Geschrieben von: schreibikus
am Jun 26, 2010
Was bewegte mich dazu, diese Schrift zu verfassen?
Die Deutschen wissen so gar nichts über die Weißrussen und die Weißrussen sind hingegen nicht in der Lage, sich ein objektives Bild von den Deutschen zu machen.
Die Vorstellung meiner Landsleute über die Deutschen erinnert mich an eine östliche Parabel von drei Blinden, welche versuchten herauszufinden, wie ein Elefant aussieht. Einer, welcher den Schwanz des Elefanten hielt, sagte, dass der Elefant einem Seil ähnlich sei. Der Andere, den Rüssel haltend, kam zu der Feststellung, ein Elefant sei einer Schlange ähnlich. Ein Dritter, welcher einen Fuß umfasste, kam zu dem Schluss, ein Elefant sei einem Baum ähnlich. Während für Weißrussen Deutschland das Paradies auf Erden verkörpert, ist Weißrussland für die Deutschen ein Terra inkognita, ein weißer Fleck, im besten Falle das letzte diktatorische Regime in Europa, aber die Weißrussen sind ihnen so wenig bekannt, wie die Uiguren.
Geschrieben von: schreibikus
am Feb 22, 2010
Am 07. März soll in Minsk das Konzert der berühmt-berüchtigten Band "Rammstein" stattfinden. Die Karten sind längst verkauft, die zahlreichen Fans freuen sich auf das ultimative Event in der belarussischen Hauptstadt. Doch jetzt, weniger als 2 Wochen vor dem Konzert, meldet sich eine Organisation, mit der nun wirklich keiner gerechnet hat: Der Gesellschaftliche Rat für Sittlichkeit! Und wenn es sich zunächst als ein Scherz anhören mag, so meinen es die Moralhüter durchaus ernst - sie wollen das Konzert vorab prüfen und gegebenenfalls zensieren.
"Sie [Red: Rammstein] werden ein für sie normales Konzert organisieren. Aber was wird es für Belarus sein, dessen Staatlichkeit sich auf Antinazismus und der Idee des großen Sieges gründet, dessen Gesellschaft sich auf dem christlichen und weltlichen Prinzip der Achtung des Einzelnen als höchsten Wertes fußt. Die Antwort lautet: Sie werden brechen und vernichten das noch feine belarussische Selbstbewusstsein, das Gedenken an den Sieg und Helden mit ihren Füßen treten, und letzten Endes die belarussische Staatlichkeit zerstören“
Die offizielle Ansage des Sittlichkeitsrates hat einen durchaus kräftigen Rythmus und eine markante Wortwahl - mit der Musik von Rammstein unterlegt, könnte dies zu einem Hit avancieren. Daher mein Vorschlag an die Rammstein-Jungs: sollte sich der Staatsoberhaupt selbst nicht einmischen wollen und das Konzert dennoch stattfinden, so bitte - tut dem belarussischen Sittlichkeitsrat einen Gefallen und nimmt diesen Text für einen möglichen Refrain - das wird dem Publikum garantiert gut gefallen!
Geschrieben von: GroM
am Feb 18, 2010

Ja, einer hat es bei der 60. Berlinale doch geschafft - Anton Subbotin, 22-jähriger Filmemacher aus Belarus und Student der St. Petersburger "State University of cinema and TV". Mit seinem Kurzfilm bzw. einem Minifragment von 3:40 "Szene 58" erhielt der junge Regisseur die Möglichkeit zur Teilnahme im Berlinale Talent Campus. Es ist zwar eine bescheidene Auszeichnung und keine richtige Teilnahme am renomierten Filmfestival. Dennoch ist das ein ermunternder Start für die noch junge Karriere des Belarussen, der sich bisher mit Musikvideos und Werbespots befasst hat.
Geschrieben von: schreibikus
am Feb 12, 2010
Eine wirklich schöne Reportage mit (wie immer) tollen Fotos vom Solokonzert der belarussischen Ur-Band "NRM" ist auf "Generation.BY" veröffentlicht worden. Wer kein Russisch kann, muss zumindest die Konzertfotos betrachten.

Und dieses Foto hier erinnert mich so sehr an das NRM Konzert in Berlin im Jahr 2005. Wahnsinn! Damals waren es auch mehr als 400 Leute auf dem Konzert in Kreuzberg (übrigens das war der erste Auftritt von NRM im Westen!) und in der Presse hieß es damals noch:
Geschrieben von: schreibikus
am Feb 8, 2010
Auf der einen Seite haben wir Ingo Petz - vermutlich den einzigsten deutschen Journalisten, der sich konsequent Belarus verschrieben hat, seit vielen Jahren immer wieder spannende Themen (und Menschen) aufgreift und dem deutschsprachigen Publikum kompetent präsentiert. Auf der anderen Seite haben wir Wiktor Martynowytsch - einen belarussischen Journalisten, Politologen, Dr. in der Kunstgeschichte und den Autoren des Buches "Paranoia", dessen inoffizielles Verbot für reichlich Wirbel (und PR) in Belarus gesorgt hat. Entstanden ist daraus ein Interview, nein, eigentlich ein Dialog über die belarussische Gesellschaft, über das alltägliche Paranoia und über die Gründe, warum man Wiktor Martynowytsch besser nicht verhaften sollte.
Geschrieben von: GroM
am Jan 26, 2010
Sie sind laut, sie sind frech und sie singen Englisch. Ihr Debut-Album "Hello" ist explodiert 2009 wie eine Bombe. Und quasi über Nacht ist "The Toobes" zu einer der bekanntesten Bands aus ... Belarus geworden - sie wurde zum Gewinner des belarussisch-schwedischen Musikwettbewerbs "“BandScan”. Ein Jahr später wird die Band neben den Bands "Bez Bileta" und "Ljapis Trubetskoj" zur „Rock-Krönung“ (Rok-Karanacyja/Rok-Koronacija) nominiert, der Höhepunkt der belarussischen Musikevents, wo die beste Band, das beste Album, der beste Song und die musikalische Überraschung des Jahres gekrönt werden. Eine Sensation!
Aber auch das nicht genug. Nach zahlreichen Festivals, spielen "The Toobes" heute in Moskaer Clubs, treten als Vorband u.a. bei der schottischen Band Franz Ferdinand auf und stehen mittlerweile unter Vertrag bei dem britischen Starmusiker und Produzenten "Tricky". So soll im Frühling ein neues Album von "The Toobes" erscheinen und die Band endgütlig auf die internationale Bühne katapultieren. Und das könnte was werden! Man sieht die Jungs und möchte sagen - "yeah, that's what we call Belarus!"