatik
    173 Beiträge

    Das ist ein schwieriges Thema. Es kommt dabei auch immer auf die persoenliche Einstellung an. Ich z.B. bin Student, und meine Haltung zu Alkoholexzessen ist sicherlich eine andere als die mancher User dieses Forums. Ich stehe deshalb dem Genuss von Alkohol etwas "toleranter" gegenueber. Es ist nun mal so, dass in den oestlichen Gefilden Europas der Alkohol etwas schneller und in groesseren Mengen fliesst und die Definitionen fuer das Wort "Alkoholiker" gehen auch weit auseinander. Wenn man es streng nimmt und sagt, dass jemand, der regelmaessig jedes Wochenende trinkt ein Alkoholiker ist, dann sind wohl 90% der polnischen Studenten Alkoholiker. Gleiches gilt fuer die Studenten in Weissrussland, Russland oder der Ukraine. Man kann das aber auch anders sehen, und sagen, dass der Alkohol und sein Genuss in der hiesigen Kultur ganz einfach verankert ist, und er zu Festen ganz einfach dazugehoert. Meiner Meinung nach wird er erst dann zum Problem, wenn er das taegliche Leben (Arbeit, Familie usw.) negativ beeinflusst, und das passiert zwar oft aber nicht sooo haeufig wie von einigen Usern hier beschrieben. Nicht jeder, der regelmaessig etwas trinkt ist deshalb gleich ein Alkoholiker, zumindest meiner Meinung nach.

    0
    #2787
    julius
    24 Beiträge

    völlig richtig lunatik, ich will den alkohol auch nicht komplett verteufeln und auch ich habe es als student oftmals richtig "krachen lassen" . wir wissen doch sicher alle wie schön es manchmal ist etwas "locker flockig" zu sein.
    angeblich gibt es ja 7 (?) formen des alkoholismus und ich rede jetzt auch nicht von dem "ein glas zum essen"-trinkern, sondern von den zombies, den "hilflosen personen" die halt mittags schon ein wenig starr aus der wäsche schauen !
    machen wir uns nichts vor: ich finde statistiken auch furchtbar "trocken"(welch ein wortspiel!) aber schaut euch die geposteten zu diesem thema von grom an ! kinders, das kann einfach nicht mehr normal oder gesund sein ! Angenommen es gibt kein schnaps sondern nur bier. wie würden dann diese statistiken aussehen?!

    gruss an die gemeinde, julius

    0
    #2937
    GroM
    4243 Beiträge

    So, das Thema "Alkoholkonsum und Alkolismus in Belarus" wird wieder aufgegriffen. Diesmal bestätigt die Regierung selbst, dass es in Belarus erhebliche Probleme in diesem Bereich gibt. Was die Maßnahmen in der Prävention und Bekämpfung betrifft, so sind sie 1:1 Kopie der vorherigen Maßnahmen. Das erste Programm (2000-2005) ist kläglich gescheitert und nun steht das zweite Programm bevor, dass ein weiteres Mal deutlich macht: Lernprozesse, die Suche nach konstruktiven Entwicklungswegen sind den Beamten fremd. Belarussische Regierung kann nur Verbieten, Einschränken, Zwangseinweisen, mit Propaganda einhämmern. Ursachenforschung zu betreiben, soziale Programme darauf auszurichten, zu akzeptieren, dass der Staat gescheitert ist und Selbsthilfegruppen bzw. nichtstaatliche Initiativen gefördert werden müssen -> das ist für die Regierung zu viel, da ist man schlichtweg überfordert. Alkolismus ist die Krankheit der Gesellschaft, die in einem kranken System lebt.

    Der Artikel ist hier zu finden:
    http://www.belarusnews.de/kultur1790-1.html

    0
Ansicht von 15 Beiträgen - 16 bis 30 (von insgesamt 102)

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.